Formel 1

Formel 1 Baku: Leclerc holt bestes Sauber-Ergebnis seit Jahren

Ferrari-Junior Charles Leclerc lässt beim Formel-1-Rennen in Baku zum ersten Mal auch in der F1 so richtig sein Talent aufblitzen. P6 im Alfa Romeo Sauber!
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Charles Leclerc macht Pierre Gasly und dessen viertem Platz in Bahrain harte Konkurrenz im Rennen um das bisherige Wunder der Formel-1-Saison 2018: Beim Aserbaidschan GP in Baku fuhr der Ferrari-Junior im Alfa Romeo Sauber C37 nach einem bärenstarken Wochenende sensationell auf Platz sechs.

"Es war ein unglaubliches Rennen - ich freue mich sehr über mein Resultat. Ich mag einfach Straßenkurse! Es war auf jeden Fall auch ein ereignisreiches Rennen, denn es gab einige Unfälle auf der Strecke. Das hat das Rennen umso spannender gemacht, und gleichzeitig eine zusätzliche Herausforderung geboten", freut sich Leclerc über das beste Sauber-Ergebnis seit dem Russland GP 2015. "Es ist ein außerordentlich tolles Gefühl, zum ersten Mal in der Formel 1 Punkte zu sammeln. Wir hatten echt eine tolle Pace, auf dem Supersoft war es richtig gut am Anfang"

Sauber mischt in Formel-1-WM 2018 voll mit

Deren waren es für Platz sechs gleich acht auf einen Streich. Zusammen mit Marcus Ericssons Zählern aus Bahrain kommt Sauber 2018 bereits auf zehn WM-Punkte, liegt damit in der Herstellerwertung voll im Rennen - nur ein Punkt hinter Haas, drei hinter Toro Rosso, sechs hinter Force India und genauso viele vor Williams.

"Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung dieses Wochenende. Seit Freitag haben wir eine konsistente und gute Performance. Charles hat heute seine ersten Punkte in der Formel 1 geholt, und das Rennen auf Platz 6 beendet. Er hatte gute Rundenzeiten und hat eine tolle Arbeit geleistet. Es war ein großer Schritt für ihn, und er kann auf seine Leistung stolz sein", lobt Teamchef Frédéric Vasseur.

Charles Leclerc schon im Qualifying on fire in Baku

Bereits im Qualfiying hatte Leclerc aufmerken lassen. Teamkollege Marcus Ericsson hatte der Monegasse locker im Griff, katapultierte sich sogar bis ins Q2, das er auf P14 beendete. Durch eine Strafversetzung gegen Renaults Nico Hülkenberg startete Leclerc den Aserbaidschan GP sogar von Rang 13 - und begann von dort, sofort weiter aufzuholen.

Nach einer Runde war Leclerc Zwölfter, nach drei Umläufen in den Top-10 angekommen. In Runde sieben ging es noch einen Platz nach vorne: P9. Nach elf Runden lag Leclerc dank Überholmanöver gegen Stroll und Hülkenberg-Unfall sogar schon auf Platz sieben. Zwei Runden später ging es durch den ersten Boxenstopp weiter vorne - Carlos Sainz - zum ersten Mal bis auf Rang sechs. Den musste er kurz darauf an den Ferrari von Kimi Räikkönen abtreten, bis zum Boxenstopp in Runde 24 blieb Leclerc darauf auf P7.

Sauber verliert an der Box, Safety Car bringt Punkte zurück

Bei dem Wechsel von Supersoft auf Soft verlor der Sauber-Fahrer durch den Boxenstopp allerdings wieder einige Position, lag gerade noch auf Punktekurs. Der Red-Bull-Crash und das folgende Safety Car retteten Leclerc jedoch, entschädigten durch die per Strategie eingebüßten Plätze. Sauber verpasste Leclerc für den Schlussspurt noch einmal den ultraweichen Reifen, sodass der Monegasse damit alle Mischungen einmal eingesetzt hatte und zwischen Sainz und Stroll einen sicheren siebten Platz ins Ziel zu schaukeln schien. Weil dann auch noch Valtteri Bottas ein Trümmerteil erwischte und ausschied wurde daraus sogar P6.

Teamkollege Marcus Ericsson beendete ein durchwachsenes Wochenende auf Platz elf. Nach der klaren Qualifying-Pleite handelte sich der Schwede gleich am Start das nächste Übel ein, kassierte für eine Kollision mit Kevin Magnussen zehn Sekunden Zeitstrafe, zwei Strafpunkte und einen beschädigten Sauber-Boliden, fiel auf den letzten Platz zurück. Damit reichte es nicht mehr zu Punkten, sondern lediglich Platz 11 von 13 Klassifizierten.

Marcus Ericsson in Baku langsamer und bestraft

"Es war ein schwieriges Rennen für mich, aber ich freue mich über mein Resultat - insbesondere, wenn man bedenkt, mit welchen Umständen ich zu kämpfen hatte", gibt sich der Schwede dennoch positiv. "Ich war zu Beginn des Rennens in einem kleinen Unfall verwickelt, wodurch mein Auto beschädigt wurde. Danach war es schwierig das Maximum aus dem Rennen herauszuholen."

Vor allem freue er sich aber für das Team. "Wir haben nun als Team zum zweiten Mal in dieser Saison Punkte gesammelt. Das ist sehr motivierend, und unser Potential wird immer besser erkennbar. Nun müssen wir weiterhin gute Arbeit leisten." Auch Charles Leclerc meint: Von Sauber kommt das Meiste erst noch. "Als Team sehen wir unser Potential, und wissen, wo unsere Stärken liegen. Ich bin sehr zufrieden und freue mich, auf diesem positiven Weg weiter zu machen", so der Monegasse.


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