Formel 1

Formel 1, Verstappen-Dreher in China: Wieder das Motor-Mapping

Zwischen Mercedes und Ferrari passte am Freitag in Shanghai kein Blatt Papier mehr. Red Bull war abgeschlagen. Max Verstappen abermals mit wildem Dreher.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Red Bull war beim Trainingsauftakt der Formel 1 für den Großen Preis von China 2018 klar die dritte Kraft. Während Mercedes und Ferrari sich vor allem am Nachmittag an der Spitze einen denkbar engen Schlagabtausch lieferten, verloren Daniel Ricciardo und Max Verstappen den Anschluss. Letzterer verlor im ersten Training auch zum wiederholten Male die Kontrolle über seinen RB14.

"Meine Reifen waren noch nicht ganz bereit, aber es war eine ähnliche Geschichte wie in Bahrain", so der 20-Jährige, der im 1. Freien Training kurz nach dem Scheitelpunkt der Zielkurve plötzlich das Heck seines Boliden verloren hatte und im Kiesbett gelandet war. Der Grund für das Power-Übersteuern soll wie schon im Q1 am vergangenen Samstag der Leistungsabgabe des Motors geschuldet gewesen sein.

Im Bahrain-Zeittraining sollte das Renault-Aggregat ersten Erklärungen nach völlig unvermittelt 150 zusätzliche PS abgegeben haben, die zum Dreher führten. "Ich habe das Mapping geändert und dann lief es im zweiten Training eigentlich ziemlich gut", erklärte Verstappen. Teamchef Christian Horner stellte gegenüber Autosport in Shanghai hingegen klar, dass die 150-PS-Theorie aber nicht ganz korrekt war.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem China GP: (06:23 Min.)

Viel mehr soll Verstappen die Leistungsabgabe des Motors nicht richtig dosiert haben."Sein Fuß hat, als er über den Kerb fuhr, einen Ausschlag gemacht. Das ist ziemlich offensichtlich", so Horner. "Das Hochschalten ist an der Stelle auch immer etwas holprig. Ich glaube, es war eine Kombination daraus. Er hat Vollgas gespusht, ging über den Kerb und dann kam das Pendeln im Fuß."

Renault untersuchte Verstappen-Dreher: Power Unit hat alles richtig gemacht

Renault untersuche die Daten von Verstappens Power Unit daraufhin und stellte fest, dass keine Unregelmäßigkeiten vorlagen. "Der Motor hat exakt das getan, wonach das Gaspedal verlangt hatte", sagte Renault-Boss Cyril Abiteboul bei Autosport. Sein Pilot Nico Hülkenberg hatte angesichts der Erklärung Verstappens schon in Bahrain geunkt.

"Ich würde gerne mal wissen, wo diese 150 PS herkommen. Hat er etwa einen Party Modus?", so der 30-jährige Werkspilot der Franzosen. "Ich habe das noch nicht erlebt. Es ändert sich von der einen auf die nächste Runde nicht einfach so. Das kommt mir alles sehr spanisch vor..." Abgesehen von dem kleinen Schnitzer am Vormittag war Verstappen mit seinem Freitag jedoch zufrieden.

Verstappen zuversichtlich: Können in China gut überholen

"Es lief gut. Besonders auf den Longruns war die Pace ziemlich gut, damit war ich glücklich", so der dreifache Grand-Prix-Sieger, der am Nachmittag mit dreieinhalb Zehnteln Rückstand auf Hamiltons Bestzeit den fünften Platz belegte. "Das Auto fühlt sich sehr gut an, aber auf den Shortruns können wir uns noch etwas verbessern." Teamkollege Ricciardo lag am Nachmittag mit einer Sekunde als Neunter weit abgeschlagen hinter der Spitze.

Beide Bullen hatten sich ihre großen Rückstände auf Mercedes und Ferrari trotz derselben Reifenmischung eingefangen. Der Australier bewahrt dennoch Ruhe. "Auf einer Runde waren wir mit dem Ultrasoft nicht schnell genug, aber wir wissen noch nicht wirklich, wo alle stehen", erklärte er. Verstappen sieht trotz des Defizits Potential für ein starkes Zeittraining.

"Selbst auf den Shortruns ist es hier nicht so schlecht gewesen. Es sieht nicht danach aus, als ob wir so weit weg sind", so der Niederländer, der im Rennen auf jeden Fall auf die Spitze schauen will."Wir müssen ein wirklich gutes Qualifying hinlegen. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, denke ich, dass wir im Rennen konkurrenzfähig sein werden. Auf dieser Rennstrecke kannst du überholen."


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