15 Positionsgewinne in nur 45 Minuten: Max Verstappen hat bei seinem Debüt in der GT World Challenge beim Saisonfinale in Portimao ein wahres Überhol-Feuerwerk abgebrannt. Der Formel-1-Star lieferte die von vielen Fans - 140.000 Zuschauer allein im Livestream - erwartete Show ab und wurde seinem Status gerecht.
Dass Verstappen und seine Mercedes-AMG-Teamkollegen Ben Barnicoat und Chris Lulham am Ende des 3-Stunden-Rennens 'nur' den neunten Platz belegten, war einer Durchfahrtstrafe des Letztgenannten geschuldet. Lulham attackierte Endurance-Cup-Champion und AMG-Markenkollege Luca Stolz (#48 Winward-Mercedes) ungestüm beim Kampf um den fünften Platz und drehte die gelbe 'Mamba' auf der Strecke.
Max Verstappen: "Aktion leider etwas zu optimistisch"
"Chris hat seinen Stint sehr stark begonnen und sich in eine gute Position gebracht", wurde Verstappen nach dem Rennen auf seiner eigenen Webseite zitiert. "Leider hat er dann bei einem Überholmanöver gegen das vorausfahrende Auto eine etwas zu optimistische Aktion gestartet. Dafür haben wir natürlich eine berechtigte Durchfahrtsstrafe bekommen."
Verstappen übernahm den #3 Mercedes-AMG GT3 erst 45 Minuten vor dem Zieleinlauf (Runde 70) an 24. Stelle liegend - von dort aus ging es nur noch nach vorne. Eine Full-Course-Yellow-Phase mit anschließendem Safety Car (Runde 74 bis 80) kostete den Niederländer zwar Zeit, führte aber ebenso das Feld der insgesamt 61 gestarteten GT3-Autos wieder zusammen. Beim Re-Start belegte Verstappen bereits Platz 19.
Verstappen nach Überhol-Feuerwerk: "Es ging ziemlich turbulent zu"
In Runde 81 machte er zwei weitere Positionen gut und gewann einen zusätzlichen Platz wegen einer Strafe für einen vor ihm liegenden McLaren. In der 86. Runde lag Verstappen bereits an 14. Stelle und schaffte in Runde 90 das Kunststück, drei Autos in einer Ecke zu überholen. Am Ende war auch Charles Leclercs jüngerer Bruder, Ferrari-Pilot Arthur, kein Gegner: Verstappen krallte sich P9 in der 91. Runde.
Sein GT3-erfahrener Teamkollege Barnicoat zog den Hut: "Max ist einen unglaublichen Schlussstint gefahren, hat 15 Positionen aufgeholt und uns damit noch bis auf Platz neun nach vorne gebracht - das war sehr beeindruckend."
Danach ging Verstappen die Zeit aus für eine weitere Aufholjagd, die schließlich nach 94 Runden hinter dem Mercedes-AMG GT3 von Rennfahrersohn Aurelien Panis endete. Welches Potenzial der GT3-Wagen aus Affalterbach in Portimao hatte, zeigte unter anderem der Sieg des #17 GetSpeed-Mercedes um Maximilian Götz, Fabian Schiller und Ralf Aron.
"Ich hatte Spaß und unser Auto hatte eine wirklich gute Pace", sagte Verstappen. "Es ging ziemlich turbulent zu, mit viel Chaos um mich herum, während ich mich nach vorne kämpfte. Am Ende trotz der Durchfahrtsstrafe noch Neunter zu werden, war meiner Meinung nach eine wirklich starke Leistung."
Verstappen fährt zehntschnellste Rundenzeit in Portimao
Verstappen erzielte seine persönliche Bestzeit in Runde 92 mit einer 1:44.506 - die zehntschnellste Rundenzeit aller Fahrer im Starterfeld. Die Bestzeit ging auf das Konto des überragend starken McLaren-Piloten Joseph Loake, der in 1:43.817 Minuten (Runde 37) als Einziger die 1:44er-Marke knackte. In den Top-10 der schnellsten Rundenzeiten tummelten sich sechs Mercedes-Piloten, dazu die beiden Porsche, die die Plätze zwei und drei auf dem Podium belegten.
"Insgesamt war es zwar nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten, aber wir haben viel gelernt und es war ein positives Wochenende", lautete Verstappens Fazit nach dem Saisonfinale.
Verstappen: Leider beim Mercedes-Setup einen Fehler gemacht
Die von Lulham verursachte Durchfahrtstrafe versagte dem vierfachen F1-Weltmeister und seinen Teamkollegen ein besseres Ergebnis, aber schon zuvor im Qualifying lief es nicht nach Plan: Das Verstappen-Einsatzteam 2 Seas Motorsport hatte sich mit dem Setup verzettelt, sodass der Mercedes auf Teilen der Strecke viel zu tief lag und mehrfach aufsetzte.
Verstappen: "Leider haben wir beim Setup des Autos im Qualifying einen Fehler gemacht. Dadurch setzte das Auto etwas zu stark auf und schlug zu viele Funken, was uns Performance gekostet hat. Deshalb haben wir uns nicht dort qualifiziert, wo wir eigentlich hätten stehen müssen. Für das Rennen haben wir das Setup angepasst und waren dadurch deutlich konkurrenzfähiger."
Barnicoat nahm das Rennen vom 13. Startplatz in Angriff, kämpfte sich in seinem Stint aber bis auf die achte Position nach vorne. Nach dem Fahrerwechsel gewann Landsmann Lulham zunächst eine weitere Position, ehe er nach einem Safety-Car-Restart zu ungestüm gegen AMG-Fahrer Stolz zu Werke ging.
"Ben hat einen wirklich starken ersten Stint gefahren", lobte Verstappen seinen Teamkollegen, der eigentlich in der IMSA-Serie zuhause ist und dort einen GT3-Lexus pilotiert. "Er hat sich aus dem Chaos am Start herausgehalten und uns nach vorne gebracht. Auch Chris hat seinen Stint sehr stark begonnen und sich in eine gute Position gebracht."
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