Formel 1

Formel 1, nach Unfall: Dr. Marko nimmt Max Verstappen in Schutz

Max Verstappen crashte im Silverstone-Training. Dr. Helmut Marko nimmt es gelassen - Red Bull ist ohnehin wieder meilenweit von Ferrari und Mercedes weg.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Wenn sich Geschichte wiederholt, gewinnt Red Bull den Großbritannien GP 2018 in Silverstone. Schon in Österreich erlebten die Bullen einen durchwachsenen Freitag, waren im Training meilenweit von der Konkurrenz entfernt - und gewannen das Rennen am Ende. Auch in Silverstone sah es in den Trainings alles andere als rosig aus.

Max Verstappen crashte im 2. Freien Training früh, konnte anschließend nicht mehr auf die Strecke gehen. "Der Schaden war zu groß", so Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko. Auch das Getriebe nahm bei dem Unfall Schaden, allerdings hatte Verstappen ohnehin nur das Freitagsgetriebe eingebaut, das schon am Vormittag streikte. Dabei handelte es sich allerdings nur um ein Sensorproblem.

Nachdem sich Verstappen an den letzten Wochenenden rehabilitierte, ist der erneute Unfall Wind auf die Mühlen der Kritiker. Marko nimmt es allerdings gelassen: "Er war vielleicht eine Spur zu schnell für die erste Runde, aber der Unfall als solches ist kurios", so Marko zu Motorsport-Magazin.com.

"Die Reifen waren vielleicht noch nicht richtig auf Temperatur, das Auto kommt quer und er korrigiert", erklärt Marko. "Das Auto ist schon wieder stabilisiert und plötzlich kommt der Snap, den er nicht mehr korrigieren konnte - wie bei einem Motorradunfall."

Red Bull in Silverstone desillusioniert: Sind konstant langsam

Verstappen selbst erklärt den Unfall pragmatisch: "Ich wollte auf dem harten Reifen zu schnell sein." Der Niederländer kann dem ganzen sogar etwas Positives abgewinnen: "Ich habe zumindest noch zwei Sätze Softs übrig."

Durch den Unfall verlor nicht nur Verstappen wertvolle Trainingszeit, sondern auch das Team. Teamkollege Daniel Ricciardo musste sich alleine um die Longruns kümmern, ein Vergleich verschiedener Flügel fiel dadurch flach.

Doch all das ist nicht Red Bulls größtes Problem: Viel mehr Sorgenfalten bekommt Marko beim Blick auf die Pace. Ricciardo landete am Ende mit fast neun Zehntelsekunden Rückstand auf Rang fünf. "Wir sind konstant: Konstant langsam im Longrun, konstant langsam auf eine Runde, konstant langsam auf Medium und konstant langsam auf Soft", so Marko sarkastisch. Doch war das in Österreich nicht auch schon der Fall? "Da hatten wir nicht so eine Konstanz..."

Red Bulls Problem ist, das man nicht nur auf den Geraden viel Zeit verliert, sondern auch in den Kurven nichts gutmachen kann. "Uns fehlt wohl Abtrieb", so Markos erste Analyse. "Wir müssen noch drastischere Setup-Änderungen vornehmen als schon in Österreich."

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Wetter macht Red Bull wenig Hoffnung: Hitze in Silverstone schon am Limit

Auf den Faktor Wetter kann Red Bull in Silverstone nicht bauen, denn schon am Freitag kletterte das Quecksilber auf rekordverdächtige Werte. Der Asphalt wurde am Nachmittag mit 51 Grad Celsius gemessen. In Spielberg fand das Training bei kühlen Temperaturen statt, im Rennen stiegen die Temperaturen drastisch. "Viel kann hier nicht mehr kommen", bedauert Marko.

Die Hoffnung auf gute Rennpace hat der Doktor verloren: "Wenn du eine Sekunde im Longrun hinten bist, ist das eine andere Welt. Da ist die Grundsatzeinstellung falsch." Daniel Ricciardo hat das Rennen noch nicht ganz abgeschrieben: "Wir waren nicht schnell genug, der Abstand zu Ferrari und Mercedes ist groß. Aber bei diesen untypischen Bedingungen hier wird es im Rennen der Schlüssel sein, die Reifen am Leben zu halten. Vielleicht schwingt das Pendel dann in unsere Richtung."


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