Formel 1

Team für Team - Mexiko GP: Freies Training, Mercedes, Red Bull, Ferrari, McLaren

In den ersten Sessions des Mexiko GP waren die meisten Teams haltlos: Sie hatten bei niedrigen Temperaturen Probleme, mit ihren Reifen Grip zu bekommen.
von Matthias Schwerdtfeger

Mercedes: Rosberg noch nicht voll da

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Nico Rosberg P7 1:21.673 32 P3 1:20.225 46
Lewis Hamilton P1 1:20.914 24 P2 1:29.794 37

  • Trainingsprogramm: Reifen, Setup
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Nico Rosberg: "Ferrari scheint sehr schnell zu sein, somit werden sie eine große Gefahr darstellen."
  • Lewis Hamilton: "Die Autos sind offensichtlich schneller, aber die Rundenzeiten sind bereits recht stark."

Mercedes hatte - wie fast alle Teams - am Freitag noch leichte Eingewöhnungsprobleme mit dem Kurs in Mexico City. Die Reifen arbeiteten bei den niedrigen Temperaturen nicht wie gewünscht. Vor allem bei Rosberg lief es nicht rund, auch wenn man das Gefühl hatte, dass er nicht volles Risiko ging. Seine Taktik ist an dem Wochenende, an dem er erstmals Weltmeister werden kann, offenbar das Abwarten. Allerdings klagte er in FP2 auch über Kupplungsprobleme beim Startversuch.

Red Bull: Dürftiger Freitag

Max Verstappen hatte am Vormittag ein Problem - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Daniel Ricciardo P8 1:21.727 27 P5 1:20.448 43
Max Verstappen P14 1:22.877 10 P7 1:20.619 42

  • Trainingsprogramm: Reifen, Longruns
  • Techn. Probleme: Rauchende Bremsen bei Verstappen im 1. Training
  • Besonderheiten: -
  • Daniel Ricciardo: "Wir haben uns seit dem Morgen verbessert, müssen aber noch Fortschritte machen."
  • Max Verstappen: "Das Bremsproblem kam daher, dass ich ein bißchen zu hart gepusht habe."

Bei Red Bull ging es am Freitag relativ wild zu. Am Vormittag rauchten Verstappens Bremsen. Nachdem das Problem behoben war, konnte der Niederländer in der ersten Session nur noch wenige Runden absolvieren und belegte letztlich Rang 14. Auch Daniel Ricciardo wurde nur Achter. Am Nachmittag lief es mit den Plätzen fünf (Ric) und sieben (Ves) etwas besser. Auch wenn Red Bull im Qualifying vielleicht einmal mehr zulegen kann, war Ferrari zumindest am Freitag im direkten Duell deutlich besser.

Ferrari: Mamma Mia, Scuderia!

Sebastian Vettel setzte im 2. Training von Mexiko die Bestzeit - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Kimi Räikkönen P3 1:21.072 19 P4 1:20.259 37
Sebastian Vettel P2 1:20.993 23 P1 1:19.790 47

  • Trainingsprogramm: Reifen, Longruns
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Kimi Räikkönen: "Alles in allem war es ganz ok heute."
  • Sebastian Vettel: "Lewis hat noch mehr in der Tasche."

Von allen Teams hatte Ferrari in den ersten beiden Sessions am wenigsten Probleme mit den schwierigen Bedingungen. Zum ersten Mal seit dem China GP in dieser Saison setzte die Scuderia wieder eine Freitags-Bestzeit. Nicht nur, dass Vettel im 2. Training die schnellste Runde hinlegte, auch auf den Longruns sahen er und Räikkönen stark aus. Auch wenn der Deutsche im Anschluss darauf verwies, dass Mercedes und Red Bull noch zulegen können, sieht es nach den Enttäuschungen der letzten Rennen nach einem vielversprechenden Wochenende für die Fans der Roten aus.

Williams: Bottas überdurchschnittlich

Ein guter Freitag für Valtteri Bottas und Williams - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Valtteri Bottas P6 1:21.447 34 P8 1:20.629 41
Felipe Massa P9 1:21.836 31 P13 1:21.326 45

  • Trainingsprogramm: Halo bei Massa in FP1, Reifen, Setup
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Valtteri Bottas: "Die Longruns sehen konkurrenzfähig aus."
  • Felipe Massa: "Ich war nicht glücklich mit den Ergebnissen auf den neuen Reifen."

Für das Williams-Team, das die Freitage sonst gern mal total verpatzt, sprang zum Auftakt in Mexiko ein verhältnismäßig gutes Ergebnis raus. Die Plätze sechs (Bottas) und neun (Massa) im ersten Training sahen ganz ordentlich aus. Zwar vielen die beiden Piloten am Nachmittag leicht zurück (Ränge acht und dreizehn), doch bei den Topspeeds zeigte der Mercedes-Motor, was er kann: Die beiden Piloten des Rennstall führen die Tabelle der höchsten Geschwindigkeiten in Mexiko bislang mit je über 365 km/h an.

