Formel 1

3. Training in Barcelona nach heftigem Crash abgebrochen

Das 3. Training zum Spanien GP musste nach einem Unfall von Brendon Hartley abgebrochen werden. Hamilton Schnellster, Ärger für Verstappen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Das 3. Freie Training zum Spanien GP 2018 in Barcelona musste rund zwei Minuten vor dem eigentlichen Ende abgebrochen werden. Brendon Hartley verunfallte in Kurve neun, schlug seitlich mit dem Heck in die Reifenstapel ein (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle). Die Bestzeit holte sich Lewis Hamilton im Mercedes vor Teamkollege Valtteri Bottas. Allerdings war die Zeitenjagd durch den Abbruch nicht ganz repräsentativ.

Die Platzierungen: Hinter dem Mercedes-Duo reihte sich Sebastian Vettel mit rund drei Zehntel Rückstand im Ferrari ein. Kimi Räikkönen landete nur wenige Tausendstel hinter seinem Teamkollegen auf Rang vier. Etwas enttäuschend lief die Qualifying-Generalprobe für Red Bull: Daniel Ricciardo wurde nur Fünfter, Max Verstappen nach Technik-Problemen nur Zwölfter. Außerdem droht dem Niederländer noch Ärger von den Stewards (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle).

Haas bestätigte den starken Eindruck vom Freitag und war erneut Best of the Rest. Kevin Magnussen landete auf Rang sechs, Romain Grosjean auf Rang sieben. Carlos Sainz, Fernando Alonso und Pierre Gasly komplettierten die Top-10, die Nico Hülkenberg als Elfter knapp verpasste.

Die Zwischenfälle: Kurz vor Sessionende rote Flaggen. Toro-Rosso-Pilot Brendon Hartley flog heftig in der Highspeed-Kurve acht ab. Der Neuseeländer kam am Kurveneingang auf das Gras und verlor beim Einlenken schlagartig die Kontrolle. Er drehte sich durch das Kiesbett und schlug heftig mit der linken Hinterseite in den Reifenstapel ein.

Der Einschlag erfolgte offenbar mit über 28 G, so dass anschließend das Medical Car ausrücken musste und Hartley zu Checks ins Medical Center brachte. Dort gab es schnell das Okay der Ärzte. Allerdings droht - sollte das Team das Auto überhaupt rechtzeitig zum Qualifying wieder aufgebaut haben - eine Strafversetzung. Ab Samstagmorgen sind die Renngetriebe in den Autos verbaut.

Gegen Max Verstappen wird nach dem Training noch ermittelt. Der Red-Bull-Pilot verpasste die erste Kurve und musste geradeaus durch die asphaltierte Auslauffläche fahren. Eigentlich kein Problem, allerdings sortierte sich Verstappen nicht wieder ordnungsgemäß ein.

Vor dem Rennwochenende stellte Rennleiter Charlie Whiting klar, dass die Piloten in einem solchen Fall links an einem Poller vorbeifahren müssen und sich erst dann wieder in Kurve drei einordnen dürfen. Verstappen fuhr aber rechts am Poller vorbei und wieder zurück auf die Strecke.

Für einen kleinen Zwischenfall sorgte auch Lance Stroll. Wie schon einige Piloten am Freitag hatte Probleme in Kurve vier und verlor beim Einlenken in die Rechtskurve die Kontrolle über seinen Williams, musste geradeaus durchs Kiesbett. Einen Einschlag wie Daniel Ricciardo im 1. Training konnte er vermeiden, Stroll kam aus eigener Kraft wieder zurück auf die Strecke. Auch Romain Grosjean war kurz auf Abwegen, auch er schaffte es jedoch aus eigener Kraft wieder zurück.

Und auch Sebastian Vettel kam nicht ganz ungeschoren aus dem Training heraus. Er hatte mit Carlos Sainz zu kämpfen, stand plötzlich dem Renault-Piloten im Weg. Er entschuldigte sich noch aus dem Cockpit, funkte anschließend an die Box und forderte bessere Kommunikation. Eine Untersuchung wurde nicht eingeleitet.

Die Technik: Kimi Räikkönen fuhr im 3. Freien Training mit einem neuen Motor. Die FIA bestätigte, was Ferrari bereits angekündigt hatte: Der Finne erhält für den Spanien GP einen neuen Verbrennungsmotor samt Turbolader und MGU-H. Eine Strafe gibt es an diesem Wochenende noch nicht, weil Räikkönen noch im erlaubten Kontingent bleibt. Angeblich handelt es sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme.


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