Formel 1

F1 bringt Menschen an ihr Limit - Coulthard nimmt Hamilton in Schutz

David Coulthard hat Lewis Hamilton gegen Kritik verteidigt, die dem Weltmeister ein unbeherrschtes und fahrlässiges Rennen in Ungarn vorgeworfen hatte.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard hat Lewis Hamilton gegen die Kritik an seinem Auftreten im Rennen beim Ungarn-GP verteidigt. Dem Weltmeister war vorgeworfen worden, mit seiner unbeherrschten Fahrweise fahrlässig einen besseren Platz im Klassement verspielt sowie sich und andere gefährdet zu haben. Hamilton hatte in Budapest mit Platz sechs seine schlechteste Saisonplatzierung erreicht und eine Durchfahrtsstrafe nach Kollision mit Daniel Ricciardo erhalten.

Genie und Wahnsinn liegen in der F1 eng beisammen

Coulthard schrieb in seiner BBC-Kolumne, Genie und Wahnsinn lägen in der Königsklasse nun mal eng beisammen. "Die Formel 1 ist ein unglaublich intensives Umfeld, das Menschen auf jede mögliche Weise an ihr Limit bringt. Manchmal gibt es dann eben solche Vorfälle", so der Schotte weiter. Hamilton sei so gut, dass er sich auch aus - teilweise selbst verschuldeten - Problemsituationen befreien könne.

Es ist das erste Mal, dass diese Generation der Formel-1-Fahrer mit so etwas umgehen muss.
David Coulthard zum Tode von Jules Bianchi

Als der Mercedes-Pilot in Ungarn zurückgefallen war, habe er brillant zurückgeschlagen. Zudem sei kein Mensch perfekt. Hamiltons Team müsse darüber hinaus ebenfalls in die Verantwortung genommen werden. Der schlechte Start, der den Weltmeister auf dem Hungaroring überhaupt erst zurückgeworfen habe, sei eindeutig ein Problem beider Autos des Rennstalls.

Einen weiteren Grund für die vielen Vor- und Ausfälle in Budapest sieht Coulthard im Tod von Jules Bianchi. "Es ist das erste Mal, dass diese Generation der Formel-1-Fahrer mit so etwas umgehen muss. Die ganze Woche wurden sie permanent daran erinnert", schrieb Coulthard. Dies habe einige Piloten offenbar destabilisiert.

Sonderlob von Coulthard: Daniel Ricciardo - Foto: Sutton

Ansonsten lobte der ehemalige McLaren- und Red-Bull-Fahrer Fernando Alonsos Kampfgeist, der diesen nach langer Durstrecke endlich mal wieder nach vorne gebracht habe. Auch von Daniil Kvyat ist Coulthard überzeugt. Besonders angetan hat es ihm aber offenbar die Entwicklung von Daniel Ricciardo. Der Australier sei wie die Weltmeister Hamilton und Alonso einzuschätzen. Es sei großartig gewesen, ihm am Wochenende zuzuschauen.


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