Ein zweiter Platz auf einer Strecke, die zu den Schwachstellen von Red Bull und zu den Stärken von McLaren zählt - eigentlich müsste Christian Horner zufrieden sein. Wenn da nicht Runde 16 gewesen wäre. "Jenson [Button] bremste anscheinend früher als Sebastian [Vettel] erwartete. Dabei blockierten die Hinterräder auf einer Bodenwelle und er drehte sich. Es war keine Absicht von Sebastian."

Trotzdem war das Rennen von Button und Vettel danach zerstört. Horner schreibt dennoch beide Fahrer noch nicht im Titelkampf ab. "Es ist noch zu früh, es gibt noch 150 Punkte zu holen", so der Teamchef. "Wenn Sebastian oder Jenson das nächste Rennen gewinnen sollten, sind sie wieder dabei. Es ist noch zu früh, um einen Fahrer aus dem Titelkampf auszuschließen." Nur bei Fernando Alonso macht er eine Ausnahme: "Das müssen Sie die FIA fragen." Diese entscheidet am 8. September über die Stallregie von Hockenheim.

Schwieriges Monza-Wochenende

Direkt danach geht es zum nächsten Rennen in Monza. "Das wird für uns ein hartes Wochenende", weiß Horner. "Es ist wohl unsere schwächste Strecke im gesamten Jahr. Wenn es dort regnen sollte, wäre es schön." Die langen Geraden und der Hochgeschwindigkeitscharakter favorisieren eindeutig McLaren. "Danach kommen wieder Strecken, die unserem Auto besser liegen."

Dennoch schreibt Horner das Rennen in Italien nicht ab. Immerhin sei Red Bull auch in Montreal und Valencia besser als erwartet gewesen. "Wenn wir das vergleichen mit den Strecken auf denen McLaren in diesem Jahr nicht gut war, etwa Ungarn, wo Mark Jenson überrundete, bin ich mit unserem Ergebnis heute zufrieden." Trotzdem ist Horner klar: "Monza ist McLaren-Terrain. Wir müssen den Schaden begrenzen, wie es Mark heute geschafft hat."