Formel 1

Gasly fühlt sich bei Toro-Rosso-Entscheidung übergangen

Pierre Gasly versteht die Welt nicht mehr. Er fühlte sich schon sicher im Cockpit für die nächste Saison, dann wurde doch mit Daniil Kvyat verlängert.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Für den Red-Bull-Nachwuchspiloten Pierre Gasly brach am Samstag eine kleine Welt zusammen. Fest hatte der 20-Jährige damit gerechnet, dass er 2017 das Toro-Rosso-Cockpit von Daniil Kvyat übernehmen wird. Für den russischen F1-Piloten sah die Saison 2016 alles andere als gut aus und nach der Degradierung ins eigentliche Jugendteam nahmen alle an, dass Kvyat 2017 nicht mehr fährt. "Es sah gut für mich aus und ich sprach sogar schon mit Helmut Marko darüber", sagte Gasly gegenüber Autosport.

Ich bin ziemlich enttäuscht, aber ich muss jetzt nach vorne schauen und es gibt noch einige Cockpits in der Formel 1
Pierre Gasly

Doch dann wurde vor der Qualifikation relativ überraschend der Vertrag von Daniil Kvyat verlängert und Gasly verstand die Welt nicht mehr. "Ich kann die Entscheidung nicht verstehen", gab er zu. Sein Ziel war es gewesen, im nächsten Jahr für Toro Rosso zu fahren. "Ich bin ziemlich enttäuscht, aber ich muss jetzt nach vorne schauen und es gibt noch einige Cockpits in der Formel 1."

Seine aktuelle Saison in der GP2 ist zwar von Höhen und Tiefen geprägt, doch vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi kämpft er weiterhin um den Titel. Daher gibt er auch den Kampf um ein Cockpit in der Königsklasse nicht auf: "Ich bin scheinbar zur falschen Zeit am richtigen Ort, aber ich habe noch einige Optionen."

Gasly bestreitet für Red Bull immer wieder Testfahrten - Foto: Sutton

Auch mit Helmut Marko hat er bereits über die neuen Pläne für das kommende Jahr gesprochen. "Wir müssen schauen, was die beste Option ist. Wenn es für die Formel 1 nicht reicht, muss ich etwas machen, um für 2018 bereit zu sein", so der Franzose. Sollte er in der GP2 den Titel gewinnen, fällt diese Option auf jeden Fall schon einmal flach, da ein Meister in der Nachwuchsserie seinen Titel nicht mehr antreten darf.

Auch eine Rolle als Ersatzfahrer könnte er sich, zumindest für ein Jahr vorstellen: "Es gibt noch so viele Möglichkeiten. Es mag frustrierend sein, aber wenn ich etwas in der Formel 1 gelernt habe, ist es, dass manchmal komische Dinge passieren und man damit klarkommen muss." Diesen Rückschlag nutzt er als Anlass, um beim Saisonfinale noch einmal richtig motiviert anzugreifen.

Weiterhin Teil der Red-Bull-Familie

Er wird weiter für uns testen, als Ersatzfahrer zur Verfügung stehen und Simulatorarbeit leisten.
Christian Horner

Auch wenn Pierre Gasly für das Toro Rosso Cockpit für 2017 nicht ausgewählt wurde, wird er dennoch weiterhin im Nachwuchsprogramm bei Red Bull bleiben. "Er bleibt im Team", bestätigte Christian Horner. "Seine Priorität ist jetzt aber erstmal den GP2-Titel zu gewinnen." Welchen Stellenwert Gasly für das Team aus Milton Keynes hat, sieht man auch daran, wie viele Tests er fahren darf.

"Er ist ein geschätztes Teammitglied und hat für uns sehr gute Arbeit geleistet", so der Teamchef. "Zuletzt absolvierte er für uns den Reifentests für die kommende Saison." Was das Rennprogramm in der kommenden Saison betrifft, konnte auch Horner nicht mehr sagen. "Er wird aber weiter für uns testen, als Ersatzfahrer zur Verfügung stehen und viel Simulatorarbeit leisten."


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