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Formel 1, Fahrer-Ranking: Daniel Ricciardo ist Mister Monaco

An Daniel Ricciardo kam im Fahrer-Ranking von Monaco niemand vorbei. Lance Stroll ist der krasse Gegensatz: Er kam an niemandem vorbei. Die Härtefälle.

Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo gewann den Formel 1 GP von Monaco 2018 in bester Ayrton-Senna-Manier. Der Red-Bull-Pilot dominierte von Anfang bis Ende jede Session und trotzte im Rennen selbst einem technischen Defekt. Der erste Schritt zum neuen Mr. Monaco? Im Fahrer-Ranking blieb er jedenfalls genau so sauber wie am Rennwochenende.

Auf der anderen Seite sorgten die üblichen Verdächtigen, allen voran Max Verstappen, wieder einmal für hochgezogene Augenbrauen. Doch war Red Bulls Sorgenkind wirklich das schwärzeste Schaf? Die MSM-Redaktion sieht noch einen härteren Fall - und ist mit den Usern ausnahmsweise sogar mal einer Meinung!

Im Schatten des australischen Strahlemanns glänzten im anspruchsvollen Leitplankenkanal Monte Carlos aber auch noch ein paar andere Piloten. Wer waren die heimlichen Sieger beim sechsten Saisonrennen, die sich in den Dienst ihrer Teams stellten oder mit unterlegenem Material ihre Chefs genau so stolz machten wie Ricciardo Red Bull? Motorsport-Magazin.com geht dieser Frage auf die Grund und fühlt allen 20 Piloten - gemeinsam mit euch Lesern - auf den Zahn.

Fahrer-Ranking Monaco 2018: MSM-Bewertungen im Detail

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Ricciardo Ricciardo Ricciardo
2 Ocon Ocon Ocon
3 Hamilton Vettel Vettel
4 Vettel Gasly Leclerc
5 Alonso Hamilton Hamilton
6 Sirotkin Leclerc Alonso
7 Gasly Alonso Räikkönen
8 Leclerc Bottas Gasly
9 Räikkönen Räikkönen Bottas
10 Bottas Sirotkin Sainz
11 Sainz Hülkenberg Hülkenberg
12 Hülkenberg Sainz Sirotkin
13 Perez Ericsson Perez
14 Grosjean Perez Ericsson
15 Vandoorne Vandoorne Magnussen
16 Magnussen Hartley Grosjean
17 Ericsson Magnussen Verstappen
18 Hartley Grosjean Vandoorne
19 Verstappen Verstappen Hartley
20 Stroll Stroll Stroll

F1-Fahrer-Ranking Monaco GP: Härtefälle der Redaktion

Florian Becker: Daniel Ricciardo lieferte in Monaco die bisher beste Performance seiner Formel-1-Karriere ab. Wie schon 2016 bewies der Australier auf dem wohl anspruchsvollsten Kurs im Kalender eine Extraklasse, die ihn für den Rest der Welt unantastbar machte. Der Lohn war die Wiedergutmachung für den damals so bitter verlorenen Sieg. Der Konkurrenz fiel es schwer, angesichts dieser Darbietung selbst in irgendeiner Weise zu glänzen. Ein paar Fahrer schafften es dennoch aus dem Schatten Ricciardos hervorzutreten. Andere wiederum hatten selbst einen Schatten...

Positiver Härtefall: Sergey Sirotkin
Zugegeben, Ricciardo war schon vergriffen. Dennoch war Sergey Sirotkin für mich eine positive Überraschung, die es verdient hat erwähnt zu werden. Bei seinem ersten Auftritt in Monaco war er dem vermeintlichen Teamleader Lance Stroll weit überlegen. Im Qualifying fuhr er im Q1 auf Platz acht - eine halbe Sekunde schneller als Stroll, der wieder im ersten Segment K.o. ging. Im Rennen war Sirotkin bis zum Absitzen seiner durch das Team verschuldeten Zeitstrafe in der siebten Runde stark unterwegs, lag als Zwölfter gleich hinter Nico Hülkenberg. Da kann man ihm fast glauben, dass Punkte in Monaco drin gewesen wären.

Negativer Härtefall: Brendon Hartley
Mit jedem Rennwochenende verspielt Toro-Rosso-Pilot Brendon Hartley seine zweite Chance im Kader von Red Bull ein bisschen mehr. Der Neuseeländer bekam auch in Monaco keinen Fuß auf den Boden. Teamkollege Pierre Gasly zeigte mit dem Einzug ins Q3 und einem starken achten Platz im Rennen auf. Hartley hingegen flog im Q1 raus und kollidierte am Sonntag schon in der Startphase mit einem Gegner. Zwar ohne schwerwiegende Konsequenzen, dennoch ist die Häufigkeit seiner Kontakte mit Autos und Streckenbegrenzungen nicht von der Hand zu weisen. Für seinen Ausfall konnte er zwar nichts, trotzdem war über ihn in Monaco letztendlich aber nichts Positives zu berichten.

Formel 1 2018: Monaco Grand Prix Analyse: (40:29 Min.)

