Formel 1

Erstes Todesopfer seit Senna - Die F1-Woche im Rückblick: Trauer um Bianchi

Die Formel-1-Woche endet tragisch: Jules Bianchi hat den Kampf gegen den Tod verloren. Die wichtigsten News der Woche in der Übersicht.
von Raphaela Scheidl

Jules Bianchi verstorben

Am frühen Samstagmorgen erreichte die Motorsport-Welt eine traurige Nachricht. Die Familie von Jules Bianchi teilte mit, ihr Sohn sei in der Nacht den Spätfolgen seines Unfalls beim Japan GP 2014 erlegen. Die Betroffenheit war und ist groß - auch über die Grenzen der Formel 1 und Motorsport-Welt hinaus.

"Jules war ein strahlendes Talent und ihm waren große Dinge vorherbestimmt. Er hat einen unauslöschbaren Endruck in unserem Leben hinterlassen ", zollte John Booth, Bianchis ehemaliger Teamchef bei Marussia, dem Franzosen Tribut. Jules Bianchi ist das erste Todesopfer in der Formel 1 seit Ayrton Senna und Roland Ratzenberger im Jahr 1994.

In Gedenken an Jules Bianchi: (03:51 Min.)


Kampfansage: Dieser Rosberg wird stark sein

Rosberg hat sein Ziel klar vor Augen: Der WM-Titel ist noch nicht außer Reichweite - Foto: Mercedes-Benz

Nico Rosbergs Prognose für die restliche Saison ist klar: "Dieser Rosberg wird stark sein". Mit dem Verhältnis von 3:2 führt der 30-Jährige den internen Mercedes-Zweikampf gegen Teamkollege Lewis Hamilton seit fünf Rennen an. "Es ist gerade eine gute Phase in der Saison für mich. Ich fühle mich gut, alles läuft gut. Wir haben jetzt immer abwechselnd Rennen gewonnen. Es ist sehr eng und wird weiterhin so sein. Es ist ein großes Duell", frohlockt Rosberg am Donnerstag bei einem Sponsorentermin in Hamburg.

Wir haben jetzt immer abwechselnd Rennen gewonnen. Es ist sehr eng und ein großes Duell.
Nico Rosberg

In der Gesamtwertung liegt der Deutsche allerdings weiter hinter seinem britischen Widersacher. "Er hat 17 Punkte Vorsprung momentan, aber das ist weit weniger als ein Rennen und kann sich schnell ändern. Daher bleibe ich am Ball und freue mich auf Budapest. Um da wieder zu gewinnen", sagt Rosberg voller Selbstvertrauen.

Fahrermarkt: Bottas bei Ferrari & Button ohne Cockpit

Ist der Nachfolger von Kimi Räikkönen bereits gefunden? - Foto: Sutton

Keine Woche vergeht, ohne dass neue Gerüchte die Runde machen, wer Kimi Räikkönens Nachfolger bei Ferrari werden soll, sollte sich die Scuderia vom Iceman trennen. Heiß gehandelt wird Williams-Pilot Valtteri Bottas. Laut Corriere dello Sport sind sich die beiden Parteien einig, und man will in Maranello demnach die Option auf Räikkönen für 2016 nicht ziehen. Da die Option aber bis 31. Juli läuft, wird die Verpflichtung Bottas' frühestens ab Anfang August erwartet.

Das Interesse anderer Teams schmeichelt Daniel, aber wir beide kennen die Konditionen seines Vertrags.
Christian Horner

Eine Absage an Ferrari müssten im Falle eines Engagement der Scuderia sowohl Daniel Ricciardo als auch Max Verstappen erteilen. "Das Interesse anderer Teams schmeichelt Daniel, aber wir beide kennen die Konditionen seines Vertrags", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner diese Woche. Und auch Verstappen gibt zu: "Ferrari ist noch sehr weit weg." Zudem habe auch der 17-Jährige ebenfalls bereits einen kugelsicheren Vertrag mit Toro Rosso unterzeichnet.

Jenson Button verfügt bei McLaren zwar über einen aufrechten Vertrag für die nächste Saison, doch ein sicheres Stammcockpit für 2016 hat der routinierte Brite nicht, denn mit Stoffel Vandoorne und Kevin Magnussen drängen Talente nach. Button nimmt die ungewisse Situation aber locker. "Es ist falsch zu weit in die Zukunft zu planen. Du musst im Moment leben und Dinge verändern wenn es nötig ist", betonte der 35-Jährige.

