Einen besseren Start in seine erste volle DTM-Saison hätte sich Jules Gounon (Winward-Mercedes) kaum wünschen können. Nach seinem Podestplatz auf dem Lausitzring belegt der Mercedes-AMG-Werksfahrer den zweiten Platz in der Gesamtwertung hinter Markenkollege Lucas Auer (Landgraf-Mercedes). Der zweifache Rennsieger aus Österreich führt die DTM-Tabelle mit 69 Punkten an, Gounon liegt mit 63 Zählern in Lauerstellung.
Im Sonntagsrennen, wo Gounon sein zweites Podium in der noch jungen Saison 2025 eroberte, hätte es aber auch ganz anders laufen können. Der Franzose erlebte noch vor dem Rennstart einen echten Schreckmoment! Auf dem Weg in Richtung der Startaufstellung sei eine Bremsscheibe explodiert, verriet er später während der Pressekonferenz.
Gounon: Bremsscheibe explodiert vor DTM-Start
"Ein verrücktes Rennen", sagte Gounon. "Meine vordere rechte Bremsscheibe explodierte auf dem Weg in die Startaufstellung. Ich kam da also ohne Bremse an und dachte schon, dass alles vorbei ist. Das Team hat die Bremsscheibe zwar im Grid gewechselt, aber ich dachte mir: 'Okay, meine Bremsscheibe ist futsch, ich starte von P13 - das wird entweder ein gutes oder ein schlechtes Rennen'.
Das Ergebnis ist bekannt: Gounon stürmte vom 13. Startplatz vor allem in der zweiten Rennhälfte spektakulär nach vorne, kämpfte bis zur letzten Runde sogar um den Sieg und lieferte sich ein irres Foto-Finish mit dem Zweitplatzierten Rene Rast (Schubert-BMW), wie ihr in diesem Artikel nachlesen könnt:
Gounon: "Ich hörte vorne rechts ein sehr schlechtes Geräusch"
Dass die explodierte Bremsscheibe Gounon kurz vor dem Rennen ordentlich ins Schwitzen brachte, dürfte kein Geheimnis sein. Bei einer solchen Explosion handelt es sich tatsächlich mehr um einen plötzlichen Riss oder Bruch, der durch zu große Hitze, Spannung oder auch einen Materialfehler der Bremse ausgelöst werden kann. Gounon spürte und hörte auf der Runde in die Startaufstellung sofort, dass etwas nicht stimmte.
Der 30-Jährige erklärte: "Auf meiner Outlap wärmte ich die Reifen und die Bremsen auf. Ausgangs der achten Kurve hörte ich vorne rechts ein sehr schlechtes Geräusch. Als ich in den letzten beiden Kurven ankam und auf die Bremse trat, fiel das Bremspedal einfach durch. Aus Sicherheitsgründen konnten wir das Teil tauschen. Aber ich hatte vor dem Start natürlich schon einen erhöhten Herzschlag!"

Gounon trotz Top-Ergebnissen noch nicht zufrieden
Nach dem Bremsen-Schock tat sich Gounon im ersten Stint schwer, aus dem dicht gedrängten Mittelfeld heraus entscheidend Boden gutzumachen: "Ich hatte keine Pace im Auto. Nach dem ersten Stint dachte ich, dass wir höchstens 15. oder 16. werden. Wir müssen das analysieren. Zwar sind die Ergebnisse gut seit dem Saisonstart, aber ich bin nicht happy, wie sich das Auto im Moment anfühlt. Es gibt ein paar Dinge, die wir noch nicht verstanden haben."
Die Winward-Mannschaft entschied sich für einen recht frühen Boxenstopp und gab Gounon einen frischen Satz der Pirelli-Slickreifen mit auf den Weg. "Der Undercut zur Rennmitte mit frischen Reifen hat uns ins Spiel zurückgebracht", bestätigte Gounon, der bei der wenig später folgenden Safety-Car-Phase den achten Rang belegte. Nach dem Re-Start war der AMG-Fahrer nicht mehr aufzuhalten und machte innerhalb weniger Runden drei Plätze gut.
In der Schlussphase profitierte Gounon zunächst von einem leichten Ausrutscher seines Mercedes-Markenkollegen Maro Engel, der dadurch den dritten Platz verlor, bevor er sich Lambo-Fahrer Jordan Pepper krallte. Im Anschluss begann Gounon seine Aufholjagd zu den Spitzenreitern Rast und dem späteren Sieger Jack Aitken.
Was Jules Gounon am Lausitzring bereute
Gounon witterte am Ende sogar die Chance auf seinen ersten DTM-Sieg. Ihm war nicht entgangen, dass Rast immer mehr Pace einbüßte, während er selbst dicht auf den Fersen von Aitken war. "Mein Ingenieur sagte mir schon, dass ich den dritten Platz verteidigen soll", so Gounon. "Dann sah ich plötzlich, wie Rene Probleme mit seinen Reifen bekam. Ich wusste, dass sich Möglichkeiten ergeben würden, solange er vorne ist."
Deshalb verzichtete Gounon in der vorletzten Runde zunächst auf einen Angriff gegen Vordermann Aitken, der Rast an der Spitze natürlich mehr Luft zum Atmen gebracht hätte. Der Winward-Pilot spekulierte auf eine späten Doppel-Attacke, rechnete allerdings nicht damit, dass Aitken Rast schon in Turn 6 kassieren würde. "Das ist das einzige, das ich bedauere", erklärte Gounon: "Einmal war ich sehr nah an Jack dran, habe es aber nicht probiert, weil ich nicht wollte, dass Rene wegzieht. Das hat mich womöglich den Sieg gekostet."
Das Sonntagsrennen der DTM auf dem Lausitzring zählte sicherlich zu den spannendsten Läufen der vergangenen Jahre. Was alles los war, liest du in diesem Artikel:



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