Formel 1

Horner rüffelt Sainz: Hinterlistige Kommentare gegenüber Red Bull

Christian Horner schiebt den Wechselgerüchten um Carlos Sainz einen Riegel vor: Red Bulls Vertrag mit dem Spanier sei fix und dessen Aussagen hinterlistig.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Carlos Sainz machte in Österreich unlängst deutlich, 2018 nicht erneut für Toro Rosso starten zu wollen. Nach drei Jahren in Red Bulls Juniorteam will der Spanier in seiner Formel-1-Karriere endlich den nächsten Schritt machen. Das Primärziel ist für ihn zwar immer noch der Aufstieg ins A-Team der Bullen, doch sollte es damit nicht klappen, wäre er auch Angeboten der Konkurrenz gegenüber durchaus zugetan. Red-Bull-Teamchef Christian Horner bezog nun Stellung und widersprach seinem Schützling vehement: Sainz stehe auch für 2018 bei Red Bull unter Vertrag wird dementsprechend erneut im Toro Rosso sitzen.

Ich weiß nicht, was er sich einbildet, wo er heute sonst wäre!
Christian Horner

"Wir haben die Option auf ihn gezogen, also steht er unter Vertrag", erklärt Horner gegenüber Sky Sports UK. Offiziell hatte Red Bull den Vertrag mit Sainz zuletzt im Juni 2016 per Option um weitere zwölf Monate verlängert. Doch auch dieses Jahr haben die Förderer des 22-Jährigen offenbar wieder rechtzeitig zugeschlagen, denn laut Horner hat Red Bull langfristig die Hand auf der Zukunft des Youngsters. "Wir haben für das nächste und das übernächste Jahr eine Option auf ihn, also wird er auch nächstes Jahr im Toro Rosso sitzen", stellt er klar

Darüber hinaus zeigte sich Horner außerdem wenig begeistert von Sainz' so offenherzig geäußerten Wechsel-Ambitionen und ging dafür hart mit diesem ins Gericht. "Man darf nicht vergessen, dass er die Möglichkeit in der Formel 1 nur bekommen hat, weil Red Bull in seinen Jahren als Nachwuchspilot in ihn investiert hat. Es ist etwas hinterlistig solche Kommentare von sich zu geben, wenn so viel in diese Jungs investiert wird, um ihnen diese Chance zu geben", poltert der Brite. "Ich weiß nicht, was er sich einbildet, wo er heute sonst wäre!"

Carlos Sainz will es Max Verstappen endlich gleichtun und in einem konkurrenzfähigen Auto sitzen - Foto: Sutton

Horner: Sainz bei Renault unwahrscheinlich

Sainz drängt bereits seit langer Zeit auf den Aufstieg in ein Top-Auto. Gerüchte um ein vermeintliches Interesse von Ferrari sowie direkte Interessenbekundungen von der Teamführung Renaults trugen zuletzt ihr Übriges dazu bei, die Spekulationen rund um die Zukunft des Spaniers anzuheizen. Die Verträge mit Red Bull sind laut Horner jedoch klar und auch eine Ausleihe an Renault stünde nicht zur Debatte: "Ich kann mir dieses Szenario nicht vorstellen."

Es würde keinen Sinn machen, ihn auszuleihen.
Christian Horner

Horner hat seine Zweifel, ob ein Wechsel zum Werksteam der Franzosen für Sainz wirklich den erhofften Karrieresprung mit sich bringen würde. "Toro Rosso liegt zum jetzigen Zeitpunkt vor Renault und macht einen guten Job. Es würde keinen Sinn machen, ihn auszuleihen", wiegelt er ab. Andererseits kann er seinem Piloten in naher Zukunft allerdings auch nicht den erhofften Aufstieg zu Red Bull in Aussicht stellen. Auch Verstappens momentane Pechsträhne ändere nichts: "Es macht hinsichtlich der Verträge keinen Unterschied."

Schlechte Nachrichten also für Sainz, denn am Line-Up der Bullen wird sich für 2018 aller Voraussicht nach nichts ändern. "Für uns ist sehr klar, wer nächstes Jahr fahren wird. Es werden dieselben Startnummern sein, die jetzt auf den Autos sind. Die Verträge sind klar und beide Fahrer sind für kommendes Jahr unter Vertrag. 100 %", so Horner.


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