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Von vorne bis hinten werden Lügen erzählt - Lopez über F1-Klassenkampf: Das ist scheiße

Lotus-Besitzer Gerard Lopez findet deutliche Worte, wenn es um den aktuellen Klassenkampf in der Formel 1 geht.
von Kerstin Hasenbichler

Motorsport-Magazin.com - Der Kampf Arm gegen Reich hat in der abgelaufenen Saison einen neuen Höhepunkt erreicht. Waren zu Saisonbeginn in Australien noch elf Teams am Start, waren es beim vorletzten Grand Prix in Brasilien nur noch neun Rennställe. Caterham? Marussia? Beide insolvent! Und auch Sauber, Lotus oder Force India, hinter denen kein riesiger Automobilkonzern steht, bewegen sich am Rande der Pleite.

Es macht den Anschein, als würde man den Top-Teams helfen, noch mehr Geld auszugeben
Gerard Lopez

"Wenn man um die letzten Plätze in der Formel 1 fährt, bekommt man keine Sponsoren. Wenn man keine Sponsoren bekommt, ziehen viele den Schluss, dass man erst gar nicht in der Formel 1 mitfahren soll. Dann ist ein Team weg. Im nächsten Jahr ist das nächste Team weg und irgendwann haben wir nur noch ein Team, nämlich die, die gewinnen, denn die anderen sind ja die Verlierer", erklärte Gerard Lopez. Dem Lotus-Besitzer ist im Exklusiv-Interview mit Motorsport-Magazin.com der Frust, die Wut und das Unverständnis ins Gesicht geschrieben.

"Man weiß ja, wieviel Geld von CVC in der Formel 1 ausgegeben wird. Das sind über 900 Millionen Dollar. Wenn man bedenkt, dass aktuell nur neun Teams in der Formel 1 fahren, ist es absolut unvorstellbar, dass gewisse Teams darauf angewiesen sind, noch Gelder von außen zu bekommen. Das kann nicht sein", stellte er klar. Trotzdem wehren sich die Top-Teams die ausufernden Kosten endlich zu reduzieren. "Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass es den Anschein macht, als würde man den Top-Teams dabei helfen, noch mehr Geld auszugeben", so der Luxemburger.

Auf gut Deutsch: Das ist richtig scheiße
Gerard Lopez

Und so wird anstelle einer Budgetgrenze über Szenarien von drei Autos pro Team diskutiert. Für Lopez ist das ein Horrorszenario. "Aber wie soll jemand von außen kommen und sagen, ich mache in der Formel 1 mit? Immerhin weiß diese Person, dass er um Letzter zu werden, noch 50 bis 60 Millionen aus eigener Tasche ausgeben muss. Und man will nicht Letzter werden. Das System kann einfach nicht sein, wenn 900 Millionen verteilt werden. Auf gut Deutsch: Das ist richtig scheiße. Die Zahlen werden so verdreht. Von vorne bis hinten werden Lügen erzählt, für mich sind das alles Lügen, denn die Leute wissen genau, wer was bekommt", kritisiere Lopez.

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