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Formel 1, Niki Lauda feixt: Verstappen-Crash? Nur weiter so Max

Max Verstappens China-Unfall mit Ferraris Sebastian Vettel war das Thema nach dem F1-Rennen in China. Niki Lauda freut sich diebisch: Nur gut für Mercedes!
von Christian Menath & Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die Szene des Rennens beim China GP, dem dritten Lauf der Formel-1-Saison 2018, in Shanghai ereignete sich in Runde 43. Max Verstappen wagte in der Haarnadel eine ungestüme Attacke auf Sebastian Vettel. Es knallte. Red Bull und Ferrari kollidierten, drehten sich. Der Mercedes von Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen fuhren rechts und links einfach vorbei.

Verstappen und Vettel brachte der Unfall fast um alles, ihre Rennen waren zerstört. Im Fall Vettels, weil sein Ferrari zu beschädigt war, um noch mehr als P8 zu ermöglichen. Im Fall Verstappens, weil er a) zu viel Zeit verloren hatte, um noch in den Kampf um das Podium einzugreifen, und b) eine Strafe von zehn Sekunden kassierte. Der große Profiteur: Mercedes. Bottas war safe auf P2, Hamilton gewann P4 kampflos zurück, dankte Verstappen schon für die unfreiwillige Hilfe im WM-Kampf gegen Vettel.

Lauda tadelt Verstappen: So aggressiv gewinnst du nicht

Ganz ähnlich sieht es Niki Lauda, als Motorsport-Magazin.com den Chefaufseher der Silberpfeile nach dem Rennen in China trifft. Anders als die - angesichts der insgesamt in Shanghai durchgängig fehlenden Pace - meisten bei Mercedes ist Lauda nicht zu Tode betrübt, macht einen auf locker, gute Laune.

Vor allem als es um das Thema Max Verstappen geht. Auch für Lauda die Szene des Rennens. "Der Vettel-Unfall war nur seine Schuld. Für mich unverständlich. Mit dieser Aggressivität wird er keine Rennen gewinnen", sagt Lauda im Interview. Erst recht keine Weltmeistertitel, schiebt der Österreicher nach. "Er hat ja schon drei Rennen glaube ich gehabt, mit aggressiven Fehlschlägen, sagen wir mal so."

Niki Lauda scherzt: Soll Verstappen die Konkurrenz nur abräumen

Ähnlich äußert sich auch Nico Rosberg im MSM-Interview. "Es waren jetzt drei Rennen und er hat ungefähr fünf kapitale Böcke geschossen", sagt der 32-jährige Weltmeister von 2016. Während Rosberg fordert, Verstappen müsse sich nun selbst mal selbst in Frage stellen, sieht Lauda diese Aufgabe bei anderen. Ins Gebet nehmen müsse man, also Red Bull, den Niederländer. "Ich mache das nicht", sagt Lauda lachend. "Er soll ruhig so weiterfahren, dann wird's nix", feixt er. Es sei doch ganz gut, wenn Verstappen fleißig die Konkurrenz abräume.

Die Zeitstrafe von zehn Sekunden sei aus seiner Sicht genau das richtige Maß - auch wenn Verstappen Mercedes-Fahrer Hamilton statt Ferrari-Pilot Vettel abgeräumt hätte. "Das ist eine Standard-Regel", sagt Lauda. "Das ist normal für sowas, da wird kein Unterschied gemacht. Da wird keiner gemacht, grundsätzlich."

Lauda mahnt: Müssen den Mercedes auf Vordermann bringen

Doch was ist nun mit der mangelnden Mercedes-Pace in China? So sehr auf die leichte Schulter nehmen kann ein Niki Lauda die doch nicht, oder? Nicht wirklich zumindest. "Natürlich haben wir mehr erhofft, weil hier, das ist eigentlich Mercedes-Land", sagt Lauda. "Wir müssen jetzt hart an uns arbeiten, um das ganze Auto auf Vordermann zu bringen", stellt Lauda letztlich klar.

Allerdings zollt der Mercedes-Mann der Konkurrenz auch höchsten Respekt. "Red Bull kann man eigentlich nur gratulieren mit der Strategie und dem Speed, den die da drin gehabt haben. Unglaublich und einmalig eigentlich", lobt Lauda. Die Niederlage gegen die Bullen sieht Lauda nicht als das große Problem. "Bottas ist ein sehr gutes Rennen gefahren, am Schluss konnte er sich logischerweise nicht mehr wehren", so Lauda mit Blick auf die unterschiedlichen Voraussetzungen in Sachen Reifen.

Lauda: Ferrari im Rennen im Griff, von Red Bull überrascht

Doch diese waren nur geschaffen worden, weil Red Bull in der Safety-Car-Phase cleverer agierte. Geschlafen hätte Mercedes aber nicht, verteidigt Lauda seinen Kommandostand. "Ich weiß nicht … beim Lewis hätten wir es probieren können, beim Bottas nicht, aber die Red Bull waren in der letzten Phase mit oder ohne Reifenwechsel unglaublich schnell, und die haben das Rennen deswegen gewonnen", gesteht Lauda schließlich doch eine auch insgesamt bessere Performance auf Seiten der Konkurrenz.

Jedoch nur der Konkurrenz aus seiner eigenen Heimat, nicht von Ferrari. Gegen die Scuderia sei die Mercedes-Rennpace konkurrenzfähig gewesen. Lauda: "Gegen Ferrari, die geistig unsere Erzfeinde waren, wäre meiner Meinung nach die Rechnung aufgegangen. Nur mit Red Bull, dass die jetzt so losgezogen sind, da habe ich nicht damit gerechnet."


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