Turbulenter Start beim vorletzten Saisonrennen der WEC in Barcelona! Toyota etablierte eine Doppelführung nach der ersten Stunde des 6-Stunden-Rennens, Spitzenreiter Sebastien Buemi und Markenkollege Nyck de Vries drohten jedoch Strafen wegen Unsafe Releases während der ersten Boxenstopps.
Buemi in seinem 100. WEC-Rennen hatte die Führung auf nasser Strecke kurz nach dem Start übernommen. Der vierfache Le-Mans-Sieger profitierte von einem Kiesbett-Ausflug von Daniel Juncadella, der mit seinem #19 Genesis zuvor von der dritten auf die erste Position gestürmt war. Der Spanier kassierte auf dem Weg in die erste Kurve seinen Markenkollegen und Polesetter Andre Lotterer, fiel dann aber bis auf P16 zurück.
Barcelona: Bitterer Start für Genesis
Für WEC-Neueinsteiger Genesis Magma Racing sollte es noch dicker kommen: Lotterer lag zunächst an dritter Stelle, fiel durch einen langsamen Boxenstopp aber bis auf P8 zurück. Wenig später verlor der Deutsche weitere Positionen wegen eines Schadens an der Front. Ein katastrophaler Auftakt für den Autobauer aus Korea, der im Qualifying mit den Plätzen eins und drei für eine mittelschwere Sensation gesorgt hatte.
Beim Debüt der neuen Michelin-Regenreifen krachte es mehrfach: Alpine-Fahrer Ferdinand Habsburg drehte sich beim Start nach einem Heck-Treffer von Will Stevens, wofür der Cadillac-Pilot mit einer 10-Sekunden-Zeitstrafe belegt wurde. Der Österreicher Habsburg fiel von P4 bis auf den 22. Platz zurück. Die Kollision löste die erste von insgesamt drei Full-Course-Yellow-Phasen inklusive zweier Safety Cars bis zum Ende der ersten Rennstunde aus.
Zwei Safety Cars: Aston Martin fliegt ab
Das zweite Safety Car ging in Runde 12 auf die Kappe von Harry Tincknell, der mit seinem #007 Aston Martin Valkyrie ins Kiesbett rauschte und leicht die Streckenbegrenzung berührte. Alle Teams nutzten die FCY-Phase für vorgezogene Boxenstopps, nur Rene Rast blieb mit seinem #20 BMW auf der Strecke. Der dreifache DTM-Champion belegte zunächst den zweiten Platz hinter Buemi, musste wenig später aber die Box unter Grün ansteuern, weil seine Regenreifen den Mindestdruck unterschritten hatten.
Die dritte Full Course Yellow wurde durch herumfliegende Teile auf der Start/Ziel-Geraden ausgelöst. Die beiden Toyota TR010 Hybrid verfügten zu diesem Zeitpunkt über die beste Pace, aber auch der Konkurrenz von Ferrari war ein starker Beginn ins Rennen gelungen. Lokalmatador Miguel Molina belegte nach Start von P3 den dritten Platz, gefolgt von Phil Hansons gelbem AF-Corse-Ferrari (von P6 gestartet). Auch dem #51 Weltmeister-Ferrari mit Antonio Giovinazzi gelang ein Bombenstart von der 14. bis auf die sechste Position.
Cadillac sprengt Ferrari-Trio
Das Ferrari-Trio verhinderte nur Will Stevens an fünfter Stelle, wobei der Caddy-Pilot seine Strafe für den Habsburg-Dreher noch nicht abgesessen hatte. Das galt ebenso für Buemi, der eine 5-Sekunden-Strafe wegen eines Frühstarts kassierte. Derartige Zeitstrafen müssen allerdings außerhalb von FCY-Phasen abgesessen werden, weshalb Buemi das Feld der 17 Hypercars weiterhin anführte.
Die Top-10 nach der ersten Stunde in Barcelona: 1. Sebastien Buemi, 2. Nyck de Vries, 3. Miguel Molina, 4. Phil Hanson, 5. Will Stevens, 6. Antonio Giovinazzi, 7. Paul Di Resta, 8. Jules Gounon, 9. Kevin Magnussen, 10. Ferdinand Habsburg
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