Schon vor Jahren bezeichnete sich Narain Karthikeyan auf seiner Website selbst als der "schnellste Inder der Welt". Zumindest im Jahr 2010 verlor er dieses Prädikat an seinen Landsmann und HRT-Vorgänger Karun Chandhok. Wenig überraschend lautete Karthikeyans großes Ziel: Er wollte zurück in die Formel 1.

Dort war er schon einmal. In der Saison 2005 ging der in Chennai geborene Inder als Stammfahrer des Jordan Teams in der Königsklasse des Motorsports an den Start und wurde damit der erste F1-Pilot seines Landes.

Seine Liebe zum Motorsport begann schon in seiner Jugend, als er seinem Vater, einem nationalen Rallye-Champion, beim Rennfahren zusah. Da sein kleiner Heimatort ansonsten nichts bot, war sein Weg in den Motorsport vorgezeichnet: "Alles was wir da machen, ist fahren", erinnert er sich.

Der Weg in die Formel 1

In Indianapolis holte Karthikeyan seine einzigen WM-Punkte -
In Indianapolis holte Karthikeyan seine einzigen WM-Punkte -Foto: Sutton

Nachdem Karthikeyan der Winfield Racing School in Frankreich, die unter anderem auch Weltmeister wie Alain Prost hervorgebracht hat, beigetreten war, wurde er mit 15 Jahren Finalist eines Formel Renault Wettbewerbs von Elf. Im Jahr 1996 gewann er die Formula Asia und wechselte danach in die britische Formel 3, wo seine erfolgreiche Verbindung mit Carlin Motorsport begann, für die er auch die ersten drei Rennsiege holte.

Im Jahr 2001 wechselte er in die Formula Nippon, um danach mit Carlin in die Nissan World Series zurückzukehren, wo er von 2002 bis 2004 aktiv war. Seine Saison in dieser Kategorie schloss er mit zwei Siegen und einem sechsten Gesamtrang ab.

Unterdessen hinterließ Narain seine ersten Spuren in der Formel 1. In der Saison 2001 durfte er einen Jaguar testen, bevor er später auch noch für Jordan und Minardi für Testfahrten ins Cockpit steigen durfte.

Erstes Formel-1-Kapitel

Für Williams übte Karthikeyan zwei Jahre die Rolle des Testfahrers aus -
Für Williams übte Karthikeyan zwei Jahre die Rolle des Testfahrers aus -Foto: Sutton

Vor dem Jordan-Deal für die Saison 2005 kam Karthikeyan einem F1-Drive im Jahr 2003 am nächsten. Damals scheiterte ein Engagement bei Minardi jedoch am Geld. Dieses investierten seine Partner dann 2005 in das Jordan-Cockpit. Nach einem durchwachsenen Jahr bei den Gelben (er holte nur beim Skandalrennen in Indy fünf Punkte für Platz 4) wechselte Karthikeyan als vierter Mann zu Williams, wo er 2006 und 2007 als Testfahrer unter Vertrag stand.

Parallel zu seinem Testfahrerengagement startete Karthikeyan für sein Land in der A1GP Serie, in der er 2007 zwei Rennen gewann. Es folgten Rennen in einem Audi in der Le Mans Series, der Superleague Formula sowie der NASCAR Truck Serie.

Für Bernie Ecclestone ist die Teilnahme des ersten Inders in der F1 ein Segen - schließlich möchte er den indischen Markt erobern. Umso passender ist es, dass Karthikeyan im Jahr des ersten Großen Preises von Indien mit HRT in die Königsklasse zurückkehrt.