Im Vorjahr zählte Porsches GT3-Bolide zu den schnellsten Autos auf der Nordschleife, doch bei den 24h Nürburgring 2026 blieb bislang selbst der berühmte Grello von Manthey blass. Daran ändert sich am Freitag im Qualifying ebenfalls nichts. Thomas Preining schaffte es nicht über Startplatz 8 hinaus. Das Team fürchtet ein Defizit.

"Das Bild nach dem Qualifying ist klar: Wir sind etwas von unseren Rivalen weg", sagt Maximilian Müller vom GT Race Support von Porsche Motorsport. "Wir hatten einen Porsche in Top-Qualifying 3, nicht zuletzt da Ayhancan eine sehr starke Runde gefahren hat." Davor hatte es nach einem frühen Crash in Top-Q2 lange so ausgesehen, als ob womöglich gar kein Porsche in das letzte Qualifying-Segment und damit unter die Top-12 der Startaufstellung kommen würde.

Manthey hatte tatsächlich den dreifachen Polesetter Kevin Estre schon im ersten Top-Qualifying-Segment rausgeschickt. In dem kamen die 20 schnellsten Autos weiter. Den vermutlich schnellsten Piloten auf dem Auto da schon einzusetzen, lässt Vermutungen aufkommen, dass sich das Team bei der Pace des Autos ganz und gar nicht sicher war.

Nur Manthey-Porsche schafft es im Qualifying ins Pole-Shootout

Estre fehlten in Top-Q1 auch dreieinhalb Sekunden auf die Spitze. Da jeder Fahrer nur ein Segment fahren darf, hing es nun an seinen Teamkollegen Ayhancan Güven und Thomas Preining, Grello in Q2 und Q3 noch weiter nach vorn zu bringen. Güven schrammte wie angesprochen knapp an einem Top-Q2-Aus vorbei, als nach einem Crash im Hatzenbach eine lange Code-60-Phase ausgerufen wurde.

Güven rettete sich bei ablaufender Uhr mit einer letzten Runde, die sitzen hatte müssen. Davor hatte ihn Manthey schon im Wartemodus mehrere Runden nur auf der GP-Strecke zirkulieren lassen, um Benzin zu verbrennen und das Auto möglichst leicht zu bekommen. "So sind wir ins letzte Top-Qualifying-Segment gekommen", sagt Maximilian Müller.

Preining übernahm das Auto dann zu Mittag in Top-Q3. Mit einer starken zweiten Runde kam er bis auf 2,816 Sekunden an die Pole-Zeit des Abt-Lamborghini von Luca Engstler heran, aber das war es dann. "Uns fehlt immer noch etwas Pace, besonders in den Sektoren, wo die Motorleistung richtig zählt", analysiert Preining im Anschluss die Gründe.

Estre stimmt zu: "Uns fehlt etwas Pace auf eine Runde. Aber das Auto fühlt sich gut an, und das Wochenende ist bislang sehr sauber." Ähnlich klingt es bei Preining, der für das Rennen folglich gerne Hilfe vom Wetter hätte: "Wir hoffen auf wechselhafte Bedingungen." Da würde gutes Handling entgegenkommen, fehlender Topspeed dafür weniger schmerzen.

Der Rest der Porsche-Flotte wird nach dem Qualifying wohl ähnlich denken. Außer Manthey schaffte es keiner von ihnen in Top-Q3. Erst auf Startplatz 17 kommt mit dem Falken-Porsche #44 (Bachler/Heinemann/S. Müller/Schuring) der nächste. Black Falcon #48 (Arrow/Assenheimer/T. Müller/Pereira) ist auf P20 der einzige andere Porsche in den Top-20.

Alle GT3-Porsches in den Top-40 des 24h-Qualifying

P.Nr.TeamAutoFahrer
8911MantheyPorsche 911 GT3 R Evo26Kevin Estre
Ayhancan Güven
Thomas Preining
1744FalkenPorsche 911 GT3 R Evo26Klaus Bachler
Tim Heinemann
Sven Müller
Morris Schuring
204848 LOSCH Motorsport
by Black Falcon
Porsche 911 GT3 R Evo26Daan Arrow
Patrick Assenheimer
Tobias Müller
Dylan Pereira
2154Dinamic GTPorsche 911 GT3 R Evo26Bastian Buus
Michael Christensen
Joel Sturm
Loek Hartog
2424PK Motorsport
Lionspeed
Porsche 911 GT3 R Evo26Laurin Heinrich
Laurens Vanthoor
Ricardo Feller
2717Dunlop MotorsportPorsche 911 GT3 R Evo26Julien Andlauer
Dorian Boccolacci
Nico Menzel
Alessio Picariello
2855Dinamic GTPorsche 911 GT3 R Evo26Michele Beretta
Alessandro Ghiretti
Joel Sturm
Loek Hartog
295Black Falcon EAEPorsche 911 GT3 R Evo26Mustafa Mehmet Kaya
Thomas Kiefer
Gabriele Piana
Mike Stursberg
304Goroyan RT
by Car Collection
Porsche 911 GT3 R Evo26Artur Goroyan
Oleg Kvitka
Nathanael Berthon
Alex Fontana
33123MühlnerPorsche 911 GT3 R Evo26Martin Rump
Ben Bünnagel
Alex Brundle
3618PK Motorsport
Lionspeed
Porsche 911 GT3 R Evo26Kyle Tilley
Jake Hill
Patrick Kolb
Max Hofer
3730HankookPorsche 911 GT3 R Evo26Jongkyum Kim
Roelof Bruins
Steven Cho
Marco Seefried

Der Dunlop-Porsche sowie die 911er von Lionspeed und Dinamic, zwei Teams mit mehreren fahrerisch starken Aufstellungen am Start, müssen von noch weiter hinten losfahren. Bei so vielen starken Autos vor ihnen kann in den ersten Stunden im Verkehr bereits viel wertvolle Zeit verloren gehen, die dann nur durch richtiges Chaos im weiteren Rennverlauf wieder aufzuholen wäre.

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