Perfektes Wetter erlebten die zwölf schnellsten GT3-Piloten im Finale des Top-Qualifyings bei den 24h Nürburgring 2026. Im zweiründigen Showdown bei fast perfekten Bedingungen und Sonnenschein liefern die Lamborghinis vom Team Abt ein kleines Schock-Ergebnis ab - mit einer beeindruckenden Vorstellung stürmten beide Autos in die erste Startreihe. Der Scherer-Audi und der Verstappen-Mercedes scheiterten knapp.

Der Pole-Setter: Luca Engstler war es, der in der zweiten und letzten Runde die Pole schließlich zugunsten des Abt-Lamborghinis mit der Nummer 84 (zusammen mit Bortolotti/Niederhauser) mi einer 8:11,123 an sich riss. Doch schon auf der ersten Runde hatte sich abgezeichnet, dass der Lamborghini im Top-Qualifying 2026 das tonangebende Auto sein würde.

Marco Mapelli hatte nach der ersten Runde im zweiten Abt-Lambo (#130 mit Catsburg/Yelloly) anfangs in Führung gelegen. Auf seiner zweiten Runde war er 0,345 Sekunden langsamer als Engstler, sorgte damit aber für eine Lamborghini-Doppel-Pole. Ein durchaus respektabler Konrad-Lamborghini mit Maximilian Paul am Steuer war zeitweise auf P2 gelegen, am Ende schaffte er immer noch einen sechsten Platz.

Verstappen-Mercedes landet in Reihe 2, Manthey & BMW hadern

Das restliche Ergebnis: In die zweite Reihe fuhr aber als letzter Mann auf der Strecke Christopher Haase im Scherer-Audi #16 (mit Sims/Green). Nur 8 Zehntel fehlten ihm auf die Pole. Die zweite Startreihe komplettierte schließlich Daniel Juncadella im Verstappen-Mercedes #3 (mit Verstappen/Gounon/Auer). Die Top-4 trennten gerade einmal 0,882 Sekunden.

Verstappen hatte an Top-Q3 nicht mehr teilnehmen dürfen, weil sein Team Winward ihn schon am Vormittag in Top-Q2 eingesetzt hatte, um das Auto für das Pole-Shootout zu qualifizieren. Aus gleichem Grund war auch Kevin Estre deshalb nicht mehr für Top-Q3 zugelassen. Thomas Preining pilotierte stattdessen den Manthey-Porsche #911.

Mit P8 und 2,816 Sekunden Rückstand war Preining nie wirklich im Spitzenkampf dabei. Die Titelverteidiger im BMW M4 GT3 #1 von Rowe sortierten sich noch hinter Manthey ein. Raffaele Marciello lag auf dem neunten Platz über drei Sekunden zurück.

24h Nürburgring 2026 - Ergebnis Top-12-Qualifying

P. Nr.TeamAutoTop-Q3-FahrerTeamkollegenZeit
184Red Bull Team ABTLamborghini Huracan GT3 EVO2Luca EngstlerMirko Bortolotti
Patric Niederhauser
8:11.123
2130Red Bull Team ABTLamborghini Huracan GT3 EVO2Marco MapelliNicky Catsburg
Nick Yelloly
+ 00.345
316Scherer Sport PHXAudi R8 LMS GT3 evo IIChristopher HaaseAlexander Sims
Ben Green
+ 00.861
43Winward
Verstappen Racing
Mercedes-AMG GT3Daniel JuncadellaMax Verstappen
Lucas Auer
Jules Gounon
+ 00.882
545REALIZE KONDO RACING
with Rinaldi
Ferrari 296 GT3 Evo26Thomas NeubauerDavid Perel
Dennis Marshall
Thierry Vermeulen
+ 01.098
67KonradLamborghini Huracan GT3 EVO2Maximilian PaulPatricija Stalidzane
Christian Engelhart
Pavel Lefterov
+ 01.133
764HRTFord Mustang GT3Frank StipplerArjun Maini
Fabio Scherer
David Schumacher
+ 02.553
8911MantheyPorsche 911 GT3 R Evo26Thomas PreiningKevin Estre
Ayhancan Güven
+ 02.816
91ROWE RacingBMW M4 GT3 EVORaffaele MarcielloAugusto Farfus
Jordan Pepper
Kelvin van der Linde
+ 03.133
1047KCMGMercedes-AMG GT3David PittardNirei Fukuzumi
Naoya Gamo
Jesse Krohn
+ 03.504
1134WalkenhorstAston Martin Vantage GT3 EVONicki ThiimChristian Krognes
Mattia Drudi
Felipe Fernandez Laser
+ 04.127
1267HRTFord Mustang GT3 EVOFrederic VervischDennis Olsen
Christopher Mies
Frank Stippler
+ 05.021

Erste 24h-Nürburgring-Pole für Lamborghini

Für Lamborghini ist das Ergebnis in diesem Qualifying mit Sicherheit beeindruckend. Jahrelang hatten die Italiener dieses Rennen kaum beachtet, erst in den letzten Jahren war die Präsenz dank dem Team Abt gewachsen. Es ist die erste Pole beim Eifel-Klassiker für Lamborghini, und auch für Luca Engstler ist es das erste Mal, dass er sich über die Glickenhaus-Trophäe freuen darf.

"Erst einmal ein großer Dank ans Team und an die Fahrer, ich glaube die haben das perfekt umgesetzt, schon beginnend mit dem Quali-Rennen", lobt Abts Nürburgring-Einsatzleiter Martin Tomczyk. "Was das Team die Wochen vor dem 24h-Rennen geleistet hat, war herausragend. Dementsprechend ist es umso schöner, wenn man dem Team auch dann mit so einer Doppel-Pole was zurückgeben kann."

Engstler schließt sich an: "Das Projekt hat vor einigen Jahren begonnen. Die Pace hatten wir immer, aber wir brachten es nie über die Linie. Letztes Jahr sind wir 40 Minuten vor dem Ende ausgefallen. Jetzt Pole zu holen ist toll. Das zeigt, wie hart alle arbeiten."

Nun gilt es eben aber auch, das alles für das Rennen umzusetzen. Dieses startet am Sonntag um 15:00 Uhr. Natürlich dann live im Stream und im Ticker auch auf Motorsport-Magazin.com.