Christian Menath: Dass Daniel Ricciardo Platz eins einnehmen muss ist so klar wie das Wasser des Red Bull Pools. Eine unglaubliche Leistung, für die er eigentlich doppelte Punkte verdient hätte. Gegen ihn konnte die Konkurrenz nur im Schatten stehen. Trotzdem gibt es auch noch andere Härtefälle.

Positiver Härtefall: Lewis Hamilton
Hamilton blieb am Monaco Wochenende unauffällig. Bis auf die Qualifikationssession. Dort zeigte er, warum er der König der einen Runde ist. Der Mercedes konnte nicht mit dem Ferrari mithalten - und trotzdem setzte er Vettel unter Druck. Fast hätte es auch gereicht. Nach den Problemen im Vorjahr konnte sich Hamilton in Monaco wieder rehabilitieren.

Negativer Härtefall: Max Verstappen
Es ist schade um so viel Talent. Aber Verstappen zeigt in dieser Saison, dass er nicht WM-reif ist. Ich persönlich dachte nicht, dass es einen so schnellen Fahrer geben kann, der nicht komplett genug ist, um die WM zu fahren. Ich werde derzeit eines Besseren belehrt. Es ist aber nicht so einfach, wie viele denken. Man kann nicht einfach bewusst Performance für Sicherheit opfern - dann würde Verstappen seine Einzigartigkeit verlieren. Er muss schlichtweg noch etwas reifen, diese Dinge müssen ihm ins Blut übergehen. Die Diffusionsgeschwindigkeit ist offenbar das Problem.

Jonas Fehling: Die Nummer eins in Monte Carlo kann nur einer sein: Daniel Ricciardo (s.u.). Doch es gab in Monaco noch eine ganze Reihe anderer Piloten, die richtig Eindruck hinterließen - positiv wie negativ. Fangen wir mit dem schönen Teil an: Esteban Ocon, Charles Leclerc und Pierre Gasly - allesamt hatten sie ihre Teamkollegen im Griff, überzeugten sowohl in Qualifying als auch Rennen mit Pace und der in Monaco so wichtigen Besonnenheit. Negativ: Insbesondere Lance Stroll mit einem Katastrophen-Wochenende, aber auch Brendon Hartley mit Zwischenfällen und mittelprächtiger Pace zugleich sowie Stoffel Vandoorne, dessen Fehlerlosigkeit (mal wieder) viel zu sehr zulasten der Performance ging.

Positiver Härtefall: Daniel Ricciardo
Alter Verwalter, was für eine Meisterleistung. Und Verwalter ist hier wörtlich zu nehmen. Wie der Honeybadger seine Führung bis ins Ziel vor Vettel behauptet hat - und das ohne 163 Zusatz-PS der MGU-K, dafür mit Bremsproblemen, mit noch mehr Lift and Coast als sowieso schon nötig - verdient einfach nichts als das Prädikat Meisterklasse. Damit nicht einmal genug: Noch dazu ergatterte Ricciardo in Monaco doch tatsächlich jede einzelne Sessionbestzeit - ohne je auch nur den kleinsten Fehler zu machen. Von beidem - Pace und Präzision - sollte sich Max Verstappen dieses Mal eine dicke Scheibe abschneiden.

Negativer Härtefall: Lance Stroll
Totalausfall mal wieder beim Kanadier. Gleich mehrere Punkte sprechen in Monaco gegen Stroll. Zunächst die Pace. Teamkollege Sirotkin hatte ganz klar Oberwasser im Fürstentum, kam trotz Williams-Boliden sogar in Q2. Stroll wurde Vorletzter, sechs Zehntel langsamer. Dann ein unnötiger Unfall im Rennen. Einfach dem Sauber von Ericsson hinten draufknallen? Geht gar nicht. Vollkommen unnötige Aktion, zurecht bestraft mit Frontflügel-Schrott und Reifenschaden. Unkrönender Abschluss: Auch noch im Funk herummaulen, dass das selbstverschuldete Leid am Ende des Feldes doch gar keinen Sinn mehr macht.

Formel 1, Fahrer-Ranking Monaco: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Ricciardo 1 1 1
2 Vettel 3.33 2 2.67
3 Ocon 2 6 4
4 Hamilton 4.33 5 4.67
5 Gasly 6.33 7 6.67
6 Alonso 6 9 7.5
7 Hülkenberg 11.33 4 7.67
8 Räikkönen 8.33 10 9.165
9 Sainz 11 8 9.5
10 Leclerc 6 15 10.5
11 Verstappen 18.33 3 10.67
12 Sirotkin 9.33 14 11.67
13 Bottas 9 16 12.5
14 Perez 13.33 12 12.67
15 Ericsson 14.66 11 12.83
16 Magnussen 16 13 14.5
17 Vandoorne 16 17 16.5
18 Grosjean 16 18 17
19 Hartley 17.66 19 18.33
20 Stroll 20 20 20

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Fahrer-Ranking: Video, Tabelle, Bilderserie & MSM-Härtefälle

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden. Auch einen Unterhaltungsfaktor haben wir in petto: Unsere Erklärung liefern wir, so es die Reiseumstände zulassen, on top auch im Video. Per Bilderserie beleuchten wir außerdem nochmals jeden Fahrer einzeln im Detail.


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