Formel 1

Formel 1, Tacheles von Jos Verstappen: Max muss mehr denken

Max Verstappens ungestümer Angriff auf Ferraris Sebastian Vettel beim F1-Rennen in Shanghai birgt weiter Diskussionsstoff. Jetzt kritisiert auch Papa Jos.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappens im Crash geendeter Überholversuch gegen Ferrari-Pilot Sebastian Vettel beim Formel-1-Rennen in China lieferte aus den Lagern von Red Bull und der Scuderia überraschend entspannte Reaktionen. Verstappen selbst zeigte sofort Einsicht, und damit eine noch weitgehend unbekannte Seite seiner Selbst, entschuldigte sich bei Vettel. Der akzeptierte mit einem Schulterklopfen, selbst am Boxenfunk verzichtete der WM-Leader auf derbe Flüche.

Härter ins Gericht mit dem Youngster gingen diverse Experten. Niki Lauda, Nico Rosberg und Alain Prost übten allein in Interviews bei Motorsport-Magazin.com scharfe Kritik an Verstappen. Von kapitalen Böcken und aggressiven Fehlschlägen war die Rede - immerhin hatte sich Verstappen in der erst kurz laufenden F1-Saison schon zuvor diverse Aussetzer geleistet.

Jos Verstappen: Fehleinschätzung, Max muss mehr nachdenken

Als nächster Kritiker reiht sich nun ausgerechnet Vater Jos Verstappen ein. "Der Überholversuch gegen Vettel war wirklich nicht nötig. Das war nicht möglich. Es war eine Fehleinschätzung", stellt Verstappen senior im niederländischen TV in der 'Ziggo's Peptalk Show' klar.

Der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher fordert von seinem Sohn mehr Rennintelligenz. "Zu manchen Gelegenheiten muss Max einfach mehr nachdenken. Ich möchte nicht, dass er seinen Fahrstil ändert. Er hat zwei Leute am Start überholt. Das hat er perfekt gemacht. Das ist genau das, was wir alle sehen wollen. Was wir aber nicht sehen wollen, sind solche Aktionen. Er muss es unter Kontrolle haben, er muss denken", so Jos Verstappen. Kurios: Red Bull hatte Verstappen nach einem starken Start noch gemahnt, jetzt nicht zu gierig zu werden …

Verstappen: Ich bin enttäuscht

Umsonst. Darüber werde er dem Red-Bull-Piloten daher noch sprechen, so Jos Verstappen. Wahnsinnig gemacht habe ihn sein Max jedoch nicht. "Aber ich bin enttäuscht", sagt Jos Verstappen. Zur ganz großen Schelte von Vater an Sohn soll es aber nicht kommen. Das sei nicht nötig: "Das vergangene Wochenende war sehr schmerzhaft, da müssen wir aber ganz normal drüber reden und analysieren, was passiert ist. Sowas kann nicht passieren. Er weiß es aber schon, da muss ich nicht viel sagen. Für ihn selbst ist es am schmerzhaftesten."

Sehr wohl zu sagen hatte der ehemalige Benetton- und Arrows-Fahrer unterdessen noch zu dem vorherigen Aufreger um Max Verstappen in Bahrain, die Kollision mit Lewis Hamilton. Hier sieht Jos keinen Fehler seines Nachwuchses.

Jos Verstappen kritisiert Presse: Max wird geschlachtet

"Daran war nichts falsch, ich halte das noch immer für ein gutes Manöver. Im Rückblick könnte man sagen, Max hätte Hamilton mehr Platz lassen sollen, aber Hamilton hätte das auch mit Max tun können. Deshalb ist es ein Rennunfall und so sind beide verantwortlich. Er muss mit seinem Red Bull außerdem mehr riskieren, denn sein Topspeed ist geringer als der des Mercedes", verteidigt Verstappen senior Verstappen junior.

"Es ist immer ein Risiko, aber ich kann ja nicht wie Bottas immer Zweiter werden", kommentierte Max Verstappen die Bahrain-Szene in Shanghai selbst.

Sauer stößt dem Niederländer die negative Presse auf. "Max wird unter der Lupe angesehen, auch wegen seines Alters. Wenn du das letzte Rennen anschaust, dann hat Alonso Vettel weit rausgedrückt, nicht nur ein bisschen. Max hat das zu einem geringeren Grad getan, aber trotzdem ist es das, worüber alle sprechen. Er hat Hamilton immerhin leben gelassen. Max wird von der Presse geschlachtet. Das ist nicht richtig."


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