Formel 1

Formel 1 2018: Sauber zeigt ersten F1-Boliden mit Alfa Romeo

Sauber hat seinen ersten Formel-1-Boliden unter dem neuen Namen Alfa Romeo Sauber F1 Team enthüllt. So sieht der Sauber C37 mit viel Ferrari-Backing aus.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Das neu formierte Alfa Romeo Sauber F1 Team hat seinen Rennboliden für die Formel-1-Saison 2018 vorgestellt. Das Traditionsteam aus Hinwil in der Schweiz zeigte den neuen F1-Boliden, den Sauber C37, per Online-Launch.

Kurios: Schon eine halbe Stunde vor dem eigentlich anvisierten Launch-Termin um 12.30 Uhr ging - vermutlich versehentlich - ein Launch-Video auf dem Youtube-Kanal von Alfa Romeo online. Dieses war zwar schnell wieder gelöscht, aber nicht schnell genug für die internationale Presse. Damit war Sauber nach Haas, Williams und Red Bull der vierte Rennstall im Präsentationsmarathon 2018.

Alfa Romeo Sauber in rot-weiß und Halo-Aero

Der Sauber C37 für den arrivierten Schweden Marcus Ericsson und F1-Rookie sowie Ferrari-Junior Charles Leclerc kommt daher mit einer rot-weißen Lackierung. Diese sieht fast 1:1 aus wie die vom Präsentationsevent der neuen Kooperation Alfa/Sauber in Mailand im Dezember vergangenen Jahres. "Ich mag die neue Lackierung. Rot ist meine Lieblingsfarbe, deshalb freut mich das sehr. Ich mag das Design", sagt Leclerc. "Auf der Strecke dürfte der klare Kontrast von Weiß und dem Rot von Alfa Romeo klasse aussehen", ergänzt Ericsson.

In Sachen Technik integriert sich auch beim Sauber der Halo farblich harmonisch ins Chassis. Auffällig: Sauber hat bei der Fotoaufnahme den Cockpitschutz bereits mit einem Aero-Device versehen. Das gab es bei keinem der bisherigen Launches, aber schon beim Test in Abu Dhabi 2017 bei McLaren.

Die Airbox des Sauber C37 ist zweigeteilt. In der Mitte der zwei Lufteinlässe befindet sich eine recht breite Nase. Apropos Nase: Die Front des Saubers hat jetzt zwei Löcher seitlich des Knolls, was ein wenig an die Force Indias der vergangenen Jahre erinnert. Auch die Sidepods haben eine im Vergleich zum Vorgänger sichtbare Frischzellenkur erfahren.

Gibt Sauber mit dem C37 die rote Laterne ab?

Im Heck des Sauber C37 schnurrt, wie bereits länger bekannt, endlich wieder eine brandaktuelle Power Unit von Ferrari. Vorbei sind also die Zeiten veralteter Motorentechnik, die noch dazu keine Updates mehr erfährt. Das gepaart mit der neuen technischen, kommerziellen und strategischen Partnerschaft mit Alfa Romeo soll Sauber unter Führung von Teamchef Frederic Vasseur 2018 wieder deutlich stärker als zuletzt dastehen lassen.

Mit dem C37 will Sauber unbedingt wieder deutlich weiter vorne im Feld mitmischen als in den vergangenen Jahren als man den größten Teil der Zeit einzig teaminterne Fights zu bei den Schweizern zu sehen bekam. 2018 hofft Sauber wenigstens mit Haas und Toro Rosso auf Augenhöhe zu kämpfen, eventuell sogar regelmäßig in den Top-10 vorzudringen. Läuft alles ideal hält zumindest Sauber-Fahrer Ericsson sogar einen Angriff auf Force India und Renault für möglich.

Sauber-Technikchef: Aero-Konzept signifikant anders

"Wir haben in den letzten Monaten viel Arbeit und Energie in den C37 gesteckt. Deshalb ist es ein tolles Ereignis, heute das neue Auto präsentieren zu können", sagt Teamchef Frederic Vasseur. "Es ist großartig, den C37 der Motorsport-Welt heute vorzustellen. Der 2018er Bolide ist das Ergebnis von monatelanger, harter Arbeit eines jeden Einzelnen hier in Hinwil. Aus technischer Sicht ist die Philosophie des neuen Autos im Vergleich zum Vorgängermodell eine andere. Das aerodynamische Konzept hat sich signifikant geändert. Der C37 weist einige neue Besonderheiten auf", ergänzt der Technische Direktor Jörg Zander.

"Wir sind zuversichtlich, dass uns das neue Konzept mehr Möglichkeiten offeriert und uns so dabei hilft, Verbesserungen während der Saison erzielen zu können. Der 2018er Ferrari-Motor wird uns in Sachen Performance sicherlich auch zugutekommen. Wir hoffen, dass wir mit dem C37 Fortschritte erzielen werden und im Vergleich zur Saison 2017 konkurrenzfähiger sein werden."

Der Vorgänger: Der Sauber C36 aus der Formel-1-Saison 2017 entpuppte sich als klar schwächstes Auto. Lediglich fünf Punkte vermochte Pascal Wehrlein für das Team aus Hinwil zu erzielen, Teamkollege Marcus Ericsson gelang kein einziger. Insgesamt reichte es für Sauber damit nur zum abgeschlagenen letzten Platz in der Konstrukteurs-WM.

Schon 2016 hatte man mit dem C35 kaum besser abgeschnitten. Erst im vorletzten Rennen rettete sich Sauber mit den beiden einzigen WM-Punkten vor Manor Racing. 2017 sollte es dann eigentlich wieder nach vorne gehen, doch vor allem ein groß angekündigtes Update zur Mitte der Saison floppte völlig. Erst gegen Saisonende und nach der Trennung von Monisha Kaltenborn schien das Team wieder ganz langsam Land zu sehen, feilte zumindest Teile seines großen Rückstands auf die gesammelte Konkurrenz weg.

Technische Daten Alfa Romeo Sauber C37

Chassis Sauber Eigenentwicklung, Karbon-Monocoque mit Aluminium-Wabenkern
Vorderradaufhängung Karbon-Querlenker, Pushrod-Aufhängung
Hinterradaufhängung Karbon-Querlenker, Pullrod-Aufhängung
Bremsen Brembo Karbon-Bremsen
Breite 2,00 Meter
Höhe 0,95 Meter
Gewicht 733 kg (inkl. Fahrer und Schmierstoffe, exkl. Benzin)
Getriebe Ferrari, sequentielles Getriebe mit 8 Vorwärtsgängen + Rückwärtsgang, Karbon-Gehäuse

Technische Daten Motor

Bauart
Zylinder 6
Zylinderwinkel 90 Grad
Hubraum 1600 ccm
Bohrung 80 mm
Max. Drehzahl 15.000 U/min
Benzinfluss Max 100 kg/h ab 12.000 U/min
Aufladung Single-Turbo mit Elektro-Motor (MGU-H)
Energierückgewinnung
Kinetisch (MGU-K) Motor-Generator-Einheit an Kurbelwelle, max. 50.000 U/min
Thermisch (MGU-H) Motor-Generator-Einheit an Turbolader, max. 125.000 U/min
Leistung
Verbrennungsmotor über 700 PS
MGU-K 163 PS
Systemleisung über 950 PS
Gewicht
Gewicht 145 kg (inkl. Batterie)
Gewicht Batterie 20 - 25 kg

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