Fangio: Geplante Exhumierung zum 20. Todestag

 Juan Manuel Fangio soll am 7. August exhumiert werden - Foto: Mercedes-Benz

Am 17. Juli 1995 starb der fünfmalige Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio. In den ganz frühen Jahren der Serie dominierte der Argentinier nach Belieben - ob auf Alfa Romeo, Maserati, Mercedes oder Ferrari. Doch nicht nur aufgrund seines 20-Jährigen Todestages kam man in dieser Woche nicht an dem ehemaligen Formel-1-Pilot vorbei.

Fangio soll nämlich exhumiert werden. Sowohl Oscar Cesar Espinoza als auch Ruben Vazquez erklären, sie wären Söhne der Rennfahrerlegende. Der Argentinier soll für DNA-Tests am 7. August aus seiner Grabesstätte geholt werden. Zuvor hatte ein Gericht das Projekt gestoppt, da es eine ältere Vaterschaftsklage gibt als die von Oscar Espinoza. Am Freitag kam jedoch die Bestätigung. "Die Exhumierung wird stattfinden", teilte Richter Rodrigo Cataldo gegenüber argentinischen Medien mit.

Droht die Absage des Russland Grand Prix?

Das Rennen am Sochi Autodrom feierte erst 2014 seine Premiere - Foto: Sutton

Bereits nach der Absage des Red Bull Air Race, das in Sotschi ausgetragen werden sollte, tauchten erste Fragezeichen hinter dem Russland GP auf. Denn damals gaben neben organisatorischen auch finanzielle Probleme den Ausschlag. Nun berichten russische Medien, dass die Gelder für das Rennen am 11. Oktober tatsächlich knapp sind. Die Region Krasnodar hoffe auf einen 4-Milliarden-Rubel-Kredit aus Moskau, da alle vorhandenen Mittel für Schulen, Krankenhäuser und ähnliches verwendet werden müssen. "Wenn es keinen Kredit gibt, wird es keine Formel 1 geben", betonte der Interimsgouverneur von Krasnodar, Weniamin Kondratjew.

Roberto Merhi crasht in Spielberg

Schwerer Unfall von Roberto Merhi: (00:09 Min.)

Manor-Marussia-Pilot Roberto Merhi, der neben seinem Engagement in der Formel 1 auch für Pons Racing in der Formel Renault 3.5 startet, hat beim ersten Rennen am Sonntag im österreichischen Spielberg einen schweren Unfall verursacht. Wenige Meter nach der Zieldurchfahrt verlangsamte der Spanier so extrem, dass ihm Kontrahent Nicholas Latifi ins Heck fuhr und sich spektakulär überschlug. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt, die Piloten blieben jedoch unverletzt.

Wenig später wurde Merhi von der Rennleitung disqualifiziert und von beiden Rennen auf dem Red Bull Ring ausgeschlossen. Für den F1-Piloten völlig unverständlich. "In dem Video des Vorfalls ist zu erkennen, dass ich beim Anhalten meines Fahrzeugs dicht an die Boxenmauer heranfahre und die nachfolgenden Autos auf die gegenüberliegende Linie wechseln", berichtet Merhi, der sein Fahrzeug aufgrund eines Schadens scheinbar vorzeitig abstellen wollte. "Es gab keine Fahrlässigkeit, die diese Strafe rechtfertigt. Es war reiner Zufall und ein sehr unglücklicher Vorfall."

Sauber: Updates am C34 in Spa und Singapur

das Update am C34 steht in den Startlöchern - Foto: Sutton

Nach der Sommerpause soll es soweit sein. In Belgien bekommt der Sauber-Bolide einen neuen, dritten Ferrari-Antrieb. Zwei Rennen später will man das Chassis rundumerneuern. "In Singapur werden wir ein noch ein großes Upgrade bringen", bestätigt auch Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn auf Motorsport.com. Grund für die lange Entwicklungspause ist wohl vor allem die finanzielle Lage des Schweizer Rennstalls. "Es ist wichtig, dass wir kein Geld rauswerfen für Dinge die wohlmöglich nicht funktionieren", erklärt Felipe Nasr gegenüber Autosport. "Es ist besser man wartet auf etwas, das funktioniert, als dass man bei jedem Rennen neue Dinge ausprobiert", so der Sauber-Pilot.


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