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Formel 1, eSports-Sieger verrät: So viel Training muss sein

Brendon Leigh hat die erste Formel 1 eSports Weltmeisterschaft gewonnen. Im Interview verrät der Brite, wie hart er wirklich trainieren musste.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Gratulation zum Titel bei der Formel 1 eSports Premiere! Nach einem Dreher warst du fast schon raus, hast dann aber die letzten Runden noch richtig angegast.
Brendon Leigh: Kurz vor Schluss lag ich noch zwei Sekunden zurück. Irgendwie habe ich es dann aber doch hinbekommen, noch etwas aus dem Hut zu zaubern und diese Sekunden zu finden und es geschafft, in der letzten Runde zu überholen. Das war ein unglaubliches Gefühl. Aber nach dem Rennen wusste ich zunächst nicht, ob ich gewonnen hatte oder nicht, weil noch Bestrafungen im Raum standen. Ich wusste nicht, ob Denoso gegen mich vorgehen würde oder nicht. Deshalb war ich zunächst etwas aufgebracht. Aber es war ohnehin ein wirklich guter Event und ich hatte eine tolle Zeit in Abu Dhabi.

Wie aufgebracht du warst, konnten die Zuschauer sehen. Dein Fingerzeig ist schon jetzt legendär. Was ging dir durch den Kopf, als du überholt hast und er abgekürzt hat?
Leigh: Was mir durch den Kopf ging war, dass er mir die Position wohl nicht zurückgeben würde. Es war die letzte Runde und ich hatte danach keine Chance mehr zu überholen. Ich dachte, er würde mir den Platz nicht zurückgeben und ich hätte dadurch meine einzige Chance verloren. Ich war mir auch nicht sicher, wie die Stewards es sehen würden. Aber großen Respekt an ihn, dass er mir die Position zurückgegeben hat. Das ist etwas, das nur ein Weltmeister machen würde. Er wird den Titel in der Zukunft sicher auch einmal gewinnen.

Was machst du, wenn du keine Onlinerennen fährst?
Leigh: Normalerweise versuche ich mich zu entspannen. In der Vorbereitung habe ich viel trainiert, aber ich denke, ich mache jetzt erst einmal eine Pause wenn ich nach Hause komme. Ich habe einige lange Wochen investiert, dorthin zu kommen wo ich jetzt bin.

Arbeitest du schon an etwas?
Leigh: Ich bewege mich zwischen zwei Jobs. Ich will jetzt aber einen anderen Karriereweg einschlagen. Es soll mehr in Richtung eSports gehen, sofern es genug Einkommen generieren kann, um meinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Vorher habe ich als Koch gearbeitet, aber mit den Arbeitszeiten hat mir das meine Aktivitäten im eSports nicht ermöglicht. Ich konnte also nicht beides machen, deshalb habe ich mich für eSports entschieden.

Wie intensiv trainierst du für die Competitions?
Leigh: Das Training hängt vom Wettbewerb ab. Wenn kein Wettbewerb ansteht, trainiere ich eigentlich nicht. Aber wenn einer bevorsteht, trainiere ich drei Stunden am Tag. Am Wochenende können es auch mal sieben sein.


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