Force India: Beide Piloten stark, Hülkenberg konstanter

Nico Hülkenberg zeigte zum Auftakt in Mexiko eine starke Leistung - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Sergio Perez P4 1:21.200 23 P15 1:21.579 41
Nico Hülkenberg P5 1:21.409 23 P6 1:20.574 43

  • Trainingsprogramm: Perez war am Vormittag mit Halo unterwegs, Reifen, Setup
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: Dreher bei Perez zu Beginn von FP2
  • Sergio Perez: "Ich hatte am Nachmittag zu kämpfen, aber wir wissen, worauf wir schauen müssen."
  • Nico Hülkenberg: "Ich habe das Gefühl, wir haben einen guten Job gemacht."

Force India hinterließ ebenfalls einen starken Eindruck in den ersten beiden Trainingssessions. Nico Hülkenberg überzeugte mit den Plätzen fünf und sechs, Sergio Perez war in seiner Heimat am Vormittag sogar Vierter. In FP2 kam er weniger gut zurecht, rutschte zu Beginn folgenlos von der Strecke und belegte am Ende nur Position 15. Dennoch ist mit dem Team in Mexiko offenbar zu rechnen, was vor allem Williams ärgern dürfte. Die beiden Rennställe kämpfen in der Konstrukteurswertung schließlich immer noch erbittert um Rang vier, wobei Force India derzeit knapp die Nase vorn hat.

Toro Rosso: Gute Form bestätigt

Für Carlos Sainz lief es erneut gut in Mexiko - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Carlos Sainz Jr. P12 1:22.563 32 P9 1:20.974 46
Daniil Kvyat P10 1:22.215 29 P11 1:21.193 39

  • Trainingsprogramm: Reifen, Longruns
  • Techn. Probleme: Rauchender Motor bei Kvyat am Ende von FP2
  • Besonderheiten: Im ersten Training legte Kvyat einen Dreher hin.
  • Carlos Sainz Jr.: "Für den Moment haben wir gut performt."
  • Daniil Kvyat: "Ich bin glücklich damit, wie beide Sessions liefen."

Mit Toro Rosso scheint zum Ende der Saison hin noch einmal zu rechnen zu sein. Schon in den USA lief es gut für das Team. Am Freitag auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez platzierten sich Carlos Sainz und Daniil Kvyat konstant um Platz zehn herum, der zur Teilnahme an Q3 berechtigen würde. Abzuwarten bleibt, ob der Russe durch den Motorschaden, den er am Ende der Nachmittags-Einheit erlitt, nachhaltig beeinträchtigt sein wird.

McLaren: Auf der Achterbahn wieder nach unten

Fernando Alonso und Co. konnten am Freitag nicht zufrieden sein - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Fernando Alonso P16 1:23.089 25 P10 1:21.003 25
Jenson Button P18 1:23.342 24 P12 1:21.198 39

  • Trainingsprogramm: Reifen, Setup
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: Alonso beendete FP2 vorzeitig wegen eines Bremsproblems
  • Fernando Alonso: "Die Situation wird sich sicher morgen und am Sonntag verbessern."
  • Jenson Button: "Ich denke nicht, dass es sich hier jemals gut anfühlen wird."

Während andere Teams aufsteigende Form zeigen, lief es zumindest am Freitag in Mexiko für Fernando Alonso und Jenson Button nicht nach Wunsch: Vor allem im ersten Training kamen die beiden Piloten überhaupt nicht zurecht und belegten die Positionen 16 und 18. In der zweiten Session klappte es dann mit den Rängen 10 und 12 zumindest etwas besser. Doch auch McLaren machte der starke Reifenabbau bei niedrigen Temperaturen stark zu schaffen.

Haas F1: Katastrophen-Auftakt beim Heim-GP von Gutierrez

Für Haas und Romain Grosjean war es ein mieser Auftakt - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Romain Grosjean P11 1:22.500 21 P20 1:22.105 14
Esteban Gutierrez P15 1:22.910 23 P22 1:22.408 33

  • Trainingsprogramm: Reifen, Longruns, Shortruns, neue Bremsen
  • Techn. Probleme: Ein Hybrid-Defekt hielt Grosjean in FP2 lange in der Box, in der selben Session klemmte es bei Gutierrez an der Radaufhängung
  • Besonderheiten: -
  • Romain Grosjean: "Der Nachmittag war desaströs."
  • Esteban Gutierrez: "Wir müssen an der Performance arbeiten. Die ist nicht gut im Moment."

Haas erlebte nach den enttäuschenden Monaten zuvor beim Heim-GP mit dem lang ersehnten Punkte-Ergebnis ein Highlight. Doch das Wochenende in Mexiko begann einmal mehr nicht gut: Der Vormittag lief mit den Plätzen 11 (Grosjean) und 15 (Gutierrez) noch einigermaßen. Der Nachmittag wurde zur Katastrophe. Grosjean konnte nach einem Problem mit dem Hybrid-System überhaupt nur rund 25 Minuten mitfahren, Gutierrez fehlte jeglicher Grip: Der Mexikaner kam vor eigenem Publikum nur auf den 22. und damit letzten Rang.

