Formel 1

1. Training in Österreich: Hamilton mit Streckenrekord, Vettel nur Vierter

Lewis Hamilton gewinnt den ersten Schlagabtausch beim Österreich GP gegen Sebastian Vettel deutlich. Streckenrekord für Mercedes, Dreher für Ferrari.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat den ersten kleinen Schlagabtausch auf der Strecke nach dem Baku-Zwischenfall deutlich für sich entschieden. Der Mercedes-Pilot fuhr im 1. Freien Training zum Österreich GP auf dem Red Bull Ring mit 1:05,975 Minuten nicht nur die schnellste Zeit der Trainingssitzung, sondern pulverisierte seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr um knapp drei Zehntelsekunden - auf Soft-Reifen, der härtesten Mischung, die an diesem Wochenende zum Einsatz kommt.

Entsprechend beunruhigt dürfte ob der Reifenmischung nach dem Trainingsauftakt Ferrari sein: Sebastian Vettel landete zwar auf Rang vier, allerdings hatte der Deutsche auf der Strecke mit der kürzesten Rundenzeit der Saison schon satte viereinhalb Zehntel Rückstand auf seinen Titelrivalen - und fuhr zudem schon mit den Supersoft-Pneus. Hamilton fuhr zwar zu Beginn des Trainings schon Ultrasoft, hatte aber bei seiner schnellsten Runde die Softs aufgeschnallt.

Die Platzierungen: Hinter Lewis Hamilton reihte sich ein überraschend starker Max Verstappen ein, der die zahlreichen niederländischen Fans in Österreich beglückte. Dem Red-Bull-Piloten fehlten am Ende nur zwei Zehntelsekunden auf Lewis Hamilton. Verstappen hatte allerdings wie die meisten Konkurrenten schon Supersoft am Auto. Hamiltons Teamkollege Vallteri Bottas (Supersoft) komplettierte die ersten drei mit bereits 0,370 Sekunden Rückstand.

Hinter Sebastian Vettel reihte sich mit Daniel Ricciardo (Supersoft) der zweite Red Bull ein. Kimi Räikkönen kam im zweiten Ferrari auf Rang sechs (Supersoft), gefolgt von einem überraschend starken Stoffel Vandoorne im McLaren-Honda, der allerdings seine Zeit von 1:07,283 Minuten auf den Ultrasofts fuhr. Daniil Kvyat (Supersoft), Fernando Alonso (Ultrasoft) und Esteban Ocon (Ultrasoft) komplettierten die Top-10.

Für Sebastian Vettel und Ferrari lief es noch nicht richtig rund - Foto: Sutton

Nico Hülkenberg durfte bei der ersten Trainingssitzung nur aus der Renault-Garage zusehen: Für ihn durfte der Russe Sergey Sirotkin ins Cockpit. Der Ersatzmann landete nur auf Rang 17, Jolyon Palmer im zweiten Renault beendete die Session auf P14. Hülkenbergs Ex-Teamkollege Sergio Perez ereilte das gleiche Schicksal: Er wurde bei Force India in FP1 vom Mexikaner Alfonso Celis ersetzt. Celis konnte nur die beiden Sauber hinter sich lassen und wurde 18.

Nach dem überraschenden Punktgewinn in Baku holt Sauber die Realität auf dem Red Bull Ring wieder ein: Mit mehr als drei Sekunden Rückstand wurde Pascal Wehrlein (Supersoft) 19. und konnte damit nur Teamkollege Marcus Ericsson (Soft) hinter sich lassen.

Die Zwischenfälle: Viel los beim Auftakt zum Österreich GP. Kimi Räikkönen sorgte mit einem Dreher in Kurve eins nach 25 Minuten für den ersten kleinen Zwischenfall. Der Finnen drehte sich mit beim Anbremsen, ruinierte sich dabei seinen Reifensatz komplett. Allerdings muss der erste Reifensatz ohnehin nach 40 Minuten zurückgegeben werden.

Nur fünf Minuten später tat es ihm Teamkollege Sebastian Vettel gleich: Vettel allerdings drehte sich nicht beim Anbremsen, sondern beim Rausbeschleunigen aus Kurve eins. Spektakulärer war Max Verstappens Ausritt: Der Niederländer verlor in Kurve sieben das Heck, rutschte ins Kiesbett und touchierte mit dem rechten Hinterrad den Reifenstapel. Glück: Abgesehen von einigen Kampfspuren an Felge und Reifen beschädigte Verstappen sein Auto dabei nicht. Später sorgte der Niederländer noch für einen etwas harmloseren Dreher.

Unter den zahlreichen weiteren kleinen Zwischenfällen war der von Romain Grosjean der besorgniserregendste: Der Haas-Pilot kam am Ausgang von Kurve neun (seit diesem Jahr die vorletzte Kurve) sehr weit raus und überfuhr den neu installierten gelben Baguette-Kerb äußerst unsanft. Dabei beschädigte er seinen linken Vorderreifen und musste mit einem Plattfuß zurück an die Box schleichen.

Die Technik: Wie üblich in dieser Saison gab es an fast allen Boliden kleinere Neuerungen. Ferrari überarbeitete beispielsweise den Unterboden etwas, verstärkte das komplexe Karbon-Konstrukt mit einem kleinen Metall-Teil.

Das Wetter: Perfekte Trainingsbedingungen auf dem Red Bull Ring. 25 Grad Luft- und 43 Grad Asphalttemperatur wurden während der ersten Trainingssession gemessen. Für den Nachmittag droht Regen.


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