Formel 1

Felipe Massa: Schumacher und Alonso in anderer Liga als Vettel

Felipe Massa trat in der Formel 1 gegen einige ihrer größten Fahrer an. Sein Fazit: Fernando Alonso und Michael Schumacher eine Nummer besser als Vettel.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Grand Prix von Abu Dhabi 2017 wird Felipe Massas letzter Auftritt in der Formel 1 sein. In 15 Jahren Königsklasse stand der Brasilianer mit den größten Fahrern unserer Zeit in einer Startaufstellung. Auf Michael Schumacher und Fernando Alonso traf er dabei sogar als Teamkollege. Die ehemaligen Ferrari-Stallgefährten sind für Massa auf einer Stufe, die nur wenige erreichen. Sebastian Vettel zählt für ihn beispielsweise nicht dazu.

"Fernando kommt an erster Stelle, das ist klar. Schumacher ist auf demselben Niveau, würde ich sagen", gibt Massa gegenüber der spanischen Sportzeitung AS die Top-5-Fahrer seiner Formel-1-Ära zum Besten. "Hamilton genauso", führt er auch den frischgebackenen viermaligen Weltmeister an, gegen den er 2008 knapp den Titel verlor und mit dem er in den Folgejahren auf der Rennstrecke hin und wieder unsanft aneinandergeriet.

Der andere Vierfach-Weltmeister im Feld zählt für ihn zwar auch dazu, doch Sebastian Vettel kann den drei erstgenannten Namen seiner Ansicht nach nicht ganz das Wasser reichen. "Dahinter kommt Vettel. Er ist auch ein großartiger Fahrer, aber er befindet sich auf einem niedrigeren Level", so die Einschätzung des 36-Jährigen. Dahinter reiht sich bei ihm bereits der Shooting Star der Formel 1 ein.

"Ich denke, dann kommt Verstappen - obwohl bei ihm noch etwas die Konstanz fehlt. Er hat Talent und Speed", sagt Massa über den dreimaligen Grand-Prix-Sieger, der spätestens seit 2017 vom gesamten Fahrerlager als einer der Top-Piloten im Feld angesehen wird. Nicht wenige erwarten, dass er schon kommendes Jahr im richtigen Auto ein Wörtchen um den Titel mitreden kann.

Massa glaubt nicht an WM-Chance für Fernando Alonso und McLaren Renault

Fernando Alonso soll dank der neuen Partnerschaft zwischen McLaren und Renault ab 2018 auch wieder in den Kampf an die Spitze eingreifen, so zumindest der Plan von Team und Fahrer. "Natürlich wird es etwas besser als dieses Jahr", so Massa, der allerdings nicht glaubt, dass es für seinen ehemaligen Garagen-Nachbarn so schnell wieder ganz nach vorne gehen wird.

"Sie können weiter vorne fahren, aber McLaren Renault wird nicht um die Weltmeisterschaft kämpfen", schätzt er die neue Kooperation noch nicht als stark genug ein, um Mercedes &. Co die Stirn zu bieten. Dass Alonso im Herbst seiner Karriere immer noch mit nur zwei WM-Titeln dasteht, fühlt sich für Massa nicht richtig an.

"Er hatte einfach nicht das richtige Auto, um zu gewinnen. Aber auch ohne wollte ihm das Wunder einfach nicht gelingen. Fernando hat mit Ferrari zwei Mal fast den Titel geholt, mit einem Auto, das eigentlich nicht gut genug für Rennsiege war. Zwei Weltmeisterschaften sind für einen Fahrer wie ihn zu wenig, das ist klar. Er ist einer der besten aller Zeiten."

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Hamilton: Habe in der Formel 1 nur von Alonso gelernt

Eine Lobeshymne auf Alonso gab es dieser Tage auch von Lewis Hamilton zu hören. Der Mercedes-Pilot wurde gefragt, inwiefern er sich in der Formel 1 dank seiner Teamkollegen weiterentwickelt habe. Hintergrund der Frage war, dass einige Beobachter glaubten, in Hamiltons diesjährigem Ansatz auch eine Prise Nico Rosberg gesehen zu haben.

"Nein. Null. Von den Teamkollegen mit denen ich bisher gefahren bin, konnte ich in der Regel nicht viel lernen", so der Brite. "Ich würde sagen, dass Fernando wahrscheinlich der einzige Teamkollege war, von dem ich wirklich etwas gelernt habe. Danach hatte ich nie mehr das Gefühl, etwas mitnehmen zu können", verweist Hamilton auf sein Debüt-Jahr 2007, in dem er an der Seite Alonsos für McLaren Mercedes startete.


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