Formel 1

Formel 1 Bahrain: Vettel holt Ferrari-Pole, Mercedes enttäuscht

Sebastian Vettel fährt im Bahrain-Qualifying auf die Pole Position. Der Ferrari-Pilot setzt sich gegen Räikkönen und Bottas durch. Verstappen crasht.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel heißt nach dem zweiten Qualifying der Formel-1-Saison 2018 der Pole-Sitter für den Grand Prix von Bahrain (am Sonntag ab 17:10 Uhr MEZ live im TV auf RTL, ORF, SRF und im Motorsport-Magazin.com Live-Ticker) gesichert. Der Ferrari-Pilot triumphierte über Teamkollege Kimi Räikkönen und das Mercedes-Duo. Red-Bull-Pilot Max Verstappen landete im Zeittraining in der Mauer.

Vettel legte im auf Supersoft-Reifen ausgetragenen Q3 die erste schnelle Runde der Favoriten vor. Der Heppenheimer wartete mit top Sektorenzeiten auf, ging in der letzten Kurve jedoch weit und verlor wichtige Hundertstel. So war Räikkönen eine knappe Zehntel schneller und lag nach den ersten Runs vor dem Teamkollegen an der Spitze. Hinter den beiden Ferraris folgten mit einem respektive zwei Zehnteln Rückstand Hamilton und Bottas. Ricciardo verlor als Fünfter eine weitere Zehntel.

Beim zweiten und entscheidenden Versuch eröffnete Bottas die schnellen Runden. Der Finne legte einen schnellsten ersten Sektor vor, doch Vettel war noch einmal anderthalb Hundertstel schneller. Während Bottas sich verbesserte, konnte Hamilton seinen letzten Schuss nicht umsetzen. Die Silberpfeile tauschten so die Positionen, Hamilton blieb als Vierter hinter Bottas. Der Weltmeister geht nach seiner aus dem Getriebewechsel resultierenden Startplatzstrafe damit am Sonntag nur als neunter ins Rennen.

An der Spitze sorgte Vettel ebenfalls für einen Tausch der roten Boliden. Im Gegensatz zum ersten Versuch beendete er die Runde ohne Schnitzer und schnappte sich mit 1:27.958 Minuten die Pole vor Räikkönen, der seine Zeit am Ende nicht verbessern konnte, aber knapp vor Bottas blieb. Ricciardo spielte mit vier Zehnteln Rückstand keine Rolle im Kampf um die Pole. Dahinter wurde es dafür noch einmal spannend.

Ocon, Hülkenberg und Magnussen ließen aufgrund ihrer Reifensituation den ersten Run aus. Das Trio befuhr den Bahrain International Circuit erst vier Minuten vor Schluss, als die Top-Piloten ihre ersten Versuche bereits hinter sich hatten. Gasly behauptete sich schlussendlich aber als Sechster und sorgte für die Toro-Rosso-Überraschung. Die Top-10 komplettierten Magnussen, Hülkenberg, Ocon und Sainz.

Qualifying in Bahrain: Das sagen Vettel, Räikkönen und Bottas

Sebastian Vettel: "Es war ziemlich heiß. Mit dem ersten Run in Q3 war ich sehr glücklich, aber dann habe ich es in der letzten Kurve weggeschmissen. Ich bin froh, dass ich den zweiten Run sauber hinbekommen habe. Ich wusste, dass ich in der letzten Kurve vom Kerb wegbleiben muss. Das Auto war das ganze Wochenende über ausgezeichnet, daher freue ich mich auf morgen. Wenn es macht, was du willst, ist das immer ein Genuss. In Australien war es mehr ein Kampf, das haben wir von gestern auf heute verbessert."

Kimi Räikkönen: "Alles andere als ideal, ich hatte im letzten Run Verkehr. Aber was soll ich da machen? Morgen ist die Hauptsache. Da werden wir die Punkte holen, oder halt auch nicht. Wir werden dann sehen, was wir ausrichten können. "

Valtteri Bottas: "Die Runden fühlten sich okay an, zum Ende hin wurden sie besser. Ich habe es mehr oder weniger zusammenbekommen. Die Jungs in den roten Autos waren einfach ein bisschen zu schnell. Wir können damit nicht glücklich sein, deshalb schauen wir auf morgen. Ich denke, es wird ein enges Rennen, auch mit dem Red Bull, Lewis und Max, die von hinten kommen."

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: Vettel geht im ersten Versuch in der letzte Kurve weit
Top-5: Vettel, Räikkönen, Bottas, Hamilton, Ricciardo

Q2 in Bahrain: McLaren geht K.o.

Das war Q2: Im Q2 fackelten die Piloten nicht lange. Bis auf Verstappen, der sich selbst eliminiert hatte, war sofort das ganze Feld auf der Strecke. Alle setzten in diesem Moment auf Supersoft, abgesehen von Hamilton. Den ersten Schlagabtausch entschied Vettel mit 1:28.341 Minuten für sich. Damit unterbot der Ferrari-Star die Pole-Zeit von Bottas aus dem Vorjahr um etwa vier Zehntel, womit er auch einen neuen Streckenrekord in Sakhir aufstellte.