Sauber: Flügelbruch an Nasrs Sauber

Felipe Nasr wurde am Freitag in Mexiko von Problemen gebeutelt - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Marcus Ericsson P13 1:22.723 17 P18 1:21.997 42
Felipe Nasr P17 1:23.089 12 P19 1:22.037 43

  • Trainingsprogramm: Reifen, Setup, Halo bei Nasr
  • Techn. Probleme: Frontflügel-Bruch bei Nasr in FP2, Defekt an der Servolenkung in FP2 bei Nasr
  • Besonderheiten: Nasr setzte in der 1. Session auf einem Kerb auf, woraufhin ein Teil des Frontflügels dahin war. Die Reparatur kostete ihn einen Großteil von FP1.
  • Marcus Ericsson: "Heute war es schwierig, ein gutes Gefühl für die Balance des Autos zu bekommen."
  • Felipe Nasr: "So wie es aussieht, habe ich heute all die Probleme abbekommen."

Für Sauber verlief der Freitag relativ durchwachsen. Schon im ersten Training flog Felipe Nasr ausgangs von Kurve 11 beim zu harten Überfahren des Kerbs eine Hälfte des Frontflügels um die Ohren. "Das ist ein Kerb, der eine ziemlich hohe Vibration auslöst, wenn man ihn überfährt", so der Brasilianer. Eine Schwachstelle in der Konstruktion konnten die Ingenieure bisher noch nicht ausmachen. "Das Team untersucht es und wenn da irgendwelche Maßnahmen ergriffen werden müssen, bin ich mir sicher, dass sie alles tun werden", fügt er an.

Auch die zweite Session verlief für Nasr nicht reibungslos: "Es schien einen Defekt an der Servolenkung zu geben. So wie es aussieht, habe ich heute all die Probleme abbekommen." Marcus Ericsson hingegen erzielte in der ersten Session ein überraschend ein gutes Ergebnis. Der Schwede belegte am Vormittag Platz 13. Dabei ließ er unter anderem Max Verstappen, der allerdings Bremsprobleme hatte, beide McLaren, beide Renault sowie einen Haas hinter sich. Der Nachmittag lief mit den Positionen 18 und 19 für das Sauber-Duo dann wieder normal ab.

Renault: Kein guter Tag

Auch Renault (hier Jolyon Palmer) wurde vom schlechten Grip in Mexiko ausgebremst - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Kevin Magnussen P19 1:23.556 32 P14 1:21.442 39
Jolyon Palmer P21 1:24.097 35 P16 1:21.785 44

  • Trainingsprogramm: Reifen, Setup
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: Folgenloser Dreher von Palmer in FP1
  • Kevin Magnussen: "Ich bin glücklich, dass wir das Auto dahin bekommen haben, wo wir wollten."
  • Jolyon Palmer: "Ich hätte mich am Ende des Tages gern besser gefühlt."

Das Beste an diesem Freitag für Renault: Beide Fahrer konnten sich zwischen FP1 und FP2 um jeweils fünf Plätze verbessern, wobei Kevin Magnussen hinterher die bessere Laune hatte: Er wurde nach Platz 19 am Vormittag immerhin 14. der zweiten Session. Beide Piloten litten wie so viele Fahrer unter den nicht funktionierenden Reifen und dem mangelnden Grip. Palmer drehte sich im ersten Training folgerichtig einmal von der Strecke, konnte aber problemlos weitermachen.

Manor: Wehrlein macht einen Sprung

Pascal Wehrlein fuhr am Vormittag mit Halo - Foto: Sutton
Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Esteban Ocon P20 1:24.083 30 P21 1:22.298 44
Pascal Wehrlein P22 1:24.350 28 P17 1:21.980 42

  • Trainingsprogramm: Wehrlein fuhr in FP1 mit Halo
  • Techn. Probleme: -
  • Besonderheiten: -
  • Esteban Ocon: "Wir müssen morgen nochmal durchstarten."
  • Pascal Wehrlein: "Seit langer Zeit der erste Freitag, über den ich glücklich bin."

Im ersten Training testete Pascal Wehrlein den Halo und kam entweder damit oder - wie viele Kollegen - mit den Reifen nicht zurecht. Er beendete die Session als Letzter und lag damit nur zwei Plätze vor Esteban Ocon. Nachmittags lief es für den Deutschen dann besser und er kam immerhin auf Rang 17. Bei den Topspeeds war Manor - sie sonst üblich - in Mexiko bislang nicht vorne dabei. Das Autodromo Hermanos Rodriguez scheint nicht zu den Strecken zu gehören, auf denen Manor für seine Verhältnisse viel bewegen kann.


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