Formel 1

Formel-1-Zeugnis: Nico Hülkenbergs Saison-Fazit 2017

Für Renault bestritt Nico Hülkenberg seine erste Formel-1-Saison im Werksteam. Dort zeigte er überragende Leistungen in einem schlechten Auto. Der Rückblick
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2017 liegt hinter uns. Es war ein Jahrgang, der Geschichte geschrieben hat: Nicht nur die spektakulären neuen Autos haben für neue Rekorde gesorgt, auch die Piloten. Motorsport-Magazin.com nimmt alle Fahrer der abgelaufenen Saison unter die Lupe. Jeden Tag arbeiten wir uns in unserem Adventskalender in der WM-Tabelle einen Platz vor. Heute in der Zeugniskonferenz: Nico Hülkenberg.

Steckbrief Nico Hülkenberg

Karriere 2017
GP-Starts 135 20
Siege 0 0
Bestes Rennergebnis 4 6
Podien 0 0
Ø Rennplatzierung 11.4 12.4
Ausfälle 28 7
Schnellste Runden 2 0
Poles 1 0
Beste Startposition 1 5
Ø Position im Qualifying 10.1 9.55
Punkte 405 43

Die Qualifying-Performance 2017: In der Qualifikation zeigte Nico Hülkenberg trotz des mäßigen Materials von Renault eine starke Leistung. Mit einer Durchschnittsposition von 9,55 verbesserte er seinen Karriereschnitt sogar auf 10,1. Trotz drei starker Topteams erreichte er in dieser Saison sogar eine fünfte Startposition.

Im teaminternen Duell hatte der "Hulk", wie er von seinem Team genannt wird, klar die Nase vorn. Im Schnitt betrug sein Vorsprung auf den Teamkollegen sieben Zehntelsekunden und das, obwohl er die letzten Rennen mit Carlos Sainz einen deutlich stärkeren Konkurrenten als Jolyon Palmer hatte. In 18 von 20 Qualifikationen war Hülkenberg der besser platzierte Renault-Pilot. Zwölf Mal erreichte er den letzten Qualifikationsabschnitt.

Die Renn-Performance 2017: Im Rennen konnte Hülkenberg nicht immer an seine guten Qualifikationsleistungen anknüpfen. Viel Pech und einige Probleme mit der Technik kosteten ihn viele WM-Punkte. Sechs Ausfälle musste der 30-Jährige in seiner siebten Formel 1 hinnehmen, doch nur einer war selbst verschuldet. In Ungarn musste er sein Auto auch frühzeitig abstellen, wurde aber trotzdem noch gewertet.

Dennoch bewies er immer wieder, wie gut er als Fahrer eigentlich ist. Seine beste Leistung, einen sechsten Platz, also der beste Pilot hinter den Top-3-Teams holte er gleich viermal. Zudem fuhr er fast immer zumindest in der Nähe der Punkteränge, wenn er nicht sogar punktete. In den Rennen, in denen er ins Ziel kam und keine WM-Zähler sammelte, betrug sein Abstand auf Platz 10 im Schnitt nur etwas über 16 Sekunden.

Das sagt Nico Hülkenberg selbst: "Die sechste Position in der Meisterschaft ist gut für uns und wird im Winter ein moralischer Schub für das Team sein. Wir hatten in der zweiten Saisonhälfte ein gutes Paket, aber wir hatten im Saisonverlauf einige Probleme, daher ist es gut, die Saison mit einem positiven Ergebnis zu beenden."

Positiv aufgefallen: Fast die gesamte Saison fuhr Nico Hülkenberg stark. Bis zum 13. Rennen sammelte er im Alleingang die WM-Punkte für Renault und holte zumeist mehr aus dem Auto, als überhaupt möglich zu sein schien.

Negativ aufgefallen: Wirklich negativ aufgefallen ist Hülkenberg nie. Einzig seine Chancenverwertung und außergewöhnlichen Rennen könnte besser sein. Als er in Baku die besten Chancen auf sein erstes F1-Podium hatte, leistete er sich den einzigen großen Fehler in dieser Saison.

Soll erfüllt? In seiner ersten Saison bei einem Werksteam war für Nico Hülkenberg klar, dass er liefern muss. Und wie er geliefert hat. Jolyon Palmer, auf den Renault nach 2016 erneut setzte, wurde vom Deutschen in Grund und Boden gefahren und auch gegen Carlos Sainz setzte sich der "Hulk" durch.

MSM-Note 1


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