Die Spatzen pfeifen es seit längerer Zeit von den Dächern: Formel-E-Vizeweltmeister Nick Cassidy steht vor einem Wechsel zum Stellantis-Konzern, der sich mit seinen Marken sowohl in der Formel E (DS Penske, Maserati) als auch in der WEC mit Peugeot engagiert. Ein am Montag veröffentlichter Instagram-Post von Peugeot Sport und Cassidy deutet auf eine baldige Zusammenarbeit hin.
In der nur vermeintlich 'privaten Direktnachricht' ist zu lesen: Peugeot hat den Neuseeländer zum nächsten WEC-Rennen in Austin, Texas am 07. September eingeladen. Welche Rolle Cassidy beim sechsten von acht Läufen der Langstrecken-WM 2025 einnehmen soll, wurde noch nicht kommuniziert. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com soll er im Anschluss an das 6-Stunden-Rennen einem privaten Test der Franzosen auf dem Circuit of the Americas beiwohnen.
Nick Cassidy strebt Rückkehr in WEC an
2026 könnte Cassidy dann ein Doppelprogramm bestehend aus Formel E und WEC absolvieren. "Die WEC ist eine fantastische Meisterschaft und ich wäre dort in Zukunft gerne", sagte der 30-Jährige zuletzt beim Formel-E-Saisonfinale in London zu Motorsport-Magazin.com. "Es wäre eine wirklich gute Herausforderung, in der WEC und in der Formel E zu sein, aber das war kein limitierender Faktor mit Jaguar."
Was Cassidy, der die vergangenen beiden Formel-E-Saisons für das Jaguar-Werksteam bestritt, damit meinte: Vertraglich wäre es laut eigener Aussage kein Problem gewesen, parallel zu einem Engagement in der Elektro-WM für einen anderen Hersteller in der WEC anzutreten. Dazu kam es aber nicht, nachdem er zuletzt 2022 fünf WEC-Rennen auf einem GTE-Ferrari von AF Corse bestritten hatte. Durch den Wechsel zu Stellantis mit Peugeot erhöhen sich seine Chancen nun ungemein.
Welchen Fahrer könnte Cassidy 2026 bei Peugeot ersetzen?
Welchen Fahrer Cassidy nächstes Jahr potenziell bei Peugeot ersetzen könnte, ist noch unklar. Aktuell baut der französische Autobauer auf Jean-Eric Vergne, Paul Di Resta und Mikkel Jensen im #94 Peugeot 9X8 sowie auf das Trio Stoffel Vandoorne/Loic Duval/Malthe Jakobsen auf dem Schwesterauto.
Mit Ausnahme des jungen Dänen Jakobsen sind die weiteren Fahrer seit 2022 Teil des Peugeot-Kaders. Die beiden Formel-E-Champions Vergne und Vandoorne bestreiten Doppelprogramme und ließen zuletzt den WEC-Lauf in Sao Paulo zugunsten des Formel-E-Rennens in Berlin aus. Die beiden Peugeot-Hypercars gingen in Brasilien nur mit Zweier-Gespannen an den Start.
Peugeot bildet in der laufenden WEC-Saison nur die siebte Kraft vor Schlusslicht Aston Martin. In Sao Paulo erreichten die Franzosen mit den Plätzen sechs und sieben beim Cadillac-Doppelsieg ihr mit Abstand bestes Ergebnis - nicht zuletzt dank maximaler Leistung und minimalem Gewicht in der strittigen Balance of Performance.
Peugeot denkt trotz mangelnder Erfolge nicht an WEC-Ausstieg
Von einem möglichen Ausstieg aus der WEC ist trotz der unbefriedigenden Resultate dennoch keine Rede: Peugeot soll sogar die Entwicklung eines komplett neuen Hypercars in die Gänge geleitet haben, was allerdings nur mit dem Segen von ACO und FIA möglich wäre. "Wir sind schon seit Jahren in der WEC und wir werden es auch noch in den nächsten Jahren sein", stellte der neue Peugeot-CEO Alain Favey am Rande der 24 Stunden von Le Mans im Juni klar.
Ob Cassidy 2026 wirklich auf die Langstrecke zurückkehrt, steht noch in den Sternen. Als absolut sicher gilt sein Verbleib in der Formel E, höchstwahrscheinlich bei 'Maserati' und angeblich an der Seite von Doppel-Champion Vergne (zuletzt DS Penske). Das Team soll allerdings ein Re-Branding erhalten: Anstelle von Maserati soll Stellantis-Schwester Citroen sein Logo auf die DS-Automobiles-Kundenautos kleben.
Riesengroßer Trubel auf dem Transfermarkt der Formel E! Unser Reporter Lev Stockmann war beim Finale in London und hat alle aktuellen Gerüchte zusammengefasst:
Cassidy erklärt Jaguar-Abschied: Ich will Weltmeister werden!
Cassidys Abschied von Jaguar nach nur zwei Jahren war durchaus eine dicke Überraschung, schließlich zählen die Briten zu den Top-Teams und stellten mit Mitch Evans (2024 hinter Pascal Wehrlein) und Cassidy (2025 hinter Oliver Rowland) zweimal den Vize-Weltmeister.
Genau darin liegt allerdings der Hund begraben, wie Cassidy zuletzt schonungslos gegenüber Motorsport-Magazin.com betonte: "Ich will ultimativ die Fahrer-Weltmeisterschaft gewinnen. Und die Fahrer- und Team-Prioritäten sind bei Jaguar ziemlich unterschiedlich. Sie hatten definitiv die Möglichkeit, die Fahrer-Weltmeisterschaft zu gewinnen, aber ich würde sagen, dass es für sie nicht wirklich im Fokus steht."
Cassidy zählt in der Formel E seit seinem Debüt 2021 zu den Ausnahmekönnern: In bislang 79 Rennen erzielte er starke 11 Siege und 25 Podestplätze. 2022 mit dem Jaguar-Kundenteam Envision und 2025 als Jaguar-Werksfahrer errang er den Vize-Titel in der Elektro-Rennserie.
Nick Cassidy war der eine schmerzliche Abgang bei Jaguar - Teamchef James Barclay der andere. Der Südafrikaner erklärt jetzt, warum er ausgerechnet zu McLaren in die WEC wechselt:



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