Formel 1

Formel-1-Zeugnis: Kevin Magnussens Saison-Fazit 2017

Kevin Magnussen bekam 2017 in der Formel 1 bei Haas eine neue Chance. Er lieferte ab, machte sich bei Konkurrenten wie Hülkenberg und Alonso aber unbeliebt.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2017 liegt hinter uns. Es war ein Jahrgang, der Geschichte geschrieben hat: Nicht nur die spektakulären neuen Autos haben für neue Rekorde gesorgt, auch die Piloten. Motorsport-Magazin.com nimmt alle Fahrer der abgelaufenen Saison unter die Lupe. Jeden Tag arbeiten wir uns in unserem Adventskalender in der WM-Tabelle einen Platz vor. Heute in der Zeugniskonferenz: Kevin Magnussen.

Steckbrief Kevin Magnussen

Karriere 2017
GP-Starts 60 20
Siege 0 0
Bestes Rennergebnis 2 7
Podien 1 0
Ø Rennplatzierung 12,7 11,47
Ausfälle 11 5
Schnellste Runden 0 0
Poles 0 0
Beste Startposition 4 11
Ø Position im Qualifying 13,5 15,35
Punkte 81 19

Die Qualifying-Performance 2017: Nachdem sich Magnussen 2016 bei Renault mit 12:9 gegen Jolyon Palmer durchsetzte, stand ihm mit Romain Grosjean bei Haas eine deutlich größere Herausforderung bevor. Das teaminterne Duell verlor er gegen den im Rennstall der US-Amerikaner etablierten Franzosen 2017 mit 12:7. Neun Mal war für Magnussen schon im Q1 Feierabend, elf Mal gelang ihm der Einzug ins Q2.

Während Grosjean stolze fünf Q3-Teilnahmen vorweisen kann, war 'K-MAG' neben dem Sauber-Duo der einzige permanente Fahrer, der es 2017 nicht ein einziges Mal in die letzte Runde des Zeittrainings schaffte. Seine beste Leistung war ein elfter Platz in Barcelona. Dank Grid-Penalties für die Konkurrenz ging er in Italien als Neunter ins Rennen, was vergangene Saison seine beste Startposition darstellte.

Die Renn-Performance 2017: Magnussen hätte auch Nico Hülkenbergs Teamkollege bei Renault werden können. Der Einjahresvertrag den ihm die Franzosen Ende 2016 anboten, reichte dem Dänen jedoch nicht. Mit Hülkenberg machte er 2017 trotzdem Bekanntschaft, allerdings nur in Konsequenz seines fragwürdigen Verhaltens im Zweikampf. In Ungarn entgegnete Magnussen dem deutschen Rivalen auf dessen Kritik vor laufenden Kameras mit "lutsch meine Eier".

Wenige Wochen später legte er sich in Malaysia mit Fernando Alonso an, der daraufhin im Boxenfunk mit den Worten "Hülkenberg hatte Recht" seine Kritik an Magnussens Fahrstil publik machte. Sportlich lief es für den 25-Jährigen mit 19 WM-Punkten nicht schlecht. Der siebte Platz beim Chaos-Rennen in Aserbaidschan war dabei seine beste Ausbeute.

Das sagt Kevin Magnussen selbst: "Ich kann nicht behaupten, unter den Fahrern besonders beliebt zu sein. Aber das muss ich auch nicht. Was für mich zählt sind die Resultate und die Entscheidungen der Rennleitung. Dieses Jahr wurde ich nur ein Mal für einen Vorfall auf der Strecke bestraft. Ich bin also gar nicht so schlimm."

Positiv aufgefallen: Magnussen konnte im Gegensatz zu seinem Vorgänger bei Haas, Esteban Gutierrez, mit Grosjean schritthalten.

Negativ aufgefallen: Im Zweikampf greift Magnussen regelmäßig auf dreckige Methoden zurück und drängt Konkurrenten vorsätzlich ab.

Soll erfüllt? Ja. Abgesehen von seiner Qualifying-Schwäche lässt sich Magnussen in Sachen Performance nicht viel vorwerfen. In den Rennen holte er die Punkte, die das Team von ihm erwartet hatte. Das Verhalten auf und abseits der Strecke steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

MSM-Note: 3


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