Formel 1

Nicht die beste Zeit für einen Sport-Event - Webber wäre gegen Bahrain Grand Prix

Mark Webber spricht offen darüber, momentan nicht nach Bahrain reisen zu wollen. Die Entscheidung überlässt er aber anderen.
von Falko Schoklitsch

Motorsport-Magazin.com - Zwar hatte sich die Lage in Bahrain am Sonntag ein wenig beruhigt, aber wirklich entspannt war sie noch nicht. Denn nachdem Kronprinz Scheich Salman bin Hamad al-Khalifah seine Sicherheitskräfte abgezogen hatte, besetzten Demonstranten wieder einen Platz im Zentrum von Manama. Innerhalb des F1-Fahrerlagers konnte sich jedenfalls nach wie vor kaum jemand vorstellen, dass der Saisonauftakt wie geplant in dem Königreich über die Bühne geht und ein Team soll auch einen Boykott vorhaben, wenn es doch nach Bahrain geht.

Wenn man davon hört, dass Leute ihr Leben verlieren, ist das eine Tragödie
Mark Webber

Mark Webber äußerte nun ebenfalls seine Zweifel daran, dass es eine gute Idee wäre, den Grand Prix wie geplant durchzuziehen. "Wenn man davon hört, dass Leute ihr Leben verlieren, ist das eine Tragödie. Es ist wohl nicht die beste Zeit, um dort für ein Sport-Ereignis hinzufahren. Dort beschäftigen sie größere Dinge, sie haben andere Prioritäten", meinte Webber. Was die Entscheidung betraf, so verließ er sich aber auf andere und vertraute darauf, dass die richtig handeln werden. "Vielleicht bleibt es das erste Rennen, vielleicht ist Melbourne das erste Rennen, wir wissen es nicht. Es ist ehrlich gesagt keine große Sache, denn es gibt in Bahrain mehr Dinge als die Formel 1."

Webber hätte Angst

Es gebe Generationen alte Probleme, meinte Webber weiter, und die seien von größerer Bedeutung. Deswegen sei es wichtig, diese Probleme zu lösen und sich nicht um die Formel 1 zu sorgen. Generell tat es ihm aber einfach nur leid, was in Bahrain gerade passiert. "Es war immer ein toller Ort, wenn wir diesen Teil der Welt besuchen, egal ob das Dubai, Abu Dhabi oder Bahrain war. Daher bin ich schockiert, diese Nachrichten zu hören. Aber wie immer kennt man das Gesamtbild nicht, wenn man nicht da ist. Schauen wir also, was passiert. Ich bin mir sicher, was uns betrifft, wird eine Entscheidung getroffen werden", erklärte Webber, der zugab, dass er Angst haben würde, wenn er jetzt nach Bahrain fahren müsste. "Ich habe gehört, dass dort viele Maschinengewehre sind..."

Wir werden Leuten nicht raten, hinzufahren, wenn es nicht sicher ist
Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone hatte die Verantwortung für die Austragung des Rennens am Sonntag in die Hände des Kronprinzen gelegt. "Er wird entscheiden, ob es für uns sicher ist. Ich habe keine Ahnung. Ich bin nicht dort, also weiß ich es nicht. Wir werden Leuten nicht raten, hinzufahren, wenn es nicht sicher ist", zitierte die BBC den Formel-1-Boss. Am Dienstag soll eine Entscheidung fallen, wobei der Test in Bahrain vor dem Saisonbeginn angeblich bereits gestrichen sein soll. Offizielle Aussagen dazu gibt es aber noch keine. Die Formel-1-Teams werden sich bereits am Montag beraten, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.


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