Besser als mit einem Doppelsieg kann man den vorzeitigen Gewinn der WEC-Weltmeisterschaft nicht eintüten: Genau das ist Toyota beim vorletzten Saisonrennen in Barcelona gelungen. Der japanische Autobauer ist in der Hersteller-Wertung vor dem Finale in Monza (08.11.2026) nicht mehr einholbar. BMW bleibt Gesamt-Zweiter und muss sich in Italien gegen Ferrari zur Wehr setzen.

Das 6-Stunden-Rennen in Barcelona als Ersatz für den abgesagten Lauf in Katar war zu jeder Zeit eine klare Angelegenheit. Ryo Hirakawa führte den #8 Toyota TR010 Hybrid (Buemi, Hartley, Hirakawa) zum sicheren Sieg nach 198 Runden.

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Vierter Saisonsieg für Toyota - Vorzeitiger Gewinn des WM-Titels

Das #7 Schwesterauto (Conway, Kobayashi, De Vries) um Schlussfahrer Nyck de Vries belegte den zweiten Platz im Paarflug mit einer halben Sekunde Rückstand. Dem Drittplatzierten #50 Ferrari (Fuoco, Molina, Nielsen) fehlten beim Zieleinlauf gigantische 39 Sekunden zur Spitze.

Für Toyota war es bereits der vierte Sieg im siebten Saisonrennen, während die #8 Crew ihr zweites Rennen in Folge nach Fuji gewann. Die wiedererstarkten Japaner mit ihrem über den Winter überarbeiten LMH-Hypercar errangen ihren acht Hersteller-Titel (2014, 2018-2024) in der Langstrecken-WM und räumten mit dem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans auf ganzer Linie ab.

Barcelona: Toyota fährt in eigener Liga

Auf dem Circuit de Catalunya mit seinem hohem Reifen-Verschleiß profitierte der Toyota vom starken Reifen-Management und fuhr in seiner eigenen Liga, nachdem die Strecke abgetrocknet war. Spannend war es nur in der ersten Stunde unter Regen, als zwei Safety-Car-Phasen für Action sorgten. Zunächst wurde Ferdinand Habsburgs Alpine von P4 von Cadillac-Fahrer Will Stevens gedreht, wenig später segelte ein Aston Martin Valkyrie ins Kiesbett.

Vor 55.000 Zuschauer (am Wochenende) übernahm Sebastien Buemi in seinem 100. WEC-Rennen die Führung vom zweiten Startplatz schon in der ersten Runde: Der Schweizer bekam Platz eins praktisch geschenkt, weil Daniel Juncadella mit seinem Genesis ins Kiesbett segelte. Der Spanier hatte mit einem Bombenstart von P3 vorbei an Buemi und Pole-Setter Andre Lotterer im zweiten Genesis nur kurzzeitig die Spitze erobert.

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Nasser Start zum WEC-Rennen in Barcelona, Foto: IMAGO/PsnewZ

Genesis-Debakel nach erster Pole Position

Während die beiden LMDh-Autos von WEC-Neueinsteiger Genesis Magma Racing nach dem tollen Qualifying (Pole und P3) frühzeitig in ein Debakel schlitterten – Lotterer fiel mit beschädigter Front zurück - musste auch Buemi zittern: Der frühere Formel-1-Fahrer hatte eine 5-Sekunden-Zeitstrafe wegen eines Frühstarts kassiert. Teamkollege Brendon Hartley schlug jedoch mit einem überragenden Doppelstint zurück und führte zwischenzeitlich mit mehr als zehn Sekunden vor Mike Conway im Schwester-Toyota.

Wie dominant die Toyota in Barcelona fuhren, zeigte die dritte Safety-Car-Phase zur Rennmitte nach einem Dreifach-Abflug auf nassen Kerbs auf: Es dauerte nur wenige Runden, bis Hirakawa und Kobayashi die zu diesem Zeitpunkt folgenden Ferrari um acht Sekunden distanziert hatten und den Vorsprung kontinuierlich auf mehr als 30 Sekunden ausbauten.

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Hier hängt ein Aston Martin am Haken, Foto: IMAGO/PsnewZ

Ferrari 'Best of the Rest' im Langeweile-Rennen

Im wohl langweiligsten WEC-Rennen des Jahres belegte der #50 Ferrari 499P mit Schlussfahrer Fuoco den dritten Platz. Der Italiener war meilenweit von den Toyota entfernt und musste auch von hinten keine Attacke fürchten: Er hatte mit Robert Kubica stundenlang einen weiteren Ferrari-Piloten im Rücken, der der Werks-Mannschaft mit seinem #83 AF-Corse-Kundenauto nicht dazwischenfunken wollte.

Ex-Formel-1-Fahrer Kubica fiel während der letzten Runde der Boxenstopps 20 Minuten vor dem Ende hinter #38 Cadillac-Pilot Jack Aitken zurück und musste sich mit P5 begnügen. An sechster Stelle folgte Norman Nato im zweiten Jota-Cadillac, womit nur drei Marken in den Top-6 der Ergebnisliste landeten.

WEC-Start in Barcelona
Toyota machte früh im Rennen alles klar, Foto: IMAGO/PsnewZ

BMW kann Toyota nicht am vorzeitigen Titelgewinn hindern

Der bestplatzierte BMW M Hybrid V8 in Form der #15 (Marciello, Magnussen, D. Vanthoor) kam von Startplatz 16 trotz einer Durchfahrtstrafe auf Rang sieben ins Ziel, konnte Toyota aber nicht am vorzeitigen Titelgewinn hindern. Das BMW-Schwesterauto (Rast, Frijns, S. van der Linde) belegte Rang 14 mit zwei Runden Rückstand.

Rene Rast (von P13 gestartet) probierte es mit einer Offset-Strategie, als er beim ersten Virtual Safety Car als Einziger auf einen Tank-Stopp verzichtete und P2 hinter Buemi übernahm. Die Risiko-Strategie zahlte sich nie aus, weil der dreifache DTM-Champion wenig später wegen zu geringer Mindestreifendrücke die Boxengasse unter grünen Flaggen ansteuern musste.

Manthey-Porsche siegt in LMGT3-Klasse

In der LMGT3-Klasse sicherte sich Manthey-Porsche um den Österreicher Richard Lietz den Sieg. Schlussfahrer Riccardo Pera krönte die blitzsaubere Leistung des Rennstalls aus Meuspath. Der Schwester-Porsche um Ayhancan Güven hatte früh einen Schaden an der Frontpartie erlitten und sich nie mehr davon erholt.

Der deutsche McLaren-Werksfahrer Marvin Kirchhöfer eroberte den zweiten Platz mit einem späten Überholmanöver gegen den WRT-BMW von Dan Harper, der das Podium als Dritter komplettierte.