Formel 1

Formel 1, Alonso fantasiert trotz Platz 11 vom Kampf ganz vorne

McLaren verfehlte im Qualifying für Australien 2018 die Top-10. Enttäuschung? Bei Fernando Alonso keine Spur. Platz elf als Basis für fette WM-Punkte.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne landeten für McLaren beim ersten Qualifying der Saison 2018 in Australien auf den Rängen elf und zwölf. Auf den ersten Blick nicht das, was sich McLaren mit der neuen Renault-Partnerschaft ausgerechnet hat. Doch statt Frust versprühte das Team in Melbourne nur Zufriedenheit.

"Das ist ein sehr guter Start einer neuen Saison", fiel Alonsos Fazit nach dem Aus in Q2 doch etwas überraschend aus. Elfte Plätze und das Scheitern am Q3 hätten sich zu Honda-Zeiten noch ganz anders angehört. 2018 hingegen ist alles nur halb so wild. "Ich hätte natürlich auch in Q3 sein können. Aber ich bin glücklich damit, wo ich bin."

Der Grund, weshalb Alonso auf einmal so handzahm reagierte? Das Abschneiden in der Qualifikation kreidet er nicht dem MCL33 an. "Ich habe heute nur Platz elf verdient", erklärte er ohne Umschweife und redete sich die Welt weiter schön: "... was meiner Meinung nach immer noch ein gutes Ergebnis ist."

McLaren: Alonso über Potential glücklich, nicht über Position

McLarens Racing Director Eric Boullier erklärte die gute Laune seines Fahrers gegenüber Motorsport-Magazin.com folgendermaßen. "Nein, das ist nicht, wo wir sein wollen", revidierte er in gewisser Weise die Zufriedenheit des Teams mit dem Resultat. "Ich denke auch nicht, dass Fernando mit der elften Position glücklich ist."

Die gute Stimmung des Spaniers sei laut Boullier einem ganz anderen Umstand geschuldet: "Er ist glücklich über das Potential, das wir noch aus dem Auto herausholen können. Das ist der Punkt, wo er sich als glücklich bezeichnet." Wofür sich Alonso dafür nicht als glücklich bezeichnete, ist seine eigene Leistung.

Denn letztendlich soll er es gewesen sein, dem es nicht gelang, das Potential des Boliden umzusetzen. "Heute war unsere Position vielleicht etwas schlechter als das, was unser Auto eigentlich kann, weil wir aus der Runde nicht das Maximum geholt haben", gab er zu. "Es war definitiv mehr Zeit drin."

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Alonso: In Australien mit McLaren-Rennpace gegen Red Bull & Co.

Mehr drin sein soll auch im Rennen. Traditionell, so glaubt Alonso, ist McLaren am Sonntag sowieso besser aufgelegt. "Ich denke, die Rennpace ist etwas besser als die Qualifying-Pace, so wie wir es am Freitag immer gesehen haben", erinnerte er an die besseren Positionen des Teams in den Trainings.

Boullier zieht Zuversicht aus der Tatsache, dass Red Bull in den Trainings ebenfalls näher an Mercedes und Ferrari dran war. "Es ist ermutigend, dass die Teams vorne bei der Rennpace ebenbürtig waren. Zwischen Qualifying und Rennen ist ein großer Unterschied - auch in unserem Fall ist die Rennpace viel konkurrenzfähiger als die Quali-Pace", bekräftigte er.

"Die Punkte gibt es morgen und ich bin mir sicher, dass für uns richtig gute Punkte drin sind", so Alonsos Zielsetzung. Wer jetzt glaubt, dass er nur die Top-10-Platzierungen aus den Trainings beziehungsweise den Titel des 'best of the rest' ins Auge gefasst hat, irrt. Ein siebter oder achter Platz war damit nämlich nicht gemeint. "Hoffentlich besser", so die Ambitionen des 36-Jährigen.

Alonso glaubt nicht an Reifenvorteil, Hoffnung auf chaotischen Auftakt

Durch die Strafe für Bottas rückt Alonso in der Startaufstellung um eine Position auf, geht also von Platz zehn ins Rennen. Die gewagte Zielsetzung rührt aber von ganz woanders her. "Letztes Jahr gab es hier sieben Ausfälle. Ich erwarte nicht, dass von den neun Autos vor uns alle ins Ziel kommen", spekulierte er.

"Es gibt vor uns einige interessante Kämpfe. Wir müssen ruhig und fokussiert bleiben, das Rennen beenden. Mit der Performance die unser Auto hat, wird das gute Punkte geben. Aber wir müssen abliefert für dieses Resultat und ein perfektes Rennen", so Alonso weiter. Er ist außerdem der erste Pilot im Grid, der am Sonntag freie Reifenwahl für den ersten Stint hat.

Ein Vorteil? Nicht im Jahr 2018, wie Alonso meinte: "Die Reifen sind hier alle drei ziemlich okay. Der Abbau ist bei allen Mischungen sehr gering. Es ist nicht so, dass dir die freie Reifenwahl hier irgendeinen Vorteil gibt. Wir werden das aber natürlich analysieren, welcher der beste Startreifen ist und wann wir zum Stopp kommen wollen. Es wird aber kein Unterschied wie Tag und Nacht sein."


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