Formel 1

Formel 1 China, Hülkenberg: Glück mit Safety Car? Hilfe unnötig

Nico Hülkenberg liefert in Shanghai ein starkes F1-Rennen. Renault profitiert aber vom Safety Car. Der Formel-1-Pilot meint: Hilfe hatte ich gar nicht nötig
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Nico Hülkenberg hat beim China GP in Shanghai an seine extrem starke Frühform in der Formel-1-Saison 2018 angeknüpft. Nach Platz sieben in Australien und P6 in Bahrain bestätigte der Renault-Pilot diese Leistungen auch beim dritten Saisonrennen. Wieder Platz sechs für den zweiten Deutschen im F1-Feld neben Sebastian Vettel.

Damit ist Hülkenberg gemeinsam mit dem Ferrari-Piloten, den Mercedes-Fahrern Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sowie McLaren-Routinier Fernando Alonso einer von nur noch fünf Piloten, die bislang in jedem Grand Prix der erst kurzen Saison gepunktet haben. Noch dazu gelang es Renault in China dank Hülkenberg, nicht nur im Qualifying, sondern auch im Rennen erstmals das beste Mittelfeld-Team zu stellen. In Australien hatten McLaren, in Bahrain Toro Rosso und Haas, den Franzosen noch den Schneid abgekauft.

Hülkenberg bügelt Sainz - Spanier erkennt: Muss jetzt hart arbeiten

"Das war echt eine unterhaltsame Nummer", berichtet Nico Hülkenberg in China. "Beim Start und in der ersten Runde schienen alle sehr wenig Grip zu haben, du bist die ganze Zeit nur gerutscht, hast Leute weit herausgedrückt, selbst wenn du es gar nicht beabsichtigt hast", schildert der WM-Siebte. "Der Grip war wirklich richtig schlecht." Ein indirektes Sorry an Ex-Kollege Sergio Perez, der sich darüber beschwert hatte.

Genauso der einmal mehr von Hülkenberg klar geschlagene aktuelle Teamkollege Carlos Sainz. "Ich hatte einen echt guten Start und bin vorgekommen, aber einer der Red Bull hat mich in der ersten Runde rausgedrückt, was mich einige Plätze gekostet und wieder hinter Nico geworfen hat", entschuldigt der Spanier seine neuerliche teaminterne Pleite. Die hatte jedoch schon mit einer klaren Niederlage im Qualifying begonnen. Deshalb erkennt auch Sainz: "Ich muss noch hart mit meinen Ingenieuren arbeiten, um volles Vertrauen zum Auto zu finden."

Nico Hülkenberg: Wäre auch ohne Safety Car davongezogen

Renault war in Shanghai wie die meisten in den Top Ten gestarteten Teams auf einer Zweistopp-Strategie unterwegs. "Wir mussten also die Reifen am Leben, aber gleichzeitig eine starke Pace halten. Das hat gut funktioniert", resümiert Hülkenberg. Glück sei der in China erstmals auch im Rennen eroberte Platz als Best of the Rest hinter den Spitzenteams nicht gewesen, auch wenn Hülkenberg seinen zweiten Stopp ideal und zeitsparend während des Safety Cars absolvierte.

"Das hat uns in die Karten gespielt und die Dinge leichter gemacht", sagt Hülkenberg. "Aber auch ohne das Safety Car hätten wir davonziehen können und wären vorne rausgekommen. Die Pace war heute gut und wir waren absolut an der Spitze des Mittelfelds. Also überhaupt kein schlechter Tag. Acht Punkte nehmen wir gerne mit."

Hülkenberg vs. Vettel: Deutsches Duell mit ungleichen Waffen

Glück sei einzig seine Platzierung vor Sebastian Vettel gewesen. "Das hatte einen guten Grund, denn er hatte wirklich alte Reifen und hat sich kurz vorher im Kampf mit Max gedreht. Das war also nicht echt", kommentiert Hülkenberg seinen überraschenden Sieg im Duell der beiden Deutschen in der Formel 1. Auch Sainz versuchte es kurz vor Rennende noch gegen Vettel, scheiterte jedoch. "Es war echt eng mit Vettel, noch eine Runde und ich hätte ihn gehabt", so Sainz. Zuvor hätten seine Reifen jedoch zu sehr im Verkehr gelitten.

"Alle anderen im Mittelfeld haben wir heute aber mit einer recht klaren Lücke geschlagen. Die Pace war gut. Aber wir müssen trotzdem unsere Hausaufgaben machen und das Auto verbessern", fordert Hülkenberg. "Das Paket ist ja gut und konkurrenzfähig für das Mittelfeld. Ganz klar. Aber für unseren Geschmack sind wir zu weit weg von den großen Teams. Der Abstand ist für meinen und auch den Geschmack des Teams zu groß", so Hülkenberg im Youtube-Channel der F1.

Hülkenberg sicher: Renault wenigstens im Mittelfeld kampfbereit

"Aber wir arbeiten sehr hart, um das zu schließen. Das Mittelfeld ist unglaublich eng mit Haas, mit McLaren. Da hängt es manchmal etwas von der Form oder Glück ab, wer vorne rauskommt, aber wir sind auf jeden Fall voll dabei und können sie herausfordern."


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