Formel 1

Red Bull in Russland vor Ferrari: Keine Reue wegen Motorstrafe

Red Bull war in den Formel-1-Trainings in Russland schneller als erwartet. Verstappen und Ricciardo bereuen die Motorenstrafe für Sotschi trotzdem nicht.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Red Bull präsentierte sich in den Trainings der Formel 1 in Russland überraschend stark. Max Verstappen und Daniel Ricciardo waren am Freitag hinter Mercedes die zweite Kraft. Schneller als Ferrari zu sein bringt dem Duo an diesem Wochenende in Sotschi aber herzlich wenig, denn aufgrund von Motorenwechseln ist ein Startplatz in den hinteren Reihen längst gebucht. Verstappen glaubt aber auch nicht daran, dass Red Bull der Konkurrenz wenn es ernst wird die Stirn bieten kann.

"Ich denke, das Auto hat heute wirklich gut funktioniert. Aber wir wissen auch, dass wir im Qualifying sowieso keine Chance haben, wenn sie ihre Motoren aufdrehen", findet der Niederländer trotz des starken Auftritts in den Trainings wenig optimistische Worte. Verstappen landete am Vormittag als Zweiter lediglich eine halbe Zehntel hinter Sebastian Vettel. Im zweiten Training wurde er mit weniger als einer halben Sekunde Rückstand auf Hamilton Dritter.

"Wenn das die echte Pace ist, wäre das eine schöne Überraschung", sagt Ricciardo. Trotz dieser positiven Tendenz bereut Verstappen die von Red Bull für Sotschi in Kauf genommene Motorenstrafe nicht. "Hier die Strafe zu kassieren ist nicht so schlimm, denn es ist keine unserer stärksten Rennstrecken. Deshalb ist es besser, sie aus dem Weg zu haben", erklärt er.

Red Bulls Russland-Qualifying fraglich: Macht wohl keinen Sinn

Sowohl bei ihm als auch bei Ricciardo wechselte das Team von Renaults C-Spezifikation auf den Vorgänger zurück, da die neueste Ausbaustufe in Singapur zu anfällig war. "Von hinten zu starten wird sicherlich ein Spaß", so Verstappen, der dem Freitag was die Performance angeht aber durchweg Positives abgewinnt.

"Es war gut heute vorne dabei zu sein mit Ferrari, also können wir uns nicht wirklich beschweren. Wenn wir schon eine halbe Sekunde oder so hinten wären, hätten wir definitiv mehr Arbeit vor uns", so der 20-Jährige, der mit seinem Team aufgrund der Startplatzstrafen ohnehin nicht zu viel Arbeit in den Samstag investierte.

"Für uns wird es mit den Strafen keinen Sinn machen, morgen das komplette Qualifying zu fahren", so Ricciardo. Einen Plan für den Samstag gibt es allerdings noch nicht. "Wir werden schauen wie das FP3 läuft und dann entscheiden, was wir machen." Der Fokus lag am Freitag von Beginn an auf dem Setup für das Rennen.

Analyse Russland GP: Q1 schon am Freitag!: (07:27 Min.)

Red Bull für das Rennen zuversichtlich: Sollte unterhaltsam werden

"Wir hatten auf den Longruns etwas Verkehr, aber sie haben uns ein Gefühl gegeben, wie die Pace sein wird", so der Australier. "Wir müssen nur noch die Reifen besser verstehen und unseren Plan für das Rennen ausarbeiten. Die Informationen von heute sind aber sehr gut", meint auch Verstappen.

Der Kampf von hinten durchs Feld ist für Ricciardo nichts Neues. Der 29-Jährige hatte innerhalb der letzten fünf Rennwochenenden bereits zwei Strafversetzungen. In Sotschi rechnet er allerdings mit einer schwierigeren Herausforderung: "Das ist zum Überholen nicht die einfachste Strecke. Aber das Rennen sollte ziemlich unterhaltsam werden."

Nachdem es in den vergangenen Jahren aufgrund der harten Pirelli-Reifen kaum Strategievariationen gab, erhofft Ricciardo sich durch den Hypersoft was das angeht mehr Action. "Ich bin froh, hier endlich mal etwas Reifenabbau zu sehen. Wenn es wieder ein Einstopp-Rennen gibt, wäre das etwas zu vorhersehbar. Ich hoffe also, dass wir es mit einem Zweistopper etwas spannender machen können."


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