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Formel 1

Kimi-Faktor oder Reifenpleite? - Lotus Vorschau: China GP

Lotus kommt mit einer durchwachsenen Saisonbilanz nach China, wo es bisher nicht für die Truppe aus Enstone lief. 2013 soll sich das ändern.
von Marion Rott & Olaf Mehlhose

Motorsport-Magazin.com - Für Lotus war die bisherige Saison ein Auf und Ab. In Australien jubelte die Mannschaft über den Sieg von Kimi Räikkönen, in Malaysia gab es mit Rang sechs für Romain Grosjean und Platz sieben für Räikkönen deutlich weniger zu feiern. Nun steht der China GP ins Haus. Eigentlich eine gute Strecke für Räikkönen - sollte es besser laufen als 2012. "Hoffentlich haben wir dieses Jahr ein bisschen mehr Glück mit der Reifenperformance. Die Rennpace hat 2012 durchaus gestimmt, aber wir sind zu lange auf dem Reifensatz draußen geblieben", klärte der Finne auf.

Kimi Räikkönen setzte 2012 in China auf zwei Stopps - Foto: Sutton

Lediglich zwei Mal steuerte der Weltmeister von 2007 bei diesem Rennen die Box an - das wurde ihm am Ende des Rennens zum Verhängnis. "Die Reifen brachen weg und das war's. Aber ohne diese riskante Strategie hätten wir vermutlich gar nicht um die Top-Positionen mitgekämpft", resümierte der Finne, der in Shanghai 2012 das einzige Rennen ohne Punkte erlebte. Das soll sich jetzt ändern. "Wir hatten im letzten Jahr kein schlechtes Auto und wenn wir das Auto so wie am Freitag in Sepang hinkriegen, dann sollten wir ein gutes Wochenende erleben."

Ein gutes Wochenende hatte Grosjean in diesem Jahr noch nicht wirklich. Nun hofft der Lotus-Pilot mit neuen Teilen auf den großen Durchbruch. "Wir verfügen über großes Potenzial, ich muss es nur entfesseln. Hoffentlich finden wir in China den Schlüssel", so Grosjean, der sich sehr über Punkte in Shanghai freuen würde. An gleichem Ort gelangen ihm ein Jahr zuvor die ersten Zähler in der Formel 1 - vielleicht geht aber sogar noch mehr. "Ich beendete das Rennen in Australien als Zehnter, war dann in Malaysia Sechster, daher wäre ich recht glücklich, wenn ich in Shanghai Platz zwei einfahren könnte. Das oder ein Sieg würden mich sehr glücklich machen!"

Lotus: Shanghai Bilanz

Lotus in Shanghai: Seine goldene Zeit in China erlebte Lotus, ehemals Renault, in den Jahren 2005 und 2006. Fernando Alonso fuhr in seinen beiden Titeljahren die Plätze eins und zwei auf dem Shanghai International Circuit ein, Teamkollege Giancarlo Fisichella war mit P2 und P3 kaum schlechter. Außer den vier Podestplatzierungen hat Lotus allerdings nicht viel zu Buche stehen. Einzig Alonso sorgte mit zwei weiteren vierten Rängen (2004, 2008) noch für zwei weitere Highlights.

Kimi Räikkönen in Shanghai: Kimi Räikkönen ist ein echter Shanghai-Spezialist. Bei seinen ersten fünf Auftritten raste der Finne viermal aufs Podium. Im Weltmeisterjahr 2007 sicherte er sich sogar den Sieg. Im letzten Jahr lief es für den Iceman allerdings weniger gut auf der Lieblingsstrecke. Mit Platz 14 landete er seit seinem F1-Comeback zum bislang einzigen Mal jenseits der Punkteränge.

Romain Grosjean in Shanghai: Positiv dürfte Romain Grosjean von seinem bislang einzigen Rennen in China in Erinnerung geblieben sein, dass er anders als bei vielen anderen Rennen 2012 weder beim Start noch in der ersten Kurve in einen Unfall verwickelt wurde. Und mit Platz sechs schnitt er zudem deutlich besser ab als Teamkollege Räikkönen.

Redaktionskommentar

Lotus gilt seit Anfang der Saison als eines der Favoriten-Teams und könnte in Shanghai erneut auftrumpfen. Vor allem Räikkönen hat auf dem Shanghai International Circuit immer überzeugt. Entscheidend wird aber die Wetterfrage. Bereits bei den ersten beiden Rennen wurde deutlich, dass der E21 nicht der beste Freund von nassen Bedingungen ist. Sollte es heiß und trocken werden, ist Lotus sicherlich ein Anwärter auf den Sieg, bei Regen könnten alle Hoffnungen davonschwimmen. (Marion Rott)


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