Formel 1

Formel 1 2018: FIA vereinfacht Gridstrafen-System

Das leidige Thema Gridstrafen in der Formel 1 wird für 2018 vereinfacht. Das beschloss der Weltmotorsportrat. Zudem gab es weitere Regel-Anpassungen.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Der FIA Weltmotorsportrat WMSC hat auf seiner Sitzung am Mittwoch einige Regelanpassungen für die Formel-1-Saison 2018 beschlossen. Die wichtigste Änderung betrifft dabei die Reihung der Startaufstellung nach diversen Strafen. Bislang musste ein kompliziertes System angewandt werden, um die Reihenfolge im Grid zu erstellen, sollten mehrere Fahrer Strafen etwa wegen des Einsatzes zu vieler Motorenteile erhalten haben.

Nun bringt die FIA mehr Ordnung in die Thematik. Sobald ein Fahrer künftig mehr als 15 Plätze Strafe kassiert, wird er automatisch ans Ende des Starterfeldes versetzt. Dies gilt also auch für den Polesitter, der sonst rein theoretisch noch von Rang 17, 18 oder 19 aus ins Rennen gehen könnte. Sollten mehrere Fahrer eine derartige Strafe kassieren, entscheidet der Zeitpunkt der Vergehen über die Startreihenfolge.

Zudem beschloss der WMSC eine Anpassung der Demofahrten, die die Teams in mindestens zwei Jahre alten Autos absolvieren dürfen. Diese Fahrten dürfen künftig eine Distanz von 50 Kilometern nicht überschreiten, zudem dürfen nur Reifen verwendet werden, die von Pirelli speziell für diesen Einsatz konzipiert wurden.

Davon losgelöst betrachtet werden Testfahrten der Teams, die auch als solche deklariert werden und ebenfalls in mindestens zwei Jahre alten Boliden ausgetragen werden dürfen. Dazu gehören etwa Testfahrten wie jene des Williams-Teams Mitte Oktober in Budapest, als sie Robert Kubica und Paul Di Resta jeweils einen Tag im 2014er Williams ihre Runden drehen ließen. Für diese Ausfahrten gilt künftig die Vorgabe, dass sie nur auf Strecken abgehalten werden dürfen, die von der FIA mit der Lizenz 1 oder 1T ausgestattet sind.

FIA beschneidet Öl-Verbrennung

Weiterhin wurde das Thema Ölverbrennung auf die Agenda gesetzt. In dieser Saison wurde vor allem Mercedes und Ferrari vorgeworfen, sie würden neben Benzin auch Öl verbrennen, um die Leistung zu steigern. Dies ist zwar verboten, aber für die Regelhüter kaum zu kontrollieren. Nun sollen nicht näher genannte Maßnahmen ergriffen werden, um ein solches Vorgehen zu unterbinden. Zudem soll eine detaillierte Öl-Spezifikation eingeführt werden.

Außerdem werden für die Batterien ein Mindestgewicht sowie ein Mindestvolumen vorgegeben. Nach den neuen Motorenregeln ab 2018 sind statt vier Batterien nur noch zwei für die gesamte Saison erlaubt. Ebenfalls interessant: der bislang strikte Wochenend-Zeitplan wurde offenbar aufgeweicht, um "die Flexibilität zu erhöhen", wie es heißt. Was genau das für die einzelnen Rennen bedeutet, bleibt abzuwarten. Des Weiteren wurden Anpassungen im Reglement beschlossen, sollte das Rennen hinter dem Safety Car gestartet oder beendet werden. Diese werden später veröffentlicht.


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