Formel 1

Von Jahr zu Jahr weniger - Lowe: Benzinmenge weiter senken

100 Kilogramm Benzin sollen nur der Anfang sein: Paddy Lowe macht sich für eine weitere Senkung des Benzinlimits stark.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Der Aufschrei zu Beginn des Jahres war groß. Taxifahrer nannte Luca di Montezemolo die Formel-1-Piloten, weil sie nur noch durch die Rennen cruisen würden. Viele befürchteten Spritspar-Schlachten, keine Formel-1-Rennen mehr. Die Realität sieht anders aus: Obwohl nur mehr 100 Kilogramm Benzin verbraucht werden dürfen - rund 30 Prozent weniger als in den Jahren zuvor verbrannt wurde -, müssen die Fahrer nicht mehr auf das Benzinsparen achten als zuvor. Spritsparschlachten? "Das ist Unsinn", meint auch Paddy Lowe.

Doch die Marke von 100 Kilogramm soll erst der Anfang sein, wenn es nach Lowe geht. "Natürlich nicht gleich 90 Kilogramm, aber es geht sicherlich in diese Richtung. Ich glaube, dass es von Anfang an das Konzept der neuen Regeln war, die 100 Kilogramm ab einer gewissen Stufe vielleicht zu überdenken und sie von Zeit zu Zeit zu reduzieren", sagte er im Interview mit f1news.ru.

1988 war die Benzinmenge auf 150 Liter beschränkt - Foto: Sutton

Eine Vorgehensweise, wie sie schon in der ersten Turbo-Ära praktiziert wurde. In der letzten Saison der alten Turbos 1988 wurde das Limit gar von 195 auf 150 Liter herabgesetzt - ein drastischer Schritt. Lowe warnt vor einem solch großen Schritt, sieht die Regeln aber auch in einer anderen Funktion: "Das Benzin sollte genug sein, um Rennen zu fahren. Aber die Regeln sollten die Entwicklung von Technologien fördern, die dann auch ihren Weg in die Automobilindustrie finden."

Aber am Ende hat es sich meiner Meinung nach als die perfekte Menge für das erste Jahr nach der Regeländerung herausgestellt.
Paddy Lowe

Wie die Regelmacher auf exakt 100 Kilogramm gekommen sind, weiß der Executive Director Technical nicht. "Aber am Ende hat es sich meiner Meinung nach als die perfekte Menge für das erste Jahr nach der Regeländerung herausgestellt."

Allzu schnell sind aber keine Quantensprünge zu erwarten. Lowe spricht ersteinmal von einer Reduktion der Benzinmenge in der Größenordnung von 2 Kilogramm. Zwar ist es auf den meisten Strecken auch möglich, mit der Benzinmenge noch deutlich weiter herunterzugehen, Strecken mit Stop-and-Go-Charakter wie etwa Melbourne geben aber das Limit vor.


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