Etwas mehr als eine Zehntel dahinter reihte sich Hamilton auf dem Soft-Reifen ein, dicht gefolgt von Räikkönen. Mit knapp über einer halben Sekunde Respektabstand folgten Ricciardo und Bottas. Überraschend stark war Gasly im Toro Rosso, der als Sechster die Form des Teams abermals bestätigte. Nach einer kurzen Ruhephase eröffnete Hülkenberg vier Minuten vor Schluss den zweiten Reigen. Dieses Mal setzte auch Hamilton auf Supersoft.

Vettel, Räikkönen und Ricciardo blieben in ihren Garagen, während Hamilton seine Runde auf der weichsten Mischung nicht in eine repräsentative Zeit umsetzte. Den Kampf um den Einzug ins Q3 entschieden hinter den Top-5 Hülkenberg, Sainz, Gasly und Ocon für sich. Damit waren Hartley, Perez, Alonso, Vandoorne sowie Verstappen ausgeschieden.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Perez meldete einen Leistungsverlust, konnte sein Q2 nach einem kurzen Boxenbesuch aber wieder aufnehmen
ausgeschieden: Hartley, Perez, Alonso, Vandoorne, Verstappen
Top-5: Vettel, Hamilton, Räikkönen, Bottas, Ricciardo

Q1 in Bahrain: Verstappen schmeißt sein Wochenende weg

Das war Q1: Das Zeittraining eröffneten mit Sauber, Williams und Toro Rosso die Teams aus den hinteren Gefilden. Erst nach wenigen Minuten machten sich mit den beiden Ferraris und Bottas die ersten Favoriten auf den Weg. Das Red-Bull-Duo und Hamilton warteten zunächst weiter ab. Den ersten Run entschied Räikkönen mit 1:28.951 Minuten für sich. Der Finne war wie seine beiden Verfolger Vettel und Bottas auf Soft-Reifen unterwegs. Verstappen, Hamilton und Ricciardo folgten dahinter auf Supersoft.

Diese Reihenfolge sollte sich auch nicht mehr ändern, denn nach rund einer Viertelstunde sorgte Verstappen für eine rote Flagge. Der Niederländer ging im ersten Kurvenkomplex etwas zu aggressiv zu Werke, verlor am Ausgang von Turn 2 das Heck und landete im Reifenstapel. Für den Red Bull mit der Startnummer 33 war das Qualifying damit schon nach dem ersten Segment beendet - und das, obwohl Verstappen mit seiner Zeit den Einzug ins Q2 schon längst in der Tasche hatte.

Mit nur noch fünfeinhalb Minuten auf der Uhr gaben die Offiziellen die Session noch einmal frei. Das Hauen und Stechen um den Einzug in das zweite Segment wurde durch diesen Umstand noch intensiver. Selbst Piloten wie Alonso und Grosjean waren zum Zeitpunkt von Verstappens Abflug noch nicht für das Q2 qualifiziert. So machte sich hinter den Top-6 noch einmal das gesamte Feld auf die Beine.

Feierabend war am Ende des Q1 abermals für die üblichen Verdächtigen von Sauber und Williams. Ericsson entschied den Kampf der Hinterbänkler für sich, gefolgt von Sirotkin und Leclerc. Die rote Laterne ging an Stroll, der seinem Rookie-Teamkollegen damit erstmals unterlag. Etwas überraschend schaffte als 16. auch Grosjean im Haas nicht mehr den Sprung ins Q2. Der Franzose verpasste die zweite Runde nur um Haaresbreite, nachdem er mit 1:30.530 Minuten dieselbe Rundenzeit wie Alonso gefahren hatte.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Hartley beschädigte bei einem kleinen Ausritt auf seiner ersten schnellen Runde den Frontflügel seines Toro Rossos.
Haas-Pilot Grosjean ruinierte sich mit einem Verbremser in Turn 1 einen Reifensatz.
Verstappen sorgte mit einem Abflug in Turn 2 für das Ende seiner Qualifikation und eine rote Flagge
ausgeschieden: Grosjean, Ericsson, Sirotkin, Leclerc, Stroll
Top-5: Räikkönen, Vettel, Bottas, Verstappen, Hamilton

Das Wetter: Das Wetter war in der Wüste Bahrains wie so oft eine klare Angelegenheit. Bei Außentemperaturen knapp unter 30 Grad Celsius und einer Asphaltoberfläche von 32 Grad waren die Bedingungen am Abend abermals perfekt. Wind und Sand, die einzigen äußeren Einflüsse die in Sakhir hin und wieder dazwischenfunken, bereiteten den F1-Piloten keine Probleme.

Die Strafen: Lewis Hamilton ist der einzige Pilot, der in der Startaufstellung für den Bahrain GP nicht auf dem von ihm herausgefahrenen Startplatz ins Rennen gehen darf. Für den Mercedes des Weltmeisters wurde bereits am Freitagabend ein Getriebewechsel verkündet. Die Startplatzstrafe von fünf Positionen sorgt dafür, dass er von Position 9 aus in den Grand Prix geht.

Die Analyse: Ferrari meldete sich nach der Qualifying-Klatsche von Melbourne in Bahrain eindrucksvoll zurück - und das in doppelter Hinsicht. Das Team triumphierte über die silberne Konkurrenz von Mercedes und Vettel revanchierte sich für die teaminterne Niederlage vom Auftakt bei Räikkönen. Offenbar ist auch der Party Mode der Scuderia nicht zu unterschätzen. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist Toro Rosso, die dank Gaslys sechstem Platz das erste Ausrufezeichen mit Honda setzten.


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