Formel 1

Formel 1, Hamilton: Red Bull zu schnell, Motoren überhitzt

Mercedes erwischt in Mexiko einen extrem schwachen Trainingsauftakt. Lewis Hamilton sieht Red Bull außer Reichweite, Überhitzung quält die Motoren.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Was ist das Gegenteil von einem Auftakt nach Maß? Der Trainingsfreitag beim Mexiko GP 2018 von Mercedes. Am ersten Tag des Formel-1-Rennwochenendes im Autodromo Hermanos Rodriguez lief für die Silberpfeile so gut wie nichts zusammen. Im Tagesergebnis tauchten Valtteri Bottas und Lewis Hamilton für Mercedes-Maßstäbe unfassbar weit hinten auf.

Im ersten Training reichte es für Hamilton nur zu P5 mit 1,4 Sekunden Rückstand auf die überlegene Bestzeit von Max Verstappen. Bottas auf P6 fehlten noch zwei Zehntel mehr auf den Red Bull. Am Nachmittag zeichnete sich dasselbe Bild. Dieses Mal reichten bei Hamilton 1,4 Sekunden Rückstand zudem nur noch zu Platz sieben, bei Bottas wurde es der neunte Rang. Selbst Renault und einem Toro Rosso musste sich Mercedes somit völlig ungewohnt geschlagen geben.

Was war da los bei den Silberpfeilen? Gleich mehrere Baustellen.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Mexiko GP: (07:02 Min.)

Lewis Hamilton funkte bereits während der Session für alle hörbar an seinen Renningenieur Peter Bonnington, das Auto sei einfach nicht mehr normal. Nach Sessionende klang es später wieder etwas ausgewogener, aber noch immer kritischer als üblich. "Das Auto war an einigen Stellen gut, aber an anderen weniger. Es geht nicht um einen bestimmten Bereich - es gibt viele verschiedene Dinge, die wir verbessern können", sagte Hamilton zumindest noch auf positive Facon.

Lewis Hamilton: Red Bull in Mexiko außer Reichweite

"Die hohen Streckentemperaturen waren schwierig, weil die Reifen schmolzen und sich Graining bildete. Aber das war heute für viele Fahrer so", relativierte der Brite noch. Doch Hamilton stellte auch klar: "Wir müssen Boden gutmachen und werden deshalb in unserem Debriefing alles durchgehen und uns alles im Detail ansehen, um Antworten zu finden. Red Bull scheint hier aktuell außer Reichweite zu sein. Ferrari liegt auf unserer Höhe, aber wir wollen mitkämpfen."

Teamkollege Valtteri Bottas wurde noch deutlicher, auch in der Formulierung schärfer, etwas offener. "Das war ein recht schwieriger Tag. Wir hatten in beiden Trainings mit der Pace zu kämpfen und wie fast alle hatten auch wir Schwierigkeiten mit der Lebensdauer der Reifen. Beide Reifenmischungen bekamen schnell Graining und es fühlte sich so an, als ob uns allgemein Grip fehlen würde. Das Auto rutschte viel herum, was wiederum den Reifenverschleiß förderte", klagte Bottas.

Valtteri Bottas: Da kratzen wir uns am Kopf

Noch dazu grübelte der Finne, weil keine schnelle Lösung dafür gefunden wurde. "Wir haben noch keine genaue Antwort darauf, warum unsere Pace noch nicht stimmt. Das müssen wir jetzt analysieren und uns alle Möglichkeiten ansehen.Es wartet viel Arbeit auf uns und wir kratzen uns im Moment noch etwas am Kopf", haderte Bottas. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir im Verlauf des Abends die Antworten finden werden, um uns morgen gestärkt zurückzumelden."

Diese Einschätzung teilte auch die technische Abteilung. "Angesichts des heutigen Tages müssen wir zugeben, dass wir noch nicht den bestmöglichen Weg gefunden haben, um diese ungewöhnlichen Anforderungen zu erfüllen. Das gilt sowohl für eine gute Performance auf einer Runde als auch auf Longruns", gestand Technikchef James Allison angesichts der diffizilen Höhenlage in Mexiko, mit der entsprechend dünnen Luft - Gift für den Abtrieb der F1-Boliden.

Mercedes: Power Units wegen Hitze-Warnung runtergedreht

Damit nicht genug der Probleme. Auch die Motoren bereiteten Mercedes so einige Qualen. "Wir haben die Power Unit heute in einigen Bereichen überhitzt. Das führte dazu, dass wir sie als Vorsichtsmaßnahme herunterdrehen mussten", schilderte Allison. Mercedes hofft deshalb jetzt auf einen Wetterwechsel zum Schlechteren.

"Mit ein wenig Glück und etwas harter Arbeit können wir uns für morgen und Sonntag, wenn die Bedingungen auch viel kühler sein sollen, in eine bessere Position bringen. Heute Abend und im dritten Training morgen Vormittag liegt also noch viel Arbeit vor uns, um in eine stärkere Ausgangslage zu kommen als heute", so Allison.


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