Formel 1

Formel 1, Verstappen bleibt bei P3 brav: Bottas nur geküsst

Max Verstappen meldete sich in Montreal mit einem dritten Platz zurück. Der Red-Bull-Pilot blieb sauber, obschon es mit Valtteri Bottas zweimal eng wurde.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Neben Sieger Sebastian Vettel bewies beim siebten Rennen zu Formel-1-Saison 2018 in Montreal auch Red-Bull-Pilot Max Verstappen wieder seine Qualitäten als einer der schnellsten Piloten im Feld. Nachdem die vorherigen Rennwochenenden jeweils von Fehlern und Pleiten gespickt waren, lieferte der Niederländer neben seinem zweiten Podestplatz in dieser Saison auch ein blitzsauberes Wochenende ab.

Verstappen legte zunächst mit einem absoluten Raketenstart los und war in der ersten Kurve drauf und dran, Valtteri Bottas die zweite Position abzuknüpfen. Schnell zeigte sich: Der 20-Jährige agierte ehrgeizig wie eh und jeh, war dabei aber weniger aggressiv als zuletzt und ließ Bottas Platz. "Wir haben uns ein bisschen berührt", so der Mercedes-Pilot nach dem Rennen in der Pressekonferenz, woraufhin Verstappen mit einem Schmunzeln entgegnet: "War doch nur ein Kuss."

Nach den ursprünglich angedrohten Kopfnüssen gab es von Mad Max also Zärtlichkeiten für die Konkurrenz. Die Folge dessen war, dass Bottas seinen Platz hielt und Verstappen auf dem Hypersoft-Reifen versuchte weiter Druck auf den Mercedes-Piloten auszuüben. Der Reifenvorteil verpuffte jedoch schnell. "Mit dem Hypersoft war es am Anfang schwierig", so Verstappen, der nach kurzer Zeit abreißen lassen musste und auf Pirellis weichstem Reifen nicht ganz die 20 Runden schaffte, die vor dem Rennen angepeilt waren.

Verstappen scheitert knapp an Bottas: Platz drei trotzdem zufriedenstellend

In der 16. Runde steuerte Verstappen seine Crew zum Reifenwechsel an. "Wir mussten früh stoppen, denn die Hypersofts waren ziemlich fertig", erklärt er. Auf dem zweiten Stint mit dem härtesten Compound stellte Verstappen dann abermals die Qualitäten des RB14 unter Beweis. "Nachher auf dem Supersoft haben wir es gut gemanagt und am Ende kam ich immer näher an Valtteri heran", sagt er.

Im Ziel war Verstappen auf einer Zehntel am Finnen dran, obwohl er zwischenzeitlich deutlich über fünf Sekunden hinter diesem gelegen hatte. "Ich klemmte mich hinter ihn und ich denke, er ist etwas früher vom Gas gegangen während ich einfach voll drauf blieb. So war es auf der Linie wirklich sehr eng", so Verstappen. Sein Gegner hatte sich bei seiner Jagd auf Leader Sebastian Vettel jedoch ein ganz anderes Problem eingefangen.

"Mir ging das Benzin aus", entgegnet Bottas Verstappen. "Ah okay, dann hattest du Glück", lacht Verstappen, der es dennoch als schwierig empfunden hätte, einen Weg vorbei zu finden. "Selbst mit dem Benzinproblem oder was auch immer er hatte, wäre es hart geworden zu überholen. Es war hier sehr knifflig auf unter einer Sekunde dranzubleiben, aber ich gab alles." Der verpasste zweite Platz schmerzt Verstappen nicht: "Das ganze Wochenende war positiv für das Team. Es hat alles toll funktioniert und hier Dritter zu sein, damit bin ich sehr zufrieden."

Max Verstappen sorgte auch bei der Teamführung von Red Bull für Erleichterung - Foto: Red Bull

Red Bull hofft auf Verstappen-Serie und noch mehr Performance

Zufrieden war mit ihm seit langer Zeit auch die Teamführung wieder, wie Teamchef Christian Horner am Mikrofon von Sky UK erklärte: "Max hat ein absolut sauberes Wochenende gezeigt. Er war in jeder Session sehr schnell, hat das Rennen sehr gut gemanagt und auf die Reifen aufgepasst. Das ist gut für sein Selbstvertrauen und hoffentlich ist das für ihn der Beginn einer Serie."

Generell macht der Aufschwung seit Monaco Red Bull viel Mut. "Wir müssen mehr Performance aus dem Auto holen, idealerweise aus dem Motor. Für das Chassis haben wir schon mehr in der Pipeline. Das Auto funktioniert im Moment toll und performt auf einem unglaublich hohen Level", so Horner weiter.


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