Das hatte Christian Horner schon lange nicht mehr erlebt. Statt wie im vergangenen Jahr zumindest einen Teil der ersten Reihe zu belegen, starten Sebastian Vettel und Mark Webber beim Großen Preis von Australien von den Plätzen fünf und sechs. "Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass wir eher überrascht waren, untypisch aus der dritten Reihe zu starten", sagte Horner. "Aber das ist Racing und manchmal muss man einen Schritt nach hinten machen, um wieder voll anzugreifen."
Während sich Red Bull nun nach hinten orientieren musste, ging es für McLaren steil aufwärts. Lewis Hamilton schnappte sich die Pole dank einer Fabelrunde, direkt dahinter landete Jenson Button. "Wir wussten zum Teil, dass es McLaren zu schlagen gilt und dass Mercedes und Lotus über den Winter einen riesigen Schritt nach vorn gemacht haben", wirkte Horner zumindest angesichts dieser Tatsache nicht überrascht. "Das ist genau das, was wir heute sahen. Ich glaube, dass man auch Ferrari noch nicht abschreiben kann."
Trotz des eher unbefriedigenden Ausgangs des Qualifyings wollte der RBR-Teamchef das Wochenende noch nicht abschreiben. "Das wird ein hart umkämpftes Rennen", blickte Horner voraus. "Es könnte ein, zwei oder drei Stopps geben und das lässt viel Raum für richtige und falsche Strategien. Das Qualifying war nicht das ganze Bild in Melbourne." Die Reifen fallen laut Horner also wieder einmal entscheidend ins Gewicht. Eigentlich ein Vorteil für Sebastian Vettel, der 2011 wohl am besten mit den komplizierten Pirelli-Mischungen zurechtkam.
"Sebastian verstand sehr schnell, was die Reifen brauchten", bestätigte sein Chef. "Ich bin mir sicher, dass er sich auch in dieser Saison schnell anpassen kann. Die Reifen richtig zu lesen, wird ein wichtiger Teil sein, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen - wie schon im vergangenen Jahr. Wir müssen ihm einfach ein siegfähiges Auto hinstellen."



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