Formel 1 - Bitter! Wehrlein fällt auch für China GP aus

Auch Bahrain auf der Kippe

Er hat es nicht rechtzeitig geschafft: Pascal Wehrlein muss auch beim Rennen in China zuschauen. Das Sauber-Renndebüt in Bahrain ist ebenfalls in der Schwebe.
von

Motorsport-Magazin.com - Ganz bitter für Pascal Wehrlein! Der Sauber-Pilot kann auch beim kommenden Rennen in China nicht an den Start gehen. Wehrlein wird in Shanghai ein weiteres Mal durch Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi ersetzt. Offenbar reicht sein Fitnesslevel in Folge des Unfalls beim Race of Champions noch immer nicht aus, um für eine Renndistanz ins Sauber-Cockpit zu steigen. Damit verpasst Wehrlein das zweite Rennen in Folge für seinen neuen Arbeitgeber.

"Das Wichtigste ist für mich, dass ich sehr hart und intensiv trainieren kann, um meine Leistung so schnell wie möglich hundertprozentig abrufen zu können", sagte Wehrlein. "So bin ich dann gut vorbereitet für meinen ersten vollumfänglichen Grand-Prix-Einsatz für das Sauber F1 Team. Ich hoffe, dass dies bereits in Bahrain der Fall sein wird. Spätestens für den Großen Preis von Russland sollte ich aber wieder in bester körperlicher Verfassung sein."

Bahrain auf der Kippe

Eigentlich wollten Sauber und Wehrlein den Freitag in Shanghai abwarten und schauen, ob der 22-Jährige bereit ist für einen Einsatz. Nun kam die definitive Absage bereits am Montag vor dem Rennwochenende. Möglich, dass Wehrlein auch das dritte Rennen verpasst - der Bahrain Grand Prix findet nur eine Woche nach China statt. Wenig Zeit für Wehrlein, nach seinem Crash und den daraus resultierenden Folgen schnellstmöglich wieder auf Kurs zu kommen.

Wird Wehrlein auch für den Bahrain Grand Prix nicht rechtzeitig fit, müsste er sein Renndebüt für Sauber auf das Russland-Rennen Ende April verschieben. So oder so ein herber Rückschlag für das deutsche Talent, das mit Sauber den nächsten Schritt auf der Formel-1-Karriereleiter unternehmen wollte.

Stattdessen muss er erneut zuschauen, wie Ersatzmann Giovinazzi weitere Erfahrung unter Rennbedingungen sammeln kann. Der Italiener hatte sich schon bei seinem kurzfristigen Debüt in Melbourne beachtlich geschlagen. Erst am Samstagmorgen hatte der amtierende GP2-Vizemeister von seiner Chance erfahren. Bei seiner Premiere in Australien konnte er sich nur im 3. Training auf die Strecke einschießen, bevor es im Qualifying ernst wurde.

Der neue Sauber unterwegs auf der Strecke: (01:46 Min.)

Sorge um die Zukunft?

Muss Wehrlein etwa um seinen Job bangen? Schon in Melbourne gab es Gerüchte, dass Giovinazzi für Sauber mehr Rennen bestreiten könnte, statt nur als Ersatzmann einzuspringen. In derartigen Ausnahmefällen sind Gerüchte in der Formel 1 allerdings ohnehin nie weit entfernt. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff widersprach schon in Melbourne mit den Worten: "Er (Giovinazzi;d.Red.) hat sich sehr gut verkauft. Das hat aber nichts damit zu tun, ob Pascal den Sauber fährt oder nicht."

Am Montagmorgen erhielt Wehrlein weitere Rückendeckung von Wolff. "Jetzt arbeitet er an seiner Fitness, um stärker zurückzukommen", sagte der Österreicher. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass er bei seinem Comeback im Auto beweisen wird, dass er noch immer der gleiche Pascal ist."

In Melbourne versicherte Wehrlein, dass er nach dem Unfall beim Showrennen Ende Januar keine Rückenprobleme mehr habe. Nur aufgrund mangelnder Fitness habe er den Australien Grand Prix abgesagt. Ob Wehrlein überhaupt mit dem Team nach China reist, wurde noch nicht kommuniziert. Zuletzt trainierte er mit Physio-Legende Jo Leberer, der seinerzeit schon Ayrton Senna fit machte. Wehrlein: "Man verliert seinen Trainingszustand schnell, aber man erreicht ihn genauso schnell auch wieder."

Wehrlein spricht über seinen Einstieg bei Sauber: (02:17 Min.)

Wolff von Wehrlein beeindruckt

Wehrlein musste nach seiner Entscheidung in Melbourne einige Kritik von außen über sich ergehen lassen. Viele Fans konnten nicht nachvollziehen, dass er sich nicht fit genug für eine volle Renndistanz fühlte - vor allem, weil er während der zweiten Testfahrten in Barcelona ja im Auto gesessen hatte. An seinem besten Tag spulte Wehrlein allerdings nur 59 Runden ab, und das über vier Stunden verteilt. Zudem sind Trainings nicht ansatzweise mit Rennbedingungen zu vergleichen.

Wolff weiter über den Mercedes-Junior, der sich Chancen auf ein Cockpit im Silberpfeil ausgerechnet hatte: "Ich bin von seiner Reife beeindruckt, mit der er Sauber darüber informierte, dass er in Melbourne nicht auf dem erforderlichen Leistungsniveau sein könne. Das erforderte Mut und Uneigennützigkeit. Ich weiß, dass ihm dies viel Ansehen innerhalb des Teams eingebracht hat."


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter