Formel 1 - Silverstone-Trainings: Red Bull fordert Ferrari

Lassen Mercedes ihr Ding machen

Red Bulls Aufwärtstrend scheint sich auch beim Großbritannien GP fortzusetzen. Am Freitag waren Max Verstappen und Daniel Ricciardo auf Tuchfühlung mit Ferrari.
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Motorsport-Magazin.com - Wie schon vergangenes Jahr macht Red Bull auch in der Formel-1-Saison 2017 kurz vor der Sommerpause an Boden gut. Beim Trainingsauftrag zum Grand Prix von Großbritannien forderten Max Verstappen und Daniel Ricciardo erneut das Ferrari-Duo heraus. Am Nachmittag schlug die Scuderia zwar zurück, doch die Bullen halten einen Kampf gegen Vettel und Räikkönen in Silverstone durchaus für realistisch. Was Mercedes angeht, gibt man sich jedoch keinerlei Illusionen hin.

"Wenn wir alles richtig machen, können wir vielleicht Ferrari angreifen", zeigt sich Ricciardo nach dem starken Trainingsauftakt seines Teams zuversichtlich. Im 1. Freien Training lagen er und Teamkollege Verstappen geschlossen und obendrein deutlich vor dem Duo der Scuderia. Am Nachmittag wendete sich das Blatt zwar, doch der Australier ist davon überzeugt, dass Red Bull in Silverstone bisher in allen Bereichen gut aufgestellt ist: "Ich denke, auf einer Runde können wir Ferrari kriegen und das lässt sich vielleicht auch auf die Rennpace übertragen."

Mercedes war heute unglaublich schnell und normalerweise sind sie im Zeittraining noch schneller. Sie werden wohl die erste Startreihe klarmachen.
Daniel Ricciardo

Obwohl Verstappen Ricciardo in beiden Sessions etwa vier Zehntel abnahm und damit im zweiten Training deutlich näher an den Ferrari dran war, schätzt er das Kräfteverhältnis etwas anders ein. "Ich denke, sie waren definitiv noch etwas schneller", so der 19-Jährige, der in Großbritannien das Leistungsdefizit seiner Renault-Power-Unit besonders spürt. "Es ist immer noch eine Powerstrecke mit den Geraden und einige Kurven, die jetzt keine mehr sind. Ich wusste, dass es nichts Außergewöhnliches geben würde. Wir sind mehr oder weniger da wo wir hingehören."

In einem anderen Punkt sind sich die Red-Bull-Jungs allerdings einig. "Mercedes war heute unglaublich schnell und normalerweise sind sie im Zeittraining noch schneller. Sie werden wohl die erste Startreihe klarmachen", hält Ricciardo einen Kampf gegen die Silberpfeile für ausgeschlossen. "Wir lassen sie für den Moment ihr Ding machen." Verstappen pflichtete ihm bei: "Mercedes ist immer noch sehr schnell." Seine Prognose für das Qualifying lautet daher kurz und knapp "Fünfter."

Erster Test mit Vettel - Wie gut ist Shield?: (03:49 Min.)

Schwierige Bedingungen und kein optimales Gefühl

Der Fokus liegt bei Red Bull an diesem Wochenende also ganz klar auf Ferrari. Weshalb die Italiener am Nachmittag wieder die Oberhand gewannen, konnte Ricciardo schnell erklären. "Ich denke, sie haben sich am Nachmittag verbessert und unsere Fortschritt waren im Vergleich dazu einfach zu klein", so der Australier, der mit dem RB13 bereits bessere Tage erlebt hat: "Das Gefühl mit dem Auto war heute noch nicht so gut, wie es eigentlich sein könnte."

Sowohl bei den Short- als auch bei den Longruns waren wir nicht schnell genug.
Max Verstappen

Vor allem die wechselhaften Bedingungen machten dem Sieger des diesjährigen Aserbaidschan GP zu schaffen. "Es war sehr knifflig mit dem den Streckentemperaturen und dem Wind", erklärt er. In den schnellen Passagen hätte es ihn, wie einige seiner Konkurrenten, auch beinahe erwischt: "In Maggots und Becketts war es ein paar Mal richtig knapp. Es hat sich so angefühlt, als ob ein Seitenwind mich quer über die Strecke gefegt hätte."

Verstappen hatte ebenfalls das Gefühl, dass sein Auto in der zweiten Session bedeutend schlechter lag. "Die Balance war nicht so toll, ich habe mich im 1. Freien Training etwas besser gefühlt", so der Niederländer, der in allen Bereichen noch Verbesserungspotential sieht: "Sowohl bei den Short- als auch bei den Longruns waren wir nicht schnell genug." Der in den vergangenen Wochen so gebeutelte Verstappen musste sich beim Auftakt ins Wochenende aber zumindest nicht erneut mit unzuverlässiger Technik herumschlagen: "Bis jetzt gab es was das angeht keine Probleme. Darüber freue ich mich."


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