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DTM

DTM: Albons Bremstest-Vorwurf gegen van der Linde abgewiesen

In Assen kochen im Sonntagsrennen der DTM die Gemüter hoch. Alex Albon beschuldigt Kelvin van der Linde eines Bremstest-Manövers. Das sagt die Rennleitung.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Im Sonntagsrennen der DTM auf dem TT Circuit Assen kam es in der Schlussphase zu einer brenzligen Situation zwischen Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde und Hintermann Alex Albon im AF-Corse-Ferrari. Gegen Ende der Start/Ziel-Geraden krachte es plötzlich zwischen den beiden Rivalen, Albon traf das Heck des Titelanwärters aus Südafrika.

Die Kollision endete glimpflich, van der Linde als wieder einmal mit Abstand stärkster Audi-Vertreter beendete das Rennen auf dem vierten Platz, gefolgt von Albon, der zuvor seinen Teamkollegen und Meisterschaftsführenden Liam Lawson zuvor uneigennützig unterstützt hatte, wie wir an dieser Stelle ausführlich berichteten.

Noch während des Rennens beklagte sich Albon allerdings am Teamfunk über van der Lindes Fahrweise und warf dem 25-Jährigen sogar vor, ihn einem 'Bremstest' ("He fu*king brake-tested me!") unterzogen zu haben. Ein schwerer Vorwurf, schließlich gilt das absichtliche Bremsen, um den Hintermann zu verwirren oder ihn zum Ausweichen zu zwingen, als hochgradig unfair und ohnehin illegal.

DTM Assen, Die Highlights des zweiten Rennens vom Sonntag: (03:33 Min.)

Rennleitung: Keine Strafe für van der Linde

Die Rennleitung untersuchte den Vorfall und kam nach Rennende und Anhörung der Beteiligten zum Schluss, van der Linde für die vermeintlich gefährliche Fahrweise nicht zu bestrafen. Als Grund wurde in der offiziellen Entscheidung angegeben: "Fahren auf der schmutzigen Seite der Strecke. Van der Linde muss früher bremsen als auf der Ideallinie."

Ebenso wie der von Albon bei der Rennleitung vorgetragene Vorwurf ("Kelvin hat übertrieben früh gebremst"), äußerte sich van der Linde zu besagtem Vorfall: "Ich bin so weit wie möglich auf der rechten Seite gefahren. Deshalb war ich auf der schmutzigen Seite und musste viel früher bremsen als auf der Ideallinie." Die Rennleitung akzeptierte diese Begründung.

Abt-Teamchef: Können praktisch nicht überholen

Mit Blick auf den Titelkampf betrieb van der Linde mit Platz vier am Sonntag nur ein wenig Schadensbegrenzung, nachdem er am Samstag nur einen einzigen Punkt kassiert hatte. Die Strategie eines späten Boxenstopps wurde im ersten Rennen durch eine Safety-Car-Phase vereitelt, um Trümmerteile von der Strecke zu entfernen.

Im Sonntagsrennen ging der Plan besser auf, nachdem van der Linde das Rennen vom fünften Startplatz aufgenommen hatte und in der Startphase bis auf den achten Rang zurückgefallen war. Mit dem späten Pflicht-Reifenwechsel machte er im Rennen effektiv drei Plätze gut und profitierte wie Podestfahrer Marco Wittmann von einem späten Ausfall des auf P3 liegenden Daniel Juncadella.

Abt-Teamchef Thomas Biermaier war nach dem sechsten von acht Rennwochenenden nicht allzu glücklich gestimmt. "Wir mussten in Assen maximales Risiko gehen, um überhaupt eine Chance auf vordere Plätze zu haben", sagte er. "Wir können mit unserem Auto im Rennen praktisch nicht überholen, das hat man auch in Assen wieder gesehen. Dazu kommt der technisch bedingte Nachteil, den wir weiterhin bei den Boxenstopps haben."

Deshalb, so Biermaier, habe das Team nur versuchen können, van der Linde möglichst lange auf der Strecke fahren zu lassen und darüber Positionen gutzumachen. "Das hat am Sonntag funktioniert. Am Samstag hat das Safety-Car sein Rennen zerstört und Kelvin die Meisterschaftsführung gekostet."


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