Formel 1

Toyota im Aufwind

Die Aufsteiger des Jahres wollen auch beim Europa-Auftakt die Erfolgsserie fortsetzen. Mike Gascoyne verrät: "Wir bringen wieder viele neue Teile nach Imola!"
von Michael Noir Trawniczek

Motorsport-Magazin.com - Wer hätte das gedacht? Nach dem schwierigen letzten Jahr konnte Toyota mit dem TF105 einen Quantensprung vornehmen, sodass man beinahe den ehrgeizigen Fünfjahresplan einholen konnte, der für 2005 die ersten Siege und für 2006 schließlich den Gewinn der Weltmeisterschaft vorsieht. Freilich wurde dieser Plan längst um ein Jahr korrigiert...

Technikchef Mike Gascoyne kann bei Toyota aus dem Vollen schöpfen - der TF105 wird stets rundumerneuert, bei den Entwicklungskosten gibt es fast kein Limit. Der TF105 wurde schon vor seinem ersten Renneinsatz umfassend modifiziert - das hat sich bezahlt gemacht. Gascoyne zieht nach den ersten drei Saisonrennen eine erfreuliche Bilanz: "Wir konnten uns in allen Rennen in den Top 3 qualifizieren und zwei Podestplätze erzielen. In Melbourne hatten wir im Rennen aus verschiedenen Gründen Probleme, aber in Malaysia und Bahrain konnten wir unsere wahre Performance zeigen."

Und daher findet man Toyota auf Platz 2 der Konstrukteurswertung, 11 Punkte hinter Renault, und 9 Punkte vor McLaren-Mercedes. Jarno Trull auf Platz 2 der Fahrer-WM, Ralf Schumacher auf Rang 5. "Ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund, warum wir nicht auf diesem Level an Konkurrenzfähigkeit weitermachen können. Wir haben verstanden, wie das Auto mit den Michelin-Reifen arbeitet."

Keine Probleme mit den Kerbs in Imola!

Doch in Imola herrschen andere Verhältnisse als in Malaysia oder Bahrain - niedrigere Temperaturen, und: Es wird über die Kerbs gerattert. Gascoyne gibt zu: "In der Vergangenheit hatten wir Probleme auf Strecken wie Imola, mit ausgeprägten Kerbs - aber ich denke, dass wir diesmal keine Probleme haben werden. Wenn ein Wagen wenig Pace hat, versuchen die Fahrer, dies mit vermehrtem Fahren über die Kerbs auszugleichen, was natürlich den Wagen aus dem Gleichgewicht bringt. Aber wenn die Pace da ist, ist das kein großes Problem."

Gascoyne rechnet damit, dass Ferrari in Imola stärker sein wird: "Sie haben sicher Fortschritte mit dem Auto erzielen können und auch Bridgestone wird sich verbessert haben." Aber auch Toyota bringt wieder viele neue Teile nach Imola - Gascoyne verrät: "Wir haben einen neuen Diffuser, ein neues Sidepods-Paket, ein paar neue Aufhängungsteile und einen neuen Frontflügel. Einige Teile wurden bereits bei den letzten Tests probiert, der Frontwing wird erst in Imola an das Auto geschraubt - wir haben großes Vertrauen in unsere Windkanal-Arbeit und es stellt für uns kein Problem dar, neue Teile an einem Rennwochenende einzusetzen."

Ralf weiß, dass seine Zeit noch kommen wird!

Dass Ralf Schumacher von Jarno Trulli in den Schatten gestellt wird, möchte Gascoyne so nicht sagen: "Ralf hat in den Qualifyings ein paar kleinere Fehler begangen, welche seine Rennen dann erschwert haben. Aber auf bestimmte Art und Weise war sein vierter Platz in Bahrain stärker als der zweite Platz von Jarno Trulli, da er sich viel mehr vorkämpfen musste. Aber beide Piloten sind glücklich mit dem Auto. Ralf hat kein Problem damit, dass Jarno bereits zwei Podestplätze erzielen konnte, denn so kann er das Potential seines Autos sehen und er fühlt sich ja auch als Teil des Teams. Ralf ist nicht besorgt - er weiß, dass seine Zeit noch kommen wird."

Marmorini: Keine neue Ausbaustufe in Imola, sicher aber in Spanien!

Toyota wird in Imola keine neue Motoren-Ausbaustufe einsetzen - Motoren-Technikchef Luca Marmorini erklärt den Grund: "Wegen des neuen Reglements wird es in Imola keine Upgrades geben, aber in Spanien wird definitiv eine weitere Ausbaustufe eingesetzt." Marmorini fügt hinzu: "Imola ist keine besonders schwierige Strecke, was den Vollgasanteil betrifft. Und auch die Temperaturen sind nicht so hoch, weshalb die Kühlung keine großen Probleme bereiten wird. Die einzigen Probleme, die auftauchen könnten, stehen im Zusammenhang mit den Kerbs, die in die Linie mit einbezogen werden. Hier muss man im Zusammenhang mit den Drehzahlen aufpassen, es ist leicht, den Motor hier zu überfordern - aber wir haben ja ein effizientes Elektroniksystem, welches uns in diesem Bereich hilft."

Es könne in jedem Rennen vorkommen, dass der Motor einem unerwarteten Stress ausgesetzt wird, doch Marmorini vertraut auf seine Piloten: "Unsere Piloten sind im Rennen sehr clever und smart im Umgang mit den Motoren..."


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