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DTM, Meisterschaft 2021: Beim Finale fliegen die Teile

Knappe Abstände in der Meisterschaft vor den letzten beiden DTM-Wochenenden. Kelvin van der Linde glaubt, dass es beim Finale am Norisring scheppert.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Nach den beiden Rennen in Assen geht es in der Gesamtwertung der DTM-Saison 2021 weiterhin eng zu. Vier Fahrer auf GT3-Sportwagen von vier unterschiedlichen Fabrikaten liegen nach zwölf von 16 Rennen in der Meisterschaft vorne. Liam Lawson im AF-Corse-Ferrari führt mit 175 Punkten vor Walkenhorst-BMW-Fahrer Marco Wittmann (165 Punkte), dem Südafrikaner Kelvin van der Linde im Abt-Audi (160 Punkte) sowie Maximilian Götz vom Mercedes-AMG-Team HRT (155 Punkte). Sie sind die Favoriten im Rennen um den diesjährigen DTM-Titel.

Die nächste Saisonstation ist von 01. bis 03. Oktober der Hockenheimring. Dort kann theoretisch bereits die Entscheidung um den Titel fallen. Doch der zweifache DTM-Champion Marco Wittmann geht davon aus, dass das Kräfteverhältnis auf der Rennstrecke ausgeglichen ist. Der Franke, der am Samstag das erste Rennen in Assen für sich entschied, sagte bei Sat.1: "Wir wussten, dass uns die Strecken in Spielberg und Assen liegen sollten. In Hockenheim sollte jedes Auto stark sein."

Der 31-Jährige war derjenige des Spitzenquartetts, der die mit 44 Punkten die meisten Zähler in Assen errang. Trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe siegte er im ersten Rennen. Am Sonntag wurde Wittmann Dritter. Seinen Rückstand in der Meisterschaft verkürzte er beim DTM-Event in den Niederlanden von 26 auf neun Punkte.

Lawson übernahm am Samstag die Führung in der Meisterschaft

DTM-Rookie Liam Lawson übernahm n diesem Wochenende mit Punkten für zwei zweite Plätze (Rennen eins schloss er als Dritter hinter dem nicht punktberechtigten Gaststarter Mirko Bortolotti ab) die Führung in der Gesamtwertung. Er zeigte sich für die verbleibenden vier Rennen des Jahres zuversichtlich. "Wir wussten, dass wir in den ersten Rennen überleben mussten, weil die Strecken unserem Auto nicht so gut lagen. Wir haben dann aber gute Fortschritte gemacht, auch mit dem Test in Spielberg", sagte der Neuseeländer.

Dass er in der heißen Phase der Gejagte ist, beunruhigt ihn nicht. "Es bleibt in jedem Rennen dieselbe Herangehensweise. Wir hatten am Anfang ein paar Ausfälle. Dadurch gingen viele Punkte verloren. Wir haben gelernt, dass das nicht mehr passieren sollte. Wir wollen dumme Zwischenfälle vermeiden und so viele Punkte wie möglich holen."

Lawsons Leistung im Endspurt der Meisterschaft könnte davon abhängen, dass er im Gegensatz zu seinen unmittelbaren Konkurrenten noch kein Rennen auf dem Norisring bestritten hat und die Rennstrecke ausschließlich vom Simulator kennt. Auf dem schnellen Straßenkurs in Nürnberg steht vom 08. bis 10. Oktober das Finale auf dem Programm.

Chaos im Meisterschaftskampf beim Finale?

Kelvin van der Linde, der die Führung in der Gesamtwertung mit den Plätzen sechs und vier in Assen einbüßte, ist sich sicher: "Der Norisring ist der letzte Trumpf in der Meisterschaft. Da werden die Teile fliegen. Es sind noch vier Rennen und wir kämpfen weiter. Hoffen wir, dass es gut für uns läuft." Der Südafrikaner hat bei seiner Norisring-Premiere im Jahr 2013 das Rennen im VW Scirocco R-Cup gewonnen.

DTM Assen, Die Highlights des zweiten Rennens vom Sonntag: (03:33 Min.)

Maximilian Götz, der wie Wittmann sein Heimspiel in Nürnberg bestreiten wird, verkürzte seinen Rückstand auf Lawson mit Platz vier am Samstag auf acht Punkte. Am Sonntag lag er nach Platz sechs in der Gesamtwertung 19 Zähler hinter dem AF-Corse-Fahrer. "Wir haben ein bisschen Federn lassen müssen. Wir haben gekämpft wie die Löwen, aber es war nicht mehr drin. Das müssen wir akzeptieren und schauen, woran es lag. Kelvin und ich tun uns momentan schwer. Das kann mit der BoP zusammenhängen oder auch nicht", sagte er.

Dennoch blickt der Mercedes-AMG-Fahrer frohen Mutes für die letzten Rennen. "Es ist noch alles drin. Ich mach mir da überhaupt keinen großen Stress. Es ist schade, dass wir nicht so viele Punkte mitnehmen konnten wie erhofft. Hockenheim ist eine Strecke, die ich mag. Da müssen wir zurückschlagen, wenn wir in der Meisterschaft mitspielen wollen", lautete die Kampfansage des 35-Jährigen.

In den verbleibenden vier Rennen werden jeweils maximal 28 Punkte pro Fahrer vergeben. Die Top-3 aus den Qualifyings sowie die Top-10 aus den Rennen erhalten Meisterschaftszähler. Gaststarter werden nicht berücksichtigt. Die dahinter liegenden punktberechtigten Piloten rücken jeweils auf.


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