Der Lausitzring gehört mittlerweile schon zum Inventar des DTM-Rennkalenders. Die deutsche Traditionsrennserie hätte im Jahr 2000 eine der ersten Rennveranstaltungen auf der frisch eröffneten Strecke im ehemaligen Ostdeutschland sein sollen. Das Rennen wurde aber wegen Starkregen abgesagt. Seit 2001 gastiert die DTM jährlich auf dem Kurs 55 Kilometer nördlich von Dresden. Der Lausitzring ist das einzige High-Speed-Trioval nach US-amerikanischem Vorbild auf dem europäischen Festland.

Der permanente Kurs wurde im ehemaligen Braunkohleabbaugebiet zwischen Berlin und Dresden erbaut und im Jahr 2000 eröffnet. Schon in DDR-Zeiten wurde über eine Rennstrecke in diesem Gebiet gesprochen, doch der Bau verzögerte sich aus verschiedenen Gründen. Er war der Ersatz für die Berliner AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße), die 1998 nach einem schweren Rennunfall geschlossen wurde.
Zuerst hieß der Kurs EuroSpeedway Lausitzring. "EuroSpeeday" war dabei ein Kunstbegriff, der einerseits auf die Lage der Strecke in Kontinentaleuropa anspielt, andererseits die Art der Strecke, ein Hochgeschwindigkeitsoval (engl. "Superspeedway"), einbindet. Nach dem Verkauf des Rings im Jahr 2017 an die DEKRA erfolgte die Umbenennung zu Lausitzring.
Heute wird der Lausitzring nicht nur für Rennsport genutzt, sondern ist auch ein Fahrsicherheitszentrum, bei dem man verschiedene Trainings absolvieren kann. Neben der DTM fährt auch die Superbike-WM, die ADAC GT Masters und der Porsche Carrera Cup sowie viele andere Rennserien auf dem Lausitzring. Seit seiner Eröffnung wurde der Ring bereits mehrmals umgebaut und angepasst.
Das Layout des Lausitzrings

Der Lausitzring hat viele Varianten, da es neben dem äußeren Trioval auch ein streckenreiches Infield gibt. Der Superspeedway ist genau zwei Meilen (oder 3,2 Kilometer) lang. Die kurze Grand-Prix-Strecke, die die meisten Rennserien wie auch die DTM benutzen, ist 3,442 Kilometer lang. Insgesamt hat diese Version des Lausitzrings zwölf Kurven, fünf Rechts- und sieben Linkskurven. Mehrere Kurven sind überhöht, mit einer maximalen Steigung von 10 Prozent. Die längste Gerade beträgt 648 Meter, gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn.
Die Runde auf dem Lausitzring startet auf der langen Start-Ziel-Geraden. Kurve eins ist ein harter Bremspunkt, die scharfe Linkskehre führt vom Trioval ins Infield. Es folgen vier schnelle Richtungswechsel, bei denen sich die Fahrer in den Kerbs einhängen müssen, um genügend Schwung mitzunehmen.

Danach geht es für eine kurze Weile auf den Trioval, bevor die Fahrer in eine langsame Linkskurve abbiegen. Beim Übergang zwischen dem Außenring und dem Infield müssen die Fahrer auf Bodenwellen achten, was das Einlenken erschwert. Kurve sieben ist ein nicht endender Rechtsbogen, auf der Geraden bis zur Kurve acht hin können die Fahrer wieder Geschwindigkeit aufbauen.
In die Linkskurve acht steuern die Fahrer spitz hinein, um direkt wieder beschleunigen zu können und durch die Vollgaskurve neun zu fliegen. Für die enge Kurve zehn wird spät gebremst und das Auto schön nach rechts rotiert, bevor es nach der letzten Infield-Kurve wieder auf das Trioval geht. Durch Kurve zwölf, einen langgezogenen Linksbogen kann beschleunigt werden. Auch hier muss wieder auf die Bodenwelle geachtet werden, bevor man über die Ziellinie fährt.

