Qualifying-Sensation bei der WEC in Barcelona: Neueinsteiger Genesis Magma Racing hat seine erste Pole Position in der Langstrecken-WM erobert! Der 21-jährige Mathys Jaubert - ein Silber-Fahrer - schaffte das Kunststück und ließ seine Teamkollegen Andre Lotterer sowie Pipo Derani jubeln.

"Ein toller Job von Mathys", sagte der dreifache Le-Mans-Sieger Lotterer, der mit seinen 44 Jahren mehr als doppelt so alt ist wie Jaubert. "Wir wussten von Beginn an, dass er schnell ist. Hier wurde ein kleiner Star geboren!"

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WEC-Qualifying in Barcelona: Zwei Genesis in Top-3

Jaubert wuchs im Qualifying zum vorletzten Saisonrennen (Start am Sonntag um 12:00 Uhr) über sich hinaus: In der abschließenden Hyperpole-Session der Top-10 übernahm der junge Franzose früh die Führung in der Zeitenliste und konnte sogar noch einmal nachlegen. Mit einer 1:30.165 schrieb der WEC-Rookie schließlich Geschichte für den Autobauer aus Korea, der zum Hyundai-Konzern gehört.

Das Genesis-Resultat war kein Zufall, wie Teamkollege Mathieu Jaminet im #19 Schwesterauto (Jaminet, Chatin, Juncadella) unter Beweis stellte: Der frühere Porsche-Werksfahrer belegte den dritten Platz in der Hyperpole. Dabei war ihm im Verlauf des Qualifyings zweimal das Auto ausgegangen. Zwischen die beiden LMDh-Prototypen drängelte sich nur Ryo Hirakawa im #8 Toyota. Dem Japaner, der die Fahrer-WM mit seinen Teamkollegen Sebastian Buemi (100. WEC-Rennen am Sonntag) und Brendon Hartley anführt, hatte 0,170 Sekunden Rückstand zu Jaubert.

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Genesis fährt der Konkurrenz in Barcelona um die Ohren, Foto: IMAGO/PsnewZ

Bestplatzierter Ferrari auf P6 in Startaufstellung

Auf den Plätzen vier und fünf folgten Charles Milesi im #35 Alpine und Will Stevens mit seinem #12 Jota-Cadillac. Damit fuhren vier Prototypen nach dem LMDh-Reglement in die Top-5 der Startaufstellung. Den besten der drei Ferrari 499P führte Robert Kubica zu Platz sechs. Der frühere Formel-1-Fahrer schaffte seine beste Runde in 1:30.804 Minuten - 0,638 Sekunden hinter der Spitze.

Der #50 Werks-Ferrari in den Händen von Antonio Fuoco belegte hinter Victor Martins (#36 Alpine) den achten Platz. Markenkollege Antonio Giovianzzi verpasste unterdessen die Hyperpole-Runde und schied schon im Q1 aus. Dem amtierenden Weltmeister wurde die schnellste Rundenzeit wegen überschrittener Track-Limits gestrichen, weshalb er sich mit P13 begnügen musste. Le-Mans-Sieger Nyck de Vries im #7 Toyota und Jack Aitken im zweiten Jota-Cadillac komplettierten die Top-10.

BMW zum dritten Mal nicht in Top-10

BMW verpasste zum dritten Mal in Folge einen Platz in den Top-10 der Startaufstellung und ist zu einer Aufholjagd gezwungen, um seine Hoffnungen auf die Hersteller-WM zu wahren. Im Q1 kam Sheldon van der Linde im #20 BMW M Hybrid V8 (Rast, Frijns, S. van der Linde) nicht über Platz 14 hinaus, während Markenkollege Dries Vanthoor im #15 Schwesterauto (Marciello, Magnussen, D. Vanthoor) auf P16 landete.

Die beiden BMW teilen sich die vorletzte und letzte Startreihe mit Peugeot. Überraschenderweise überlebten auch die beiden Aston Martin Valkyrie nicht das Q1 und mussten sich mit den Positionen elf und zwölf begnügen. Der V12-Valkyrie zählt auf eine Runde üblicherweise zu den schnelleren Autos im Hypercar-Feld, nur im Renntrimm fehlt noch einiges.

LMGT3-Klasse: McLaren-Fahrer von Portimao zur Pole

Die LMGT3-Klasse hatte ihr Qualifying bereits am Samstagvormittag ausgetragen. Das Zeittraining wurde ausnahmsweise aufgeteilt, um Fahrern zu ermöglichen, zwischen der WEC und der parallel ausgetragenen GT World Challenge in Portimao zu pendeln. Letztendlich nutzten nur vier Piloten diese Gelegenheit und damit deutlich weniger als zunächst angenommen.

Zu den Pendel-Piloten zählt Tom Fleming, der am Samstag noch in Portimao fuhr, spät am Abend nach Barcelona flog und seinem McLaren-Team Garage 59 heute die Pole Position bescherte. Der britische Silber-Fahrer bescherte sich und seinen Teamkollegen Marvin Kirchhöfer sowie Antares Au die zweite Pole in der laufenden Saison. Fleming setzte sich in der LMGT3-Hyperpole knapp vor Riccardo Pera im #92 Porsche 911 GT3 R von Manthey (Shahin, Pera, Lietz) durch.

Für Fleming ging es nach dem erfolgreichen Abstecher umgehend zurück nach Portimao, wo er heute Abend das 3-Stunden-Rennen der GTWC in Angriff nehmen wird. Dort trifft er unter anderem auf Formel-1-Star Max Verstappen, der einen Gaststart mit seinem Mercedes-AMG-Team absolviert. Der Rennstart erfolgt um 18:00 Uhr.