Das Qualifying in Spa war für Timo Glock so richtig gut gelaufen: auf Position 17 gefahren, wegen der Strafen gegen Michael Schumacher und Nico Rosberg noch auf 15 nach vorne gekommen, so weit vorne wäre er mit dem Virgin noch nie gestartet. Doch Glock durfte sich nicht lange freuen, denn bald ereilte ihn die Nachricht, dass er wegen Blockierens von Sakon Yamamoto in Q1 fünf Plätze verlieren wird. "Kein Kommentar", meinte der Virgin-Pilot in einer ersten Reaktion. "Anscheinend habe ich ihn aufgehalten, denn die Rennkommissare sehen das so; ich sehe es nicht so."
Nach seinem Gefühl war Glock Yamamoto nicht im Weg, ändern konnte er an der Sache aber auch nichts mehr. Erlebt hatte er alles recht unspektakulär. "Ich bin aus der Box rausgefahren und habe im Rückspiegel niemanden gesehen. Ich fuhr durch Eau Rouge und auf einmal war er da", erzählte er. Abgesehen von diesem unerfreulichen Ereignis war es für Glock aber gut gelaufen. So hatten seine Mechaniker die ganze Nacht durchgearbeitet, um das am Freitag beschädigte Auto neu aufzubauen, denn es hatte einen Schaden am Monocoque gegeben. "Für das dritte Training war alles fertig. Im Qualifying gab es dann Bedingungen, in denen ich immer für eine Überraschung gut bin. Ich war halt da, als ich wusste, es kommt darauf an, dass eine Runde passt."
Abstand ist weiter da
So konnte Glock eine fehlerfreie Runde fahren, während anderen Fehler unterliefen. Dabei lief sein Auto nicht einmal optimal. "Wir hatten ein bisschen ein Problem mit der Servolenkung. Die hatte ein paar Aussetzer, auch in Eau Rouge. Das war nicht so toll, aber da muss man durch." Den Abstand zu den etablierten Teams oder der Spitze sah er am Wochenende aber trotz seiner guten Platzierung im Qualifying nicht schrumpfen. "Der Abstand ist weiter da. Hier ist er größer, weil die Strecke länger ist. Er wird immer noch bei so vier bis fünf Sekunden liegen. Im Regen sahen wir gestern nicht so schlecht aus, da waren wir nur viereinhalb weg oder sogar nur vier. Also hoffen wir, dass es morgen regnet."
Eine Konsequenz des Regens war aber auch, dass Virgin seine speziell für Spa gefertigten Teile nicht einsetzen konnte. "Hier fährt man ein anderes Abtriebslevel, das ist niedriger. Bei Regen braucht man viel Abtrieb und deswegen sind wir mit dem Standardflügel gefahren."

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