Formel 1

Formel 1 Barcelona, Vettel sagt Sorry: Wir, nicht Reifen schuld

Sebastian Vettel kritisierte in Barcelona die Spezial-Reifen scharf. Beim Test nach dem GP fuhr er auf den normalen Reifen - und sah seinen Fehler ein.
von Christian Menath
Formel 1 Spanien 2018: Ferrari - Spiegel, Reifen & Strategie: (10:49 Min.)

Sebastian Vettel löste mit seinen Kommentaren über die extra-dünnen Pirelli-Reifen in Barcelona große Diskussionen aus. Formel-1-Lieferant Pirelli brachte ausnahmsweise Reifen mit 0,4 Millimeter dünneren Laufflächen, nachdem der Automobilweltverband die Änderung abgesegnet hatte.

Nachdem Ferrari am Wochenende nicht konkurrenzfähig war und erstmals in der Saison 2018 nicht mit um den Sieg kämpfen konnte, kritisierte Vettel die Spezial-Reifen. "Man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass die Reifen härter werden, wenn man sie dünner macht", sagte er in Richtung Pirelli.

Am Dienstag nach dem GP stieg Vettel beim Test in Barcelona wieder in den Ferrari - und revidierte anschließend seine Meinung: "Normalerweise hat man die Möglichkeit nicht, das danach noch zu vergleichen. Aber das habe ich heute gemacht. Das Ergebnis ist: Wenn wir am Sonntag im Rennen normale Reifen gehabt hätten, wäre es noch schlechter gewesen."

Der viermalige Formel-1-Weltmeister gab sich selbstkritisch: "Es war die richtige Entscheidung [,die Reifen mit dünner Lauffläche zu bringen]. Es war unsere Schuld, dass wir nicht den gleichen Verschleiß und die gleiche Abnutzung wie die anderen hatten." Bei den Testfahrten durften sich die Team ihre Reifensätze frei auswählen, durften Reifen mit normaler und dünner Lauffläche fahren.

Im Gegensatz zu den anderen Top-Teams konnte Vettel nicht mit einem Stopp durchfahren, musste deshalb einen zusätzlichen Stopp einlegen und landete deshalb am Ende nur auf Rang vier. Ohne einen zusätzlichen Reifenwechsel wäre er wahrscheinlich Zweiter geworden.

Vettel bei Test kurz im Kies

Den Testtag schloss Vettel mit 136 Runden und gut einer Zehntel Rückstand auf die Bestzeit von Max Verstappen auf Rang drei ab. Neue Teile gab es im Gegensatz zu Mercedes nicht. "Das Auto war so, wie es am Sonntag war", so Vettel.

Nur im letzten Sektor schien Vettel Probleme zu haben, besuchte einmal das Kiesbett und verpasste kurz zuvor auch schon die Schikane. "Aber ich war nur einen halben Meter im Kiesbett", so Vettel. "Ich hatte keine speziellen Probleme im letzten Sektor."

Interessant, weil viele den letzten Sektor als Monaco-Generalprobe ansehen. Doch bei Vettel ging es beim Test um andere Dinge: "Monaco ist so viel anders, das man hier nichts machen kann. Es ging um das vergangene Wochenende und was wir hätten machen können. Es ging darum, die globalen Schwächen des Autos zu verstehen, damit wir auf ähnlichen Strecken konkurrenzfähig sind. Wir gehen aber mit dem Wissen nach Monaco, ein gutes Auto zu haben."

Nachdem Ferrari an den letzten drei Rennwochenenden vor Spanien fast schon nach dem dominierenden Team aussah, kam für die Scuderia der Test genau zur rechten Zeit. "Für uns ist es wirklich gutes Timing, weil es ein schlechtes Wochenende für uns war", freute sich Vettel über seinen Einsatz. "Jetzt liegt es an uns: Wir haben einige Ideen, die wir umsetzen müssen." Am Mittwoch übernimmt Ferrari-Junior Antonio Givoinazzi das Cockpit.

Formel 1 Spanien 2018: Ferrari - Spiegel, Reifen & Strategie: (10:49 Min.)


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