Formel 1

Formel 1, Vettel: Speed entscheidet WM-Titel 2018, nicht Fehler

Sebastian Vettel geht mit 24 Punkten Rückstand auf Lewis Hamilton in die F1-Rückrunde 2018. Muss er mit dem Risiko zurückschrauben? Vettel meint nein.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Aus der Sommerpause hat Sebastian Vettel wenig Überraschendes zu berichten. "Ich habe versucht, etwas runterzukommen und habe viel Zeit zu Hause verbracht. Es war mal schön, nicht in den Flieger zu müssen", berichtete der Ferrari-Pilot am Donnerstag des Belgien GP 2018 in Spa.

Die Flug-Aversion hat Titelrivale Lewis Hamilton sicherlich nicht. Der Mercedes-Pilot jettete in den drei Wochen zwischen Ungarn und Belgien einmal mehr um die Welt. Es ist ein Titelkampf zwischen Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Vor dem Rückrundenauftakt hat Hamilton die Nase vorne. In der WM trennen Vettel und Hamilton keine Welten, aber immerhin 24 Punkte. "Er hat mehr Punkte, also muss er irgendetwas besser gemacht haben", kommentiert Vettel nüchtern.

Gewinnt Hamilton Formel-1-Titel 2018 ohne Risiko?

Es scheint, als hätte Ferrari über die Formel-1-Saison 2018 hinweg das insgesamt bessere Auto gehabt, Mercedes - vor allem Lewis Hamilton - aber mehr Punkte geholt. Vettel sieht es ein wenig anders, wie er Motorsport-Magazin.com verriet: "Ich denke, wir haben mehr oder weniger geschafft, das Maximum herauszuholen, der einzige Bock war Hockenheim."

Doch schon in Baku verlor Vettel wichtige Punkte wegen eines Verbremsers, als er eine Siegchance witterte. In Frankeich kostete ihn eine selbst verursachte Startkollision mit Valtteri Bottas punkte, in Österreich die mangelnde Kommunikation mit dem Team drei Startplätze.

In Frankreich kostete Vettel eine Kollision mit Bottas Punkte - Foto: Sutton

Vettel selbst sieht hier aber nicht den großen Gegensatz zu Lewis Hamilton, der sich 2018 aus allem rauszuhalten scheint. "Es ist nicht so, als hätte ich etwas Übermütiges oder etwas Waghalsiges gemacht. In Hockenheim war ich sehr vorsichtig, nur vielleicht nicht vorsichtig genug."

Will Vettel also in der zweiten Saisonhälfte nicht etwas zurückhaltender zu Werke gehen? "Schwamm drüber, es bringt nichts. Wir werden das Resultat [Hockenheim] nicht mehr ändern, ich kann das Rennen nicht noch einmal fahren und die Sachskurve nicht noch einmal anbremsen. Es bringt nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen - ich glaube, dass am Ende der Speed entscheidend sein wird."

Der Faktor Performance ist es, der Vettel letztendlich optimistisch stimmt: "Wenn wir den Speed so halten wie in den letzten Rennen vor der Sommerpause und dann noch bessere Rennen liefern als die anderen, dann haben wir es in der eigenen Hand."

Vettel geht in Spa mit neuem Motor auf Hamilton-Jagd

Schon in Spa soll die Aufholjagd beginnen. "Auf ähnlichen Strecken war das Auto schnell", erinnert sich Vettel. Tatsächlich wäre ein Highspeed-Kurs vor nicht allzu langer Zeit noch eine Angststrecke für Ferrari gewesen, der SF71-H scheint aber inzwischen mit allen Charakteristika zurechtzukommen.

Ein Faktor ist dabei der Motor. Spätestens seit der letzten Ausbaustufe, die Vettel beim Kanada GP erhielt, gilt der Ferrari-Antrieb zumindest im Qualifying-Trimm als Klassenprimus. In Spa erhält Vettel einen neuen Motor, den aus seiner Sicht hoffentlich letzten für die Formel-1-Saison 2018 - andernfalls sind Strafen fällig.

Eine große Leistungsexplosion vom neuen Aggregat verspricht sich der vierfache Formel-1-Weltmeister nicht. "Ich glaube, es ist eher so, dass Spa eine Motorenstrecke ist und da hat man gerne einen frischen Motor", so Vettel. Vettel erhält einen neuen Verbrennungsmotor samt Turbolader und MGU-H, bei den übrigen Elementen befindet er sich bereits am Limit. Titelrivale Lewis Hamilton hat ebenfalls noch einen Motorenjoker, der Brite darf sogar noch eine neue MGU-K einsetzen.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter