Formel 1

F1, Williams in Bahrain Letzter: Uns fehlt ein Felipe Massa

Williams-Pilot Lance Stroll geht beim zweiten Formel-1-Rennen 2018 in Bahrain als Letzter ins Rennen. Paddy Lowe gesteht: Youngster bringen Nachteile.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Williams hat beim Rennen der Formel 1 in Bahrain mit den Startpositionen 18 und 20 eine denkbar schlechte Ausgangslage. Nachdem Lance Stroll es in Australien mit Ach und Krach noch ins Q2 geschafft hatte, geht der Kanadier in der Wüste als Letzter in den Grand Prix. Das Fehlen eines Routiniers wie Felipe Massa macht sich beim Traditionsrennstall früh bemerkbar.

"Viele Dinge laufen schief", erklärte Stroll, nachdem er im zweiten gemeinsamen Qualifying erstmals Rookie-Teamkollege Sergey Sirotkin unterlag. Der Russe war zwar nur eine knappe Zehntel schneller, landete aber gleich zwei Positionen vor ihm. "Die Balance ist einfach nicht da. Der Grip ist nicht gut genug und wir müssen auch schneller sein. Wir brauchen von allem etwas, um konkurrenzfähiger zu sein", so Stroll weiter.

Williams' Technikchef Paddy Lowe glaubt, dass zumindest einer seiner beiden Piloten noch schneller hätte fahren können. "Sergey hätte auf seinem zweiten Run viel schneller gekonnt. Aber er hat ihn verloren, weil er bei den Vorbereitungen im Verkehr feststeckte. Wir hätten etwas bessere Zeiten fahren können", so der Brite, der nachschob: "Das beantwortet aber nicht unsere Probleme."

Williams in Bahrain ganz plötzlich Letzter

Das Team ist mit dem FW41 schlichtweg nicht da, wo es eigentlich sein will. Tatsächlich ist es nicht einmal mehr dort, wo es vor einigen Wochen noch war. "Die grundlegende Performance war beim Pre-Season-Test schon nicht so gut wie erhofft, aber von unseren Daten her waren wir zumindest das sechst- oder siebtbeste Team", so Lowe, der zähneknirschend akzeptieren muss, dass Williams in Bahrain die rote Laterne hat.

"Hier sind wir einfach ganz woanders, am Ende des Feldes. Ich verstehe es nicht. Wir haben kleine Fortschritte gemacht. Aber das war nicht einmal annähernd das, was wir gebraucht hätten, um unser Level von Melbourne zu wiederholen", erklärte er. Das Feedback der Fahrer lässt an Details missen, wie er gegenüber Motorsport-Magazin.com anfügte.

"Ich denke, es geht um Grip. Sie fühlen, dass das Auto nicht den Grip hat, den es in Melbourne hatte", so Lowe. Vergangene Saison war Lance Stroll noch der Rookie im Team, während an seiner Seite der erfahrene Felipe Massa dem Team zu einer echten Standortbestimmung verhalf.

Formel-1-Regeln - Strafen: So wird die Startaufstellung gemacht: (01:37 Min.)

Lowe: Junge Fahrer machen es Williams schwieriger

Das Fehlen des Routiniers macht sich nun bemerkbar, wie Lowe unumwunden einräumte: "Das stimmt wohl. Die ganze Sache mit der Standorbestimmung des neuen Autos und dazu haben wir zwei relativ junge Fahrer, einer davon noch ein Rookie. Das macht es schwieriger als normal." Mit Robert Kubica hat das Team aber einen erfahrenen Entwicklungsfahrer an der Hand, der unter Umständen Abhilfe schaffen könnte.

Drei Freitagstrainings sind für den Polen 2018 geplant. Ihn angesichts der Probleme jedoch häufiger oder früher einzusetzen, ist für Lowe keine Option: "Ich denke, wir sind besser unterwegs, wenn wir Sergey im Auto lassen. Er braucht Zeit im Auto. Deshalb glaube ich nicht, dass das die richtige Richtung wäre."

Beim FW41 fielen schon bei den Präsentations-Renderings deutliche Unterschiede zum Vorgänger auf. War das Team bei der Entwicklung vielleicht etwas zu radikal? "Wir haben zu einem gewissen Grad unsere Aerodynamik-Philosophie geändert", so Lowe. Laut ihm könnte das die von Stroll bereits mehrfach angesprochenen Defizite auf den Geraden begründen: "Das würde etwas erklären, was unseren geringeren Topspeed angeht."

Für Barcelona hat Williams bereits in Melbourne ein größeres Update-Paket angekündigt. Lowe und seine Ingenieure werden jedoch schon in den kommenden Rennen Weiterentwicklungen bringen. "Wir haben etwas Großes, das kommt. Aber wir werden auch in den nächsten drei Rennen schon neue Teile sehen. Da ist ziemlich viel in der Pipeline", versicherte